Veröffentlicht in Ausbildung, Referendariat

Halbzeit der Einführungsphase

Die erste Woche ist ja tatsächlich ziemlich kurz, in der wir uns in unserem Kernseminar zusammengefunden haben und morgen noch einmal finden werden. Bisher bin ich ziemlich zufrieden mit den Mentoren und Seminarleitern, die mir begegnet sind und auch innerhalb der Gruppe baut man allmählich einen Draht zueinander auf. Absolut unverträgliche Charaktere scheinen erst einmal nicht dabei zu sein, ein durchaus positives Fazit, wie ich finde.

Nachdem wir uns gestern mit allgemeinen Fragen zu der Definition von Erziehung und einer ersten Lehrprobe vor unseren Mit-Refis warmspielen durften, ging es heute dann um den Bereich Lernen und die Elternarbeit. Nichts umwerfend Neues, bis auf den letzten Punkt, damit hat man sich in meinem Fall im Studium tatsächlich noch nicht beschäftigt, aber so richtige Augenöffner waren nicht dabei. Was vielleicht auch eher unserer Sicherheit diente, jeder dürfte bemerkt haben, dass er die Basics schon einmal behandelt hat und wohl auch beherrscht.

Dann war am heutigen Nachmittag ein Treffen mit den Fachlehrern vorgesehen. Für Geschichte hat das auch geklappt und der erste Eindruck war sehr positiv. Ein engagierter Herr, der bereits im Ref damals wusste, dass er mal Fachleiter werden wollte. Mit einem wahren Fundus an Wissen und Material, welches uns auch direkt per Listen und Links zur Verfügung gestellt wurde. Da werden wir wohl gut aufgefangen werden. Unsere erste Unterrichtserfahrung wird zum Bereich der französischen Revolution geplant werden.

In Philosophie war unser Fachleiter leider wegen Abiturprüfungen verhindert, weswegen wir vom väterlichen Seminarortsleiter wieder unter die Fittiche genommen und mit notdürftigen Infos zum Start der Intensivtage ausgestattet wurden. Mal sehen, ob er auf unsere Rundmail antworten wird und uns noch etwas thematischer entgegenkommt.

Ich bin trotz dem angenehmen Start ziemlich kaputt abends. Man merkt doch, dass es etwas Unbekanntes ist, was Energie zieht. Wirklich negativ sehe ich das aber nicht, daran wird man sich bald gewöhnt haben. Ein wenig bin ich gespannt, wie es wohl aussehen wird, wenn die wirklich Arbeit beginnt und ich abends dann an meinen Vorbereitungen sitze. Nächste Woche werden wir immerhin schon die ersten Stunden probehalber übernehmen.

Beobachtungen:

  • Ich habe definitiv ein Problem mit der Wort- und Strukturfindung, wenn ich mich zu spontan in die Lehrerrolle begebe. Etwas was mir nur einmal im Studium passierte, dass ich bei einem Vortrag tatsächlich den Faden verlohr und mit einem totalen Blackout vor dem Seminar stand, passierte mir in kleinerer Form gestern auch, als ich mich und eines meiner Fächer kurzfristig vor einer fiktiven Klasse vorstellen sollte. Ich schaffte es mich zu fangen, aber ich denke, ich sollte sehr genau hingucken, was dieses konfuse und vielleicht auch kurzzeitig überforderte auslöst. Bin ich einmal drin läuft es immer flüssig.
  • Es fällt mir noch sehr leicht, den Perspektivwechsel in die Eltern oder Schülerrolle zu vollziehen. Allerdings bin ich wohl mit der Kritik sowohl bei mir, als auch bei anderen schnell bei der Hand. Heute musste ich mir deutlich und nachhaltig auf die Zunge beißen, als ein Mitreferendar in meiner Gruppe, in der wir geschlossen als Klassenlehrerteam vor versammelter Elternschaft auftraten, Ansichten von sich gab, die ich nie so hätte stehen lassen wollen. Kritisieren kann man dann aber auch nicht, da man ja eine Einheit verkörpern soll. Sehr schwierig, ich werde gerade diesen Konflikt wohl noch einmal ansprechen.
  • Bis jetzt empfinde ich alle Vorgänge noch sehr ‚universitär‘. Ich bin gespannt, wann der wirkliche Praxisschock eintreten wird und wie heftig er ausfällt.
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