Veröffentlicht in Alltag, Familie

WmdedgT – Mai 2016

Wie es der Zufall will, hatte ich tatsächlich vor, vom gestrigen Tag mal zu erzählen, als ich heute auf diese Aktion gestoßen bin. Da es hierbei aber Regel scheint, den 5. des Monats zu beschreiben kann ich genauso gut von heute erzählen. Meine Schwiegermutter fragte mich gestern nämlich, als ich etwas erschöpft kürzer angebunden war, wie genau ich denn auf die Idee kommen konnte, dass mein Alltag stressig sein könnte.

„Ach hat die Schule schon angefangen?“

„Nein, wir sind noch im Seminar den ersten Monat. Nächste Woche gehen wir das erste Mal an die Schule.“

„Musst du dann unterrichten?“

„Naja, vielleicht je Fach eine Stunde. Wir sind mit unseren Fachleitern erst noch unterwegs und die anderen Seminarteilnehmer sind auch dabei.“

„Aber was machst du denn da sonst?! Warum nur eine Stunde?“

„Wir beobachten den Unterricht und haben Theorieseminare, wo wir das besprechen und uns mit den Grundlagen beschäftigen.“

„Oh, dann war das ja jetzt noch nicht so viel!“

Joa, so kann man es natürlich auch sehen. Die Tage gehen trotzdem von 7:30 Uhr morgens bis spätnachmittags um 16:30 Uhr. Und auch wenn man nicht gleich Vollzeit unterrichtet in der Zeit, kann das anstrengend sein, aber hey … ich will mal nicht so sein.

Somit also zu heute. Ja, das wird irgendwie gerade recht lang ^.^ Warnung: Textflut inc 😀

6:30 Aufwachen

Das erste Mal mache ich die Augen am heutigen Tag viel später als gewohnt auf. Ich habe ‚kinderfreien Schlaf‘ hinter mir und die Nacht bei meinem Freund verbracht. Ein kurzer Husch ins Bad, vielleicht kann ich ja nochmal einschlafen.

7:15 Aufstehen

Ich gebe auf. Zu viele Gedanken um die diversen Aufgaben heute spuken mir im Kopf rum. Ich packe das Tablet, welches inzwischen zum Dauergast unter meinem Kopfkissen geworden ist und das Handy und stehe auf. Unten erwarten mich zwei quietschvergnügte Kinder, die mit Papa die Wäsche zusammen legen. Die dritte Maschine bereits, wie mir zufrieden mitgeteilt wird. Er ist also schon etwas länger auf.

Ich erfahre direkt, dass die zwei zwar um kurz nach halb fünf beide einmal wach waren, aus ihren Betten in das große gekrochen kamen, dort kurz Kriegsrat hielten, dann aber wieder in ihre Betten zurückkletterten und noch einmal bis kurz vor sechs geschlafen haben. Wenn sie doch nur immer so kooperativ wären 😀 Ich spiele noch etwas mit den Kleinen und spreche mit meinem Mann, den ich gestern nur sehr kurz gesehen habe.

8:30 Frühstücken

Trotz Protest frühstücke ich alleine. Luxus! Zufrieden am Toast knabbern und nebenher im Netz surfen, das klappt meist eher weniger.

9:00 Kinderbespaßung

Trotz eher längerer Schlafenszeit heute morgen, sind die Kinder merklich müde; die Quengelphasen sind nicht zu überhören und sie wollen schon recht viel kuscheln. Wir spielen noch etwas und mein Mann hängt weiter Wäsche auf. Mein Freund verabschiedet sich wieder ins Bett, ihm geht es immer noch nicht so gut und er wird versuchen etwas Kraft zu tanken.

Schwiegereltern rufen durch, wie es uns geht und ob sie vorbeikommen können. Melden sich für ‚gegen 14 Uhr‘ an. Mal sehen, wie pünktlich sie es schaffen.

9:45 Vorgezogener Mittagsschlaf

Dicke Müdigkeitstränen versiegen letztlich nicht mehr, nachdem unsere zwei sich zu sehr getriezt haben. Ich kuschle mich mit der Motte aufs Sofa, während Spatz mit meinem Mann nach oben ins Bett verschwindet. Nach einigen Malen das Kuschelkissen knuffen, drücken, streicheln und wenden ist sie im Land der Träume. Kurze Absprache über WA ob er auch schon am schlafen ist. Check. Mein Mann kommt runter und bringt sie auch nach oben in ihr Bettchen.

10:00 Büro

Die Kinder sind im Bett, ich kann mich an meine Arbeit setzen. Der Schreibtisch ist schon wieder unter Unterlagen, Zetteln und kurzfristig abgelegtem verschwunden. Nach gut einer Stunde habe ich Ordnung geschaffen, Termine abgeglichen, den Terminkalender endlich aktualisiert und bin bereit, mich an die wirkliche Arbeit zu setzen: Die Steuererklärung muss kontrolliert und fertig zum Abschicken gemacht werden.

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12:00 Mittagessen

Mein Mann steckt den Kopf rein, er habe Milchreis gekocht. Ob ich auch etwas haben wollen würde. Klar, da sage ich nicht nein. Zusammen mit den Kindern gibt es also Milchreis mit Apfelmus.

12:25 Büro

Wieder am Schreibtisch. Mein sehr schlecht gelaunter Freund, der nicht schlafen kann, das aber dringend müsste und Schmerzen hat, leistet mir Gesellschaft. Die Kinder toben durch Wohnzimmer und Flur und ich überlege, ob ich wohl Musik auf die Ohren packen sollte, damit ich etwas geschafft bekomme. Gedacht, getan.

12:40 Kinderbespaßung

Kurz nach meinem letzten Gedanken, erscheint wieder der Kopf meines Mannes in der Tür, ich soll eben bei den Kindern bleiben, während er die nächste Ladung Wäsche abhängt. Also schauen wir Bilderbücher an und spielen mit Motorikschleife und Brummkreisel.

13:10 Büro

Nächster Versuch etwas geschafft zu bekommen. Die Steuererklärung wird durchgesehen und ich stelle fest, es fehlen immer noch Unterlagen. Also gleich nach dem Wochenende nachhaken und hoffen, dass ich das verfluchte Ding dann endlich abschicken kann. Wie ich diesen Papierkram mal so gar nicht mag *seufz*

14:30 Schwiegereltern

Kurz vor zwei sind sie schon eingetrudelt, aber ich wurde im Büro weiter werkeln gelassen. Also verlasse ich meine Festung der Einsamkeit und höre mir die neuesten Geschichten von den Schwiegereltern an und entlasse kurze Zeit später Schwiegervater, meinen Mann und die Kinder in draußenfähigem Outfit in die Scheune und den Garten, da der Spatz sich nicht mehr bremsen lässt bei dem Blick aus dem Fenster. Das Wetter ist aber auch zu schön.

Während Schwiegermutter mir von Zahnarztbesuchen, weiteren unschönen Diagnosen ihre und die Gesundheit ihres Mannes betreffend erzählt und sich nochmal nach meinem Arbeitsaufkommen erkundigt (Danke, ich lege gerade eine Pause ein ^.^), fällt mir noch ein, dass ich eigentlich für den Tag angepeilt hatte, endlich die seit gut 4 Wochen herumstehende Farbe auf das verblichene Haupt zu bringen. Etwas was ich heute wohl wieder nicht schaffen werde. Schließlich kommen die Kinder um halb vier wieder hereingestürmt, weil sie ihr Nachmittagsobst haben wollen. Hier wird jegliche industriell gefertigte Süßigkeit jederzeit für Obst stehen gelassen.

16:10 Büro

Ich muss wirklich dringend anfangen, mein Thema für nächste Woche zumindestens anzugucken, aber zuerst liegt noch der ‚Gimmick‘-Stapel da und will bearbeitet werden. Am letzten Einführungstag gestern, gab es viele Zeitschriften, Utensilien und Werbung im Aufenthaltsraum beim Seminarort und ich habe natürlich zugeschlagen. Also fange ich an das blind eingepackte erstmal zu sichten und sehe einen Artikel zum ersten Auftritt vor der Klasse. Die Stichpunkte und Hilfestellungen schreibe ich also gleich mal für nächste Woche raus.

17:10 Schwiegereltern verabschieden sich

Der Hunger treibt und Oma und Opa beenden den schönen Nachmittag im Garten, um nach Hause zu fahren. Die Verabschiedung ist, wegen diverser ausstehender Diagnosen mit teilweise doch zumindest potenziell konsequenzenreichen Ergebnissen etwas herzlicher und besorgter als sonst. Wir hoffen mal, dass sie die kommende Woche gute Nachrichten erhalten werden.

Da es bereits so spät ist, entschwinden die Kleinen nach dem Verabschiedungswinken direkt in der Küche, wo mein Freund die Vorbereitungen fürs Abendessen beginnt. Dabei schauen ihm die Kinder immer zu und mümmeln nebenher schon etwas Obst oder was beim Kochen so abfällt.

Ich sitze wieder im Büro und habe in der Zwischenzeit angefangen, die Unterlagen für die Unterrichtshospitationen nächste Woche vorzubereiten. Zum wirklichen Vorbereiten des thematischen Stundeninhalts bin ich nach wie vor nicht gekommen. Bin aber noch guter Hoffnung, dass ich zumindest den Aufsatz für die Theorie zur Stundenplanung noch lesen werde. Irgendwann später am Abend.

18:00 Abendessen

Gerade ist alles niedergeschrieben für diesen Artikel, da ruft mein Freund (und die Kinder gleich mit im Chor) zum Essen. Grobe Bratwurst, Zucchini und Knödel gibt es und bis auf die Motte, die Fleisch gerade nicht so doll findet, essen alles ihre Teller recht schnell leer. In der Stunde danach wird dann fleißig gespielt, gewickelt (mehrfach, unsere kleinen Etappensch…er) und noch einmal Tob-technisch aufgedreht, bevor sie um zehn nach sieben dann bettfertig sind.

19:30 Büro

Letzter Versuch für den heutigen Tag noch die eigentlich angepeilte Aufgabe anzugehen. Töchterchen schläft auf der Couch, der Spatz (wahrscheinlich mit schnarchendem Papa) oben im Schlafzimmer, mein Freund sitzt ziemlich fertig am Rechner und ich geselle mich dazu. Erstmal einen Kaffee …

Kurz darauf wurde aus dem Kaffee eine große Schüssel Grießbrei mit Kirschen und der schlafend geglaubte Vater steht nochmal im Türrahmen. Während sich die Männer gutmütig um die Reste vom Abendessen streiten, werfe ich endlich einen Blick auf die Theorie.

20:00 Nachtruhe

Als meine Männer sich für die Nacht verabschieden fällt mir auf, dass ich ja heute die Kinder hüte und morgen meiner Mutter zugesagt habe, dass ich mit den Kleinen zu ihr komme, damit mein Freund Ruhe zum Schlafen und Ausruhen hat. Die Aussicht auf die möglicherweise unruhige Nacht, welche wahrscheinlich gegen fünf Uhr beendet sein dürfte und den doch anstrengenden Tag mit den Kindern unterwegs, lässt mich meine Sachen endgültig zur Seite legen. Ein wenig habe ich ja geschafft, wenn auch nicht das was ich wollte.

Also werden die Sachen gepackt, auf dem Tablet eine Geschichte zum Lesen rausgesucht und der Rechner herunter gefahren. Nach einer Runde durchs Bad packe ich mir die Kleine und verschwinde mit ihr im Schlafzimmer, wo der Kurze schon in seinem Bettchen am Schlummern ist.

23:00 Mama im Reich der Träume angekommen

Nach entspannten Stunden des Lesens, während mir die Kleinen je von einer Seite im Chor ein Schlaflied schnorcheln, habe ich es dann auch geschafft und sinke in mein Kissen.

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Ein Kommentar zu „WmdedgT – Mai 2016

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