Veröffentlicht in Organisatorisches

Ver-Ordnet

Und wehe dem, der wohlbekanntes Chaos gegen die unselige neue Ordnung zu tauschen versucht. Was habe ich da nur angefangen …

Der Umzug ins Haus ist ja noch gar nicht lange her, zwei Jahre wohnen wir erst in unserem ländlichen Idyll. Ich habe immer eine tiefe Bewunderung und auch gewisse Skepsis für diese durch und durch organisierten Menschen empfunden, die immer genau wissen wo sie Ding X oder Sache Y in ihrem Bestand abgelegt haben, in welchem Zimmer unter welchem Dekokarton sie Formular Z aufbewahren … und so weiter.

Ich bin chaotisch. Ein Zustand, der sich über Jahre mehr und mehr verfestigt hat, der jedoch trotz allem Chaos eine eigendynamische Ordnung hervorbrachte, mit der ich ganz gut arbeiten kann. Kommt dann so ein Einschnitt wie beispielsweise ein Umzug, sei es wohnungsintern, das Büro zieht in ein neues Zimmer, oder so umfassen wie das Verlagern aller Gegenstände und Besitztümer von einem Ort zum nächsten, wie bei dem Erwerb eines ganzen Hauses gar, dann wird das eingespielte und altbekannte Chaos plötzlich aufgelöst. Es schleicht sich manchmal in den einen oder anderen Karton, in dem man eigentlich versucht hat geordnet Dinge der Art A nicht mit Sachen der Art B zu vermischen, aber das gelingt einem wahrhaft chaotischen Menschen nicht immer. Diese Kartons landen dann in Ecken des neuen Zuhauses und werden erst einmal nicht mehr angeguckt. Man hat ja genug zu tun. Später einmal wird man sich darum kümmern. Vielleicht.

Und nun habe ich mich dazu entschieden gehabt, eben diese ’später Ecken‘ einer genaueren Inspektion zu unterziehen. Was da nicht alles zum Vorschein kommt. Alte kreative Schreibversuche aus dern 4.-6. Klasse, seitenweise versteht sich ich habe ordentlich produziert damals, verloren geglaubte Dokumente, sehr viele alte Fotos, Krimskrams von Bastelmaterialien bis Spickzetteln, kurzfristig zusammengelegte und dann vergesse Mitschriften en masse, der 8. Kugelschreiber, die 50. Tesafilmrolle (ich muss in meinem Leben keinen Tesafilm mehr kaufen) und all die Kleinigkeiten, die man alltäglich so gut gebrauchen könnte, die ihr Dasein aber unbeachtet in eben diesen Kartons gefristet haben.

Und dann fängt man an. Hier wird herausgenommen, dort wird kurz beiseite gelegt, neue Stapel, neue Zuordnungen, ein neues System für das alte, welches in all dem Chaos doch noch hindurchschimmert und erahnt werden kann. Und so bilden sich neue Ecken, neue Stapel, neue angefangene, chaotische Ecken. Mein Büro ähnelt einem papierenen Schlachtfeld; während die Regale leerer wurden, füllte sich der Boden und die Tische.

Mal sehen ob ich Herrin dieser Zustände werde im Laufe des Wochenendes und als wie effizient sich die neue Ordnung erweisen wird. Und wo das Chaos sich dann doch wieder eine kleine Höhle bauen kann 😉

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Ein Kommentar zu „Ver-Ordnet

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