Veröffentlicht in Organisatorisches

Formalia

Man weiß, dass ein neuer Lebensabschnitt anfängt, wenn die Vertreter beginnen sich die Türklinke in die Hand zu geben. Vertreter für Solarkraft waren dabei die bereits eingerechneten Besucher, aber Versicherungen, Steuern und Co wollen nun ja auch nochmal genauer unter die Lupe genommen werden. Man ist ja bald ‚Beamter auf Widerruf‘ und bekommt so viele ‚Vergütungen‘, dass man durch den Versicherungsdschungel kaum noch durchblickt.

Allerdings wird klar, dass man, egal wie gesund man zu sein meint, immer noch genügend Baustellen hat, die einen für eine Versicherung unattraktiv machen. Das Alter beispielsweise. Auch wenn ich mich definitiv noch nicht ‚alt‘ fühle, für die meisten der gängigen privaten Krankenversicherungen bin ich schon scheintot, zumindest in der Kategorie Referendare. Die sind Anfang bis Mitte zwanzig und nicht Anfang dreißig. Die Liste, die mir die unabhängige Versicherungsfachfrau dann vorlegte war dementsprechend kurz und wurde direkt noch kürzer, als sie dann einige wegen geänderter Konditionen anrief und nebenbei fallen ließ, dass die einzige medizinische Behandlung der letzten drei Jahre ein Kinderwunschbehandlung gewesen wäre.

Was wurden die Damen und Herren an dem anderem Ende der Leitung da aber plötzlich hellhörig. Der erste, ein Münchner Anbieter, lehnte rigoros ab, das Angebot müsste zurückgezogen werden, das könnten sie nicht versichern. Eine weitere Gesellschaft fragte immerhin erst, ob weiterer Familienzuwachs geplant wäre, bevor sie aufgrund der positiven Antwort ablehnten. Da ich wegen erwähntem Alter ja eh schon scheintot bin, blieben so nur noch zwei PKVs übrig, die dann, im einen Fall nur unter genauer Nachfrage, wie die nötige Behandlung denn letztlich aussehen würde und die andere unter Leistungsausschluss der künstlichen Befruchtung generell, noch bereit waren ein Angebot zu machen.

Tja, da fühlt man sich doch gleich besser … Dass die Ursache nicht bei mir lag, dass eine weitere Hormonbehandlung auch nicht mehr nötig wäre und ich grundlegend kerngesund bin … all das war irrelevant. Traurig, traurig. Aber, immerhin habe ich nun ein sogar gar nicht so schlechtes Angebot erhalten. Ohne die Versicherungsfrau hätte ich da sicher sehr viel Zeit, Mühe und Nerven in die Suche stecken müssen. Da hatte ich Glück, dass sie ausgerechnet vor meinem Klausurraum in Erwartung neuer Kundschaft gelauert und mir ihre Karte in die Hand gedrückt hatte.

Nun heißt es alte Versicherungen überprüfen, vergleichen, eventuell neu verhandeln und die Schäfchen ins Trockene bringen. Schade, dass keine altruistische Steuerberaterin neben ihr gestanden hat, das wird mich nach nächster Woche dann beschäftigen.

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