Veröffentlicht in Ausbildung, Referendariat

Der erste Tag … ab heute wirklich Lehrerin?

Und da ist er schon wieder rum – mein erster Tag. Es gab viel aufzunehmen. Sehr viel. Mir schwirrt der Kopf und ich merke, dass ich tatsächlich schon wieder eine Halsentzündung bekommen werde. Wie passend *seufz* Aber erstmal zum Ablauf heute.

Heute Morgen fing der Tag direkt anders als sonst an: Die Kita hatte wegen einer Fortbildung zu und wir mussten die Kleinen anderweitig betreuen. Da die Medikamente meines Freundes gerade hochgeschraubt wurden, konnten wir ihn nicht ruhigen Gewissens mit den Kurzen alleine lassen, da er Schlafphasen ‚erleidet‘ in denen er einfach mal für eine halbe Stunde bis zu mehreren Stunden wegschläft. Also die Großeltern angerufen und für heute einen Mit-Betreuungstag bei uns zu Hause vereinbart. Das hat glücklicherweise reibungslos geklappt.

Ich machte mich gegen acht Uhr auf den Weg zur neuen Schule und stolperte dort auf dem Parkplatz tatsächlich über eine der wichtigsten Personen überhaupt: Die Sekretärin Frau Martin 😉 Sie erkannte mich mit Adleraugen auch sofort als ‚die Neue‘ und nahm mich gleich mal unter ihre Fittiche. Ich wurde dann keine fünf Minuten später an die Ausbildungskoordinatorin Sandra abgegeben, die uns als zweite Person auch direkt über den Weg lief. Das nenne ich mal reibungslos ^.^ Im Lehrerzimmer angekommen, während ich die wichtigsten Infos auf dem Weg schon einmal versucht abzuspeichern (Fächer, Kopierer, Medien- und Stundenplanplanungsmenschen, wichtigste Fachordner, Bilderwand des Kollegiums), traf ich dann auf meine Mit-Referendarin, die ich schon aus dem Kernseminar kannte. Sie war dabei Süßigkeitenteller zu erstellen und verteilen, wo sie dann direkt meinte: „Ach hi! Die sind natürlich von uns beiden.“ An so etwas hatte ich überhaupt nicht gedacht 😮 Fand ich sehr lieb von ihr.

Die nächste Person, die ich zu Gesicht bekam, war der Hausmeister (ja, die haben jetzt andere Berufsbezeichnungen, aber ich habe es mir noch nicht gemerkt …), der uns den Schulschlüssel übergab. In meinem Fall wirklich nur einer, meine Mit-Refi bekam gleich mal acht, da sie für Sport diverse weitere Schlüssel benötigte. Wir wurden grob in die vielen Pinwände eingewiesen und versuchten uns zu merken, wo wir welche Info finden könnten. Die Lehrer-/Klassen-/Fach- und Raumpläne gab es auch in elektronischer Form, die ich mir sofort runterlud.

Dann durften wir dem Direktor unsere Aufwartung machen und bekamen eine wahre Zettelflut in die Hände, welche wir möglichst zügig teilweise bearbeiten und mit den wichtigsten Informationen unsere Person betreffend morgen wieder einreichen dürfen. Selbiger stellte uns dann in der großen Pause noch dem anwesenden Kollegium vor. Einen warmen Händedruck später, befanden wir uns mitten in den anderen Referendaren wieder. Eine sehr nette Geste waren die Schultüten, die uns auf unseren neuen Plätzen erwarteten.

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Beiliegendes Obst wurde von mir gleich mal geplündert, man sieht hier noch den traurigen Rest 😉 Weiter zum Essen kam ich natürlich nicht. Das wird wohl noch eine Kunstfertigkeit für sich werden, dass ich an den Schultagen nicht verhungere. Zwei der anderen Referendare waren für den Vormittag abgeordert worden, um uns eine Führung zu geben und mit den Stundenplänen zu helfen. Ich lernte auch gleich den anderen Philosophie Referendar Philipp kennen, der mich für morgen direkt zu einem seiner UBs einlud. Fand ich sehr nett und habe natürlich dankend angenommen.

Nach dem folgenden Schulrundgang durften wir uns dann an unsere Pläne setzen und soweit möglich, schon die ersten Lehrer fragen, ob wir denn die kommenden Wochen bei ihnen vielleicht hospitieren/unterrichten dürfen. Zwei Zusagen haben ich schon einmal, eine siebte Klasse in Geschichte und den Q1 Philosophie LK darf ich begleiten. Gerade letzteres ist eine Sondersituation an der Schule und wird von mir natürlich gerne genutzt. Bei den Sekretärinnen Frau Mertin und Frau Tulpe bin ich dann auch noch schnell vorbeigehuscht und habe mir die Ausdrucke der Verlage stempeln lassen, damit ich dort den Referendarsbonus auf die Bücher bekomme. Die Damen haben mir alles gleich aus den Händen genommen und boten an, das auch kurz zu faxen. Was ein Service.

Dann war die Mittagszeit so gut wie vorbei und ich musste mich auf den Weg zum Kernseminar machen, welches wir heute ebenfalls hatten. Dort merkte man deutlich, dass die Konzentration bei vielen bereits aufgebraucht war. Auch mein Kopf fühlte sich etwas ‚dumpf‘ an, nach all den Infos und Gesichtern, die ich heute bereits gesehen hatte. Wir erzählten etwas von dem verstrichenen Tag an den Schulen, von ersten Problemen oder einfach von den positiven Eindrücken, die wir sammeln konnten, stellte erste Themenvorschläge für die kommenden Sitzungen auf, besprachen noch grundlegende Literatur, gingen den groben Plan für die Ausbildung erneut durch und wurden wieder nach Hause oder gleich ins erste Fachseminar entlassen. Die werde ich allerdings immer donnerstags Spätnachmittag/Abend haben und durfte letztlich heim.

Nun fühle ich mich sehr erschlagen und hadere mit meinem Schicksal, dass ich tatsächlich schon wieder so eine blöde Entzündung im Hals sich anbahnen fühle. Plan für heute Abend: So gut wie möglich abschalten, während ich die grundlegenden Infos zur Industriellen Revolution und Bentham nochmal durchgehe … brauche ich schließlich gleich morgen in den Hospitationsstunden und es ist eine Weile her, dass ich mich damit beschäftigt habe.

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8 Kommentare zu „Der erste Tag … ab heute wirklich Lehrerin?

  1. Klingt doch super! Du hast eine seht schöne erste Begegnung mit der Schule und Kollegen. Die meisten Refis, die ich kenne, haben nicht alle so tolle Erfahrungen gemacht. Liebe Grüße vom Lehrer und Blog

    1. Es gab auch direkt einige Probleme, aber ich dachte, ich schreibe erstmal über die positiven Seiten. Heute steht ein Krisengespräch mit meinem Philo-Fachleiter an, da die Situation an der Schule etwas … prekär ist (umschreibe ich es mal so). Dazu später wohl mehr.

      Das was gut laufen konnte, lief tatsächlich gut. Ich fand den ersten Tag angenehm.

      1. Mache auch Philo. 😊 Naja, Schule ist nicht immer leicht! Geht jedem wohl ähnlich. Ich glaube, wenn man Stress macht, hat man den auch. Immer schön Räume zum Entspannen schaffen, dann wird alles gut gehen!

  2. Na, das hört sich doch erstmal ganz gut an. Die nette Begrüßung mit den Schultüten finden wir sehr gelungen. Nicht alle Refis werden so nett aufgenommen. Und für den Hals: Salbei lutschen, Salbei gurgeln, an Salbei denken… Gute Besserung und LG aus dem Lehrercafe

    1. Danke für die guten Wünsche 🙂

      Habe mich schniefend und hustend durch den Tag geschleppt. Und versucht niemandem die Hand zu geben. Hat einigermaßen geklappt. Salbei haben wir nicht, weil … ich find den Geschmack furchtbar. Gucke gleich mal, ob wir noch Tee dahaben. *seufz*

      Die Aufnahme an der Schule ist wirklich gut, da gibt es nichts zu meckern. Ich werde gleich dazu noch etwas berichten.

  3. Süßigkeitenteller? Für wen??? sorry, das ist als erste hängen geblieben 🙂
    Die Schultüten sind nett, aber habt ihr eigene Arbeitsplätze an der Schule? Und dass die Mitrefis auch nett sind, ist super! 🙂 Nur die Halsentzündung nicht 😦 Gute Besserung, ich kann auch nur Salbei empfehlen.

    1. Auch Danke für die Genesungswünsche. Ich arbeite dran 😉

      Die anderen Lehrer 😉 Im Lehrerzimmer steht eigentlich immer etwas Süßes. Heute wurde mir beim Durchlesen einiger Unterlagen gleich mal eine Schale mit Muffins unter die Nase gehalten. Eine andere Referendarin hatte sich von ihrer Korrekturphase am Wochenende mit backen abgelenkt. ^.^

      Jeder Lehrer hat einen Platz. Der ist mehr oder weniger groß. Im Fall an der Schule: Ein Tischviertel. An einem etwas längeren und breiteren Tisch als Standardgröße sitzt man mit den anderen in trauter Gemeinsamkeit. Arbeitsplatz würde ich das weniger nennen, obwohl es dafür herhalten muss. Das könnte mehr sein.

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