Veröffentlicht in Ausbildung, Referendariat

Die erste Woche

Wer WmdedgT gestern verfolgt hat, der hat mitbekommen, dass ich nach dieser ersten Woche nun mehr oder weniger im Referendariat angekommen bin. Und es genauso weitergeht, wie das Studium aufgehört hat. Erstaunlich, dass ich überhaupt etwas schaffe, bei den vielen Arbeitsunterbrechungen, die kleine Kinder und Familienleben allgemein so mit sich bringen, aber meist habe ich das Gefühl, doch irgendwie recht produktiv gewesen zu sein.

Nachdem mir gestern der Blick in meine Unterlagen nicht zielführend gelungen war, habe ich es heute geschafft. Wenigstens der Grundlagentext wurde erfolgreich gelesen und teilweise auch schon verinnerlicht. Die Oma hatte uns heute aufgenommen und machte sich am Nachmittag dann alleine mit den zwei Kurzen auf in die Stadt, damit ich lesen konnte. Vormittags hatten wir schon zu Fuß Brötchen geholt, ein unheimlich aufregender Weg für unsere zwei, die die Auge überall hatten und dementsprechend langsam vorangekommen sind im Straßenverkehr.

Tatsächlich hatte ich auch die Zeit ein paar sommerliche Kleidungsstücke zu kaufen, die die Lage, welche ich hier beschrieben hatte, in der kommenden Schulwoche etwas entspannen sollten. Meine Sommerröcke kann ich wohl erstmal tiefer im Schrank vergraben für diese Zwecke. Ein wenig durchscheinend sind die Oberteile zwar schon, aber da gibts dann eben ein Top drunter, das ist der Fluch der weißen Klamotten.

Abgeschlossen hatte ich die Seminartage mit einem netten Gespräch mit zwei meiner Referendarskollegen. Wir waren uns einig, dass es schade gewesen ist, dass wir keinen lockeren Abend oder ein allgemeines Treffen außerhalb der Seminarzeiten hinbekommen hatten, damit man sich noch etwas besser kennen lernt. Vielleicht schaffen wir das vor Juni ja noch; dann beginnt das Seminar regulär neben unserer Zeit in der Schule.

Was ich aus der Woche mitgenommen habe:

  • Es fällt mir unglaublich schwer mich zu ‚zensieren‘. Mehrfach musste ich mich in Gesprächen zurückhalten, damit mir nach nun neu gesetzten Maßstäben nichts zu privates herausrutschte. Ich habe nie wirklich bemerkt, wie offen ich normalerweise mit den Leuten umgehe. Das wird noch ein hartes Stück Arbeit.
  • Andererseits ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen mich aus einer Gruppendiskussion heraus zu nehmen, bei der die anderen Gruppenmitglieder anderer Meinung als ich waren. Bei einer kritischen Feedbackrunde zu einer beobachteten Schulstunde, hatte ich sehr viele Dinge anders bewertet und gewichtet, als meine Gruppenmitglieder. Nach 2-3 erfolglosen Versuchen, auf einen Nenner zu kommen, was in schier endlosen Diskussionen enden wollte, habe ich meine Meinung einfach zurückgestellt.
  • Was dabei auch klar wurde: Ich kann bei weitem nicht mit allen in diesem Kurs arbeiten. Im aktuellen Fall war es die ‚Oberstudienrätin‘, die wie erwartet so ganz anders tickt als ich. Allerdings war ich zufrieden, dass ich dennoch eine Möglichkeit gefunden hatte. Bin recht gespannt, ob ich mit Schülern in dem Moment, wo unsere Meinungen aufeinanderprallen, auch gut umgehen kann. Erwachsene sind ja immer noch eine andere Geschichte.
  • Eine meiner Erwartungen wurde erfüllt: Es gibt wirklich sehr unterschiedliche Fachleiter und man kann jetzt schon absehen, wen es besser oder schlechter getroffen hat. Noch bin ich recht zufrieden, kenne aber meinen zweiten Fachleiter noch nicht. Ein Mit-Refi erzählte von seinem Fachleiter, dass der gleich zu Anfang ankündigte, dass er sein Fachseminar gegen das einer Kollegin an der Schule ‚antreten‘ lassen würde und sie sich bloß Mühe geben müssten, damit sie die Besseren wären. Besagter Mit-Refi ist der einzige in diesem FS der an einer Gesamtschule (mit zweifelhaftem Ruf) gelandet ist und wurde nur mitleidig angeschaut. Das bekämen sie dann auch noch irgendwie hin; er solle nur nicht das Seminar runter drücken. Hat man da noch Worte?!
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