Veröffentlicht in Familie

Geschwister – Zeit

Anlässlich dieses Beitrags von familienzuschlag, hatte ich bei den Kommentaren etwas zu unserer Beziehung und dem Konzept von Liebe geschrieben. Die Gegenfrage bezog sich dann auf Aufmerksamkeit und Zeit und ich denke, dass die Antwort den Kommentarbereich wohl sprengen würde. Deswegen antworte ich hier mit einem eigenen Beitrag.

familienzuschlag fragte: „Aber wie geht es dir mit dem Stichwort Aufmerksamkeit? Hast du da das Gefühl “allen” gerecht zu werden? Gerade, weil du ja auch viel arbeitest und dann noch die Zwillinge und die Männer – hihi. du Bist also im Gegensatz zu mir 200% ausgelastet!“

Tatsächlich ist die einzig wirklich endliche Ressource in einem komplexen Familiengefüge die Zeit. Viele Aspekte unseres Alltags sind ‚durchgetaktet‘ und oft stellt dieser Zustand einen nicht unbedingt zufrieden.

Mit den Kindern und den Männern ist es aber unterschiedlich. Die Kinder kennen nur die Art von Alltag, die wir ihnen bieten können. Das heißt in Hinblick auf ihr Zeitkonto bei mir: Es ist knapp, es reicht an manchen Tagen nur für einige Minuten und dann fordern sie auch vehementer nach mir. Ich versuche die Zeit, die ich mit ihnen verbringen kann, sehr intensiv zu gestalten. Wir Spielen dann viel, ich versuche ihnen auch etwas neues zu zeigen und generell voll für sie da zu sein.

Was die Beziehungen angeht, so gibt es durchaus eine unterschiedliche Wahrnehmung zwischen meinem Mann und meinem Freund. Ihm ging es quasi anfangs ähnlich wie den Kindern. Es war schon ein Alltag, eine Person da, mit der er sich meine Zeit teilen musste. Das stellte somit erst mal nur eine kleine Hürde für uns dar.

Anders bei meinem Mann. Er war gewohnt mit mir alleine zu sein und merkte schon die Umstellung, die eine neue Person in der Familie, die auch Zeit und Aufmerksamkeit von mir forderte, bedeuten kann. Ein bisschen war es wohl so, als hätten wir ein Kind bekommen, wenn ich es jetzt im Nachhinein beschreiben sollte 😉 (Vom Zeitfaktor her gesehen.)

Ob ich das Gefühl habe allen gerecht zu werden: Verglichen mit den Möglichkeiten, die man bei 100% Verfügbarkeit theoretisch hätte; nein, ich werde niemandem insofern gerecht. Aber das sind unrealistische Erwartungen und letztlich kann man nur Prioritäten setzen und bewusst Zeit für die Lieben schaffen, die einem am Herzen liegen. Ich würde mir oft mehr Zeit wünschen, mehr Stunden am Tag, weniger Schlaf. Aber das ist natürlich auch unrealistisch ^.^

Somit lautet meine Antwort: Nach meinen Möglichkeiten denke ich schon, dass ich die oberste zeitliche Priorität immer bei meiner Familie ansetze und auch meine Männer immer Paarzeit mit mir erhalten, wenn möglich.

familienzuschlag

Ich möchte noch mindestens zwei Kinder. Ich wünsche mir, dass Carli noch zwei Geschwister bekommt.

Ich selbst habe eine Schwester und einen Bruder. Die liebe ich sehr und ich bin meinen Eltern unendlich dankbar für dieses Geschenk. Natürlich gab es auch unter uns Geschwistern Zeiten in denen wir uns nicht gut vertragen haben. Gerade meine Schwester, die zwei Jahre jünger ist als ich, und ich hatten typische Geschwister-Streit-Rivalitäts-Genervtheits-Phasen. Besonders als wir kleiner waren, ist es für meine Eltern sowohl Segen – weil wir miteinander gespielt haben – als auch Fluch – weil wir miteinander gestritten haben (Stichwort: lange Autofahrten) – gewesen. Je älter ich, je älter wir wurden, desto mehr hat sich eine liebevolle, freundschaftliche, vertraute Beziehung gefestigt. Diese Familie – meine Geschwister, meine Eltern – sind für mich ein so wichtiger Bestandteil meines Lebens, der mir viel Liebe und Mut gibt. Das möchte ich für mich als Mutter, für…

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2 Kommentare zu „Geschwister – Zeit

  1. Jetzt komme ich mal zum Antworten: Danke für deine ausführlichen Gedanken zu meiner Frage!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Mann tatsächlich der einzige ist dem die neue Aufmerksamkeitsverteilung auffällt! Schließlich kennen die Kinder und dein Freund es nicht anders. Das ist total logisch!
    Hast du denn das Gefühl, dass du dir trotzdem auch Zeit für dich nehmen kannst?

  2. Ja, das schaffe ich. Ich habe sehr dankbare Hobbys was den Aspekt angeht. Ich lese gerne, was ich oft abends im Bett am Tablet mache oder spiele am PC, was auch gut in den Abendstunden untergebracht werden kann. Sicher macht man Abstriche, keine Frage. So exzessiv wie ich diese beiden Dinge früher betrieben habe, kann ich jetzt nicht mehr dabei sein. Wenn ich doch mal wieder 4-5h abends/nachts lese, dann habe ich am nächsten Tag eben etwas tiefere Augenringe 😉

    Was definitiv fast immer zu kurz kommt, ist intensive Paarzeit. Die Kinder sind eigentlich immer da. Oft muss ich mich zwischen Erholung (Zeit alleine) und Paarzeit (etwas bewusst mit meinen Männern machen) entscheiden. Da mich der Fernseher eher nervt, inklusive dem, was da so läuft abends, sitze ich ungern mit ihnen davor, wenn die Kinder im Bett sind. Dieses eher praktische und gemütliche Abendritual fehlt hier also so ziemlich komplett. Ab und an mal einen Film geht aber.

    Wenn ich merke, dass meine Reserven leer gesaugt sind, ziehe ich mich meist bewusst zurück. Da gehe ich mit also dann ‚vor allen anderen‘, was die Erwachsenen im Haushalt angeht. Ich wüsste nicht, wie man das z.B. als Hauptverantwortliche für die Kinder machen sollte, wenn man in der Woche oder vielleicht auch generell alleinerziehend wäre. Ich bin froh, dass ich die Kinder oft in fürsorgliche Hände abgeben kann und wir untereinander das Verständnis für die ‚Erholungszeit‘ der jeweils anderen haben.

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