Veröffentlicht in Arbeitsverhalten, Planung

Prioritäten setzen…

Heute fiel mir sehr unangenehm auf, dass ich beim Prioritäten setzen noch sehr weit von dem erstrebten Ziel entfernt bin. Ich möchte mehr als ich schaffen kann und bin mir gleichzeitig dessen sogar bewusst, weiß aber noch nicht genau, wie ich das ändern kann.

Das liegt zum einen vor allem daran, dass ich meinen Perfektionismus nicht ausschalten kann. Auch wenn ich mir immer wieder gesagt habe, dass das eigentlich gar nicht so ausgeprägt bei mir ist … leider ist es das doch. Ich saß wie im vorgestrigen Beitrag erwähnt, ja nur eine überschaubare Anzahl von Stunden an der Unterrichtsreihe am Wochenende, aber trotzdem wollte ich alles auf einmal. Alles was ich anfing, musste im Detail stimmen, und natürlich musste auch das letzte Detail einer Stunde ausgearbeitet sein, bevor ich zur nächsten übergehe.

Das mag für Lernziele und Ablauf im allgemeinen sogar stimmen, aber all das, was ’nur‘ rundherum gehört, das sollte ich wohl besser erstmal brach liegen lassen und mich später drum kümmern, wenn das Grundgerüst steht. Denn das ist es ja, was ich letztlich minimal brauche. Statt also nur den Ablauf auszuklügeln und die wichtigsten Inhalte dabei festzulegen, schrieb ich den didaktischen Kommentar, erstellte Zusatzmaterialien und fing an, mich in Formatierungen zu verbeißen. Das Ergebnis jetzt ist hübsch, keine Frage, aber ich wäre effektiver gewesen, wenn ich erstmal gearbeitet und es dann aufgehübscht hätte. (Positiv: Fürs nächste Mal steht das Layout 😉 )

Wo ich in dem Zusammenhang auch dran arbeiten muss, ist meine Zufriedenheit mit einem nicht 100% optimalen Ergebnis. Es ist eine Sache zu wissen, dass man vernünftigerweise nun aufhören sollte, weil es einfach nicht genauer geht, aber es ist eine ganz andere, das dann auch zu akzeptiere und mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Es hinterlässt einen sehr schalen Geschmack in meinem Mund, wenn ich mir meine vorwerfen zu können, dass ich mich mit einer Sache nicht angemessen beschäftigt habe. Da ich das aber auf meinem jetzigen Ausbildungsstand einfach noch nicht leisten kann, muss ich mich damit schlicht arrangieren. Ich bin gespannt, ob ich später einfach besser werde und dem eigenen Standard wieder genügen werde, oder ob es einem letztlich egal wird.

Die nächste Priorität, die ich zwar setzen, aber hinter der ich noch nicht stehen kann, sind die Kinder. Ich hatte den gesamten Sonntag Nachmittag, den ich mit ihnen verbracht habe, das Bedürfnis an den Schreibtisch zu gehen und zu arbeiten. Das fand ich einerseits verständlich, andererseits habe ich mich furchtbar über mich geärgert, weil ich ja auch Zeit für sie haben wollte. Ich möchte zukünftig an einen Punkt kommen, wo mir die Arbeit nicht im Nacken sitzt, auch wenn noch etwas zu tun ist, wenn ich mir Zeit für etwas anderes nehme. Denn zu tun, da bin ich mir sicher, werde ich immer etwas haben.

Und ich arbeite direkt darauf hin, meine Arbeitsumgebung am Schreibtisch so produktiv wie möglich zu gestalten. Die ersten Hilfestellungen dafür habe ich schon erstellt. So zieren meine Wand zwei Kurzanleitungen, die ich mir aus den ganzen Infos und Materialien, die wir die letzten Wochen bekommen haben, jetzt schon anfertigen und ausarbeiten konnte.

Einmal Wie plane ich eine Unterrichtsstunde und dann Operatoren für Geschichte. Das hilft sowohl beim Planen, wie auch beim Formulieren von Lernzielen enorm weiter. Natürlich möchte ich später das meiste davon im Kopf haben, aber mal kurz daraufzugucken wird man bei dieser Info-Fülle, die man da verarbeiten muss, wohl noch sehr lange tun müssen.

Ich hoffe, dass ich bald in den neuen Arbeitsalltag hinein finden und mich da nicht zu sehr verzetteln werde. Die Planung und das Material fürs EPG am Donnerstag steht, ich mache mich dann mal an den Rest der Reihe. Die letzte Stunde wird dann auch gleich der 1. UB sein. Spannend, spannend … 😮

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4 Kommentare zu „Prioritäten setzen…

  1. Das geht mir genauso, so gar mit den Kindern und dem „in den Hintern beißen“. ich versuche dann bewusst abzuschalten. Ist aber schwer, finde ich, gerade im Referendariat, wo man ja auch bewertet wird, man will ja auch alles gut machen. Aber es hilft, sich darüber Gedanken zu machen.

    1. Bei mir ist es der eigene Anspruch. Um die Note(n) mache ich mir noch keinen Kopf. Bewusst abschalten kann ich dabei tatsächlich noch gar nicht. Ich übe mich aber fleißig weiter darin.

  2. Das kenne ich alles so gut, was du beschreibst. Aber glaub mir, seinen Perfektionismus abzuschalten klappt nicht. Wer es drin hat, behält es bei. Mit den Jahren wird man müder und macht automatisch weniger und kann auch mal ein Thema weglassen. Aber die Arbeitsweise an sich ändert sich nicht. Und ganz ehrlich, das ist auch gut so. Meine Kinder sagen dann immer gut, dass es solche Lehrer noch gibt bei den vielen Flachzangen… Okay, ich würde es etwas galanter ausdrücken aber im Grunde haben sie recht. Zum Abschalten habe ich bewusst die Wohnung, das Haus verlassen mit Kind und Kegel. Das Arbeitsfeld muss außer Reichweite sein. Ansonsten hat es bei mir nicht geklappt. LG Ela

    1. Ich weiß gar nicht, ob der Perfektionismus an sich meinen Unterricht letztlich tatsächlich besser macht, oder ob es mir die Vorbereitung einfach nur erschwert. Ich denke schon, dass es einige gibt, die einfach auch mit punktueller und abgespeckter Vorbereitung wirklich guten Unterricht hinbekommen. Perfektionistisch heißt da ja erstmal nur, dass ich es genauso haben will, wie ICH es als ‚perfekt‘ ansehe. Ob es dann auch objektiv gut ist … da erlaube ich mir erstmal noch kein Urteil.

      Ich finde es auch angenehm, wenn man rauskommt. Zu Hause sitzt man dann eh nur wieder am Schreibtisch, wobei ich tatsächlich auch dort Ablenkung finde, da ich sehr gerne PC Spiele spiele. Aber das ist wieder Zeit, die ich eigentlich mit den Kindern verbringen könnte, weswegen das nur nachts ginge. Zeit dafür habe ich aber eh schon seit gut zwei Jahren nicht mehr 😀

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