Veröffentlicht in Alltag

WmdedgT? Juli 2016

Genau wie viele andere beantworte ich auch an diesem 5. des Monats wieder die Frage von Frau Brüllen: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Heute wird es endlich mal ein Arbeitstag sein, wenn auch ein eher kurzer, den ich hier beschreiben kann. Die letzten Male war ich ja eher zu Hause.

02:20 Uhr Die Kissenattacke

Ich schlummere friedlich in den frisch bezogenen Betten, eine leichte Nachtbrise streicht durch das offene Dachfenster über mir herein, da spüre ich unterbewusst die patschend tastende Hand meiner Tochter am Arm. Kaum habe ich registriert, was mich da geweckt hat, *Buff* landet auch schon mit Nachdruck ein dickes Kissen auf meinem Kopf. Töchter beschließt diese Nacht, dass sie nicht mehr alleine schlafen will und klettert aus ihren Kinderbett in meines herüber.

Das Problem an dieser Geschichte ist nur, dass sie zwar rüber kommt und kuscheln will, dass wir zwei aber nicht in einem Bett schlafen können. Nach spätestens 10 Minuten fängt Madame nämlich an, sich zu drehen, mit den Füßen zu wippen oder treten, das Kissen hin und her zu schieben, sich zu rollen … kurz: Sie macht sich so breit wie möglich. Das ist oft der Punkt, an dem ich genervt aufgebe und mein kleines Kissen, Tablett und die Decke schnappe und ins Gästezimmer auswandere.

~02:50 Uhr Schlaf …

Die nächtliche Unruhe hielt nicht lange, ich bin schnell wieder weg.

08:35 Uhr Aufstehen

Etwas erschlagen werde ich wach und weiß nicht genau, wie spät es ist. Nach einem verwirrten Blick auf die Uhr stelle ich schnell die Ursache für meinen ‚dummen‘ Zustand fest: Ich habe ausgeschlafen 😮 Mein Freund wird die Kinder alleine versorgt und weggebracht haben und hat mir so einen sehr entspannten Morgen geschenkt.

09:00 Uhr Büro

E-Mails, Überprüfung von Bestellungsstati, Surfen und auf dem neuesten Stand sein … die erste halbe Stunde fliegt. Nebenher läuft ein Komplett-Installations-Pack von den Sims im Hintergrund, ich will mal wieder spielen. Die Zeit scheint mir die Woche ganz gut genutzt, ich habe keine wichtigen Termine mehr und direkt in die Arbeit fürs nächste Halbjahr kann ich mich früh genug noch stürzen.

09:17 Uhr Keine Spielzeit 😦

Das Pack mag nicht wie ich, ich mache also doch etwas Produktiveres und verschiebe das Spielen auf ein anderes Mal. Erstmal Kaffee …

09:30 Uhr Anruf von meinem Mann

Dann passiert das, was ich die letzten Wochen sonst nur abends zu hören bekomme: Mein Mann nutzt seine kurze Frühstückspause, um mich auf den neuesten Stand zu bringen, was sein neues Elektroauto angeht. Ein Thema, was weder mein Freund noch ich mehr hören mögen. Es ist klar, er freut sich total auf das neue ‚Spielzeug‘ und es ist ja auch super, dass er seine alte Rostschüssel endlich zur Ruhe setzen kann, aber so langsam kann ich alle Fakten über den Twizy auswendig runterbeten. Mein Freund auch, er muss aus männlicher Solidarität immer etwas länger und mehr zuhören, als ich 😀

Ergebnis der Frühstückspausenbesprechung: Das Auto muss komplett neu bestellt werden, so wie vorher abgesprochen lassen sich leider keine Türen in das vorhandene Modell beim Händler einbauen. Er wird abends also noch da vorbei fahren und sich einen Neuen zusammenbasteln. Negativ daran ist, dass die Lieferung nun bis zu drei Monaten dauern kann … ich hoffe inständig, dass es nicht so spät wird. Ich sehe wieder lange Abende auf uns zukommen.Kleidung

 10:30 Uhr Aufbruch

Ich habe im Geiste nochmal die Stunden nachvollzogen, die ich heute halten werde und ansonsten ziemlich viel prokrastiniert. Etwas mehr Gedanken wurden dem Outfit gewidmet. Ich war schließlich ‚lehrerinnenkonform‘ Einkaufen am Freitag nach dem ich auf meine nicht-adäquate Kleidung in der Schule angesprochen worden war.

Wie man sieht: Alles wichtige ist bedeckt! Sogar wenn mir später warm wird, halte ich die Schulterlinie ein 😉

11:10 Uhr Große Pause

Ich komme kurz vor der großen Pause in der Schule an und husche schnell ins Lehrerzimmer, bevor die Schülermassen wieder die Gänge bevölkern. Kaum hat man auch nur die Schritte in Richtung Lehrerzimmer gelenkt, kommen einem schon die ersten Kollegen mit Anliegen entgegen. „Hast du gleich mal eine Minute?“ – „Ich habe dir was ins Fach gelegt, hast du schon gesehen?“ – „Auf deinem Platz liegt noch …“ – „Du, wir müssen gleich einmal ins Sekretariat, da ist noch was wegen dem Ausflug.“ – „Wegen dem Ausflug, X und Y wollen noch was besprechen.“ …

Joa, schön ist das. Ich arbeite mich möglichst koordiniert durch die Anfragen, stehe selber unauffällig aufdringlich neben sich unterhaltenden Kollegen, von denen ich noch etwas will und schaffe es in den kurzen 15 Minuten dann, alles so zu ordnen, regeln, veranlassen und abzulegen, was mir da so vor die Finger kommt. Und meine eigenen Kopien natürlich auch noch, für den Unterricht. Ich will mir gerade die Tasche schnappen und zum neuner Kurs Philosophie aufbrechen, da steht auf einmal ein Kollege, dessen Namen ich noch nicht erfahren habe neben mir, spricht meinen Nachnamen falsch aus und teilt mir mit, dass aus seinem Kurs heute welche bei mir sitzen würden. Religionsschüler. Joa, ok. Nochmal ein paar Kopien gezogen und los.

11:35 Uhr Doppelstunde Philosophie, Klasse(n) 9

Herr Drüppert ist schon da und lässt sich darüber aus, dass man doch nicht einfach Schüler umplanen kann und dass das ja so typisch wäre … etc. Ich nickte ihm zu und lege meine Sachen wie selbstverständlich aufs Pult. Er sieht den Wink und packt deutlich erleichtert alles zusammen, um sich in die letzte Reihe zu setzen.

Die Erleichterung kann ich zwei Minuten später nachvollziehen. Die Klasse ist schon im Ferienmodus. Es war das erste Mal, dass ich um die Aufmerksamkeit der Schüler kämpfen musste. Sie waren nicht laut, lenkten sich mit nichts ab, nein, sie waren einfach nur gedanklich abwesend. Zu meiner Freude kann ich sagen: „Ich habe es geschafft!“ Nach zähen ersten fünf Minuten, wo auf meine Eingangsfragen (reine Wiederholung aus der letzten Stunde) teilweise gar keine Antworten kamen, hatte ich die Schüler dann aber doch aktiviert bekommen und es wurde eine produktive Doppelstunde, in der wir die philosophische Grundlage des Grundgesetzes klären konnte. Die letzten zehn Minuten durften sie dann auch spielen.

13:15 Uhr Lehrerzimmer

Zurück im Lehrerzimmer überprüfte ich, ob mein Mit-Refi sich um die Kopien für den Brief an die Eltern der Fünfer gekümmert hatte und diesen an alle Klassenleiter verteilen konnte. Dann noch ein paar kleinere Absprachen und die Kollegen flogen alle zu den Zeugniskonferenzen aus. Da ich damit dieses Halbjahr noch nichts zu tun habe, endete hier schon mein Schultag. Ich konnte nach Hause. Kurz im Sekretariat abgemeldet, da ich morgen und übermorgen vom Studienseminar unterwegs sein werde und nicht in der Schule auftauche und ab nach Hause.

13:45 Uhr Küche

Ich koche! Also, was ich so unter kochen verstehe 😉 Wer mag, findet hier unter Punkt 3 den genauen Umfang meiner hausfraulichen Aktivitäten.

14:15 Uhr Büro

Alles ist verstaut. Ich sehe nicht ein, dass ich jetzt weiterarbeite, morgen ist auch noch ein Tag und entdecke, dass mein Freund für mich die Installation von heute morgen beendet hat. Also ist nun spielen angesagt, bis die Kinder dann später zum Sport gebracht werden müssen.

15:15 Uhr Aufbruch zum Sport

Ich suche alles für die Kleinen zusammen. Sporthosen und Shirts, außerdem werden die Ersatzklamotten in der Kita wahrscheinlich wieder komplett aufgebraucht worden sein. Also einmal den Kleiderschrank plündern. Unsere Kinder kommen entweder nass oder von oben bis unten eingesaut nach Haute. Gestern war es das halbe Eis, welches sich auf Hose und Body verteilt hatte. Und natürlich die Haare. Heute entdeckte ich viele angetrockene, klebrige Hautstellen, sowohl an Händen als auch an Füßen und im Gesicht. Ich tippe auf Apfelmus. Aber wer weiß das schon.

So dreckig wie sie waren, gabs nur fix die Sporthosen an, beim Turnen schwitzen die sowieso so stark, dass ein neuer Body sich nicht lohnte. Es waren eh schon nicht mehr die gleichen Klamotten, wie am Morgen.

17:20 Uhr Zu Hause

Die Kinder und ich kommen erschöpft wieder zu Hause an. Alle in etwa gleich durchgeschwitzt, die Kleinen vom Toben, ich vom Hinterherlaufen. Warum beschwere ich mich eigentlich, dass ich nicht zum Sport machen komme? …

Naja, wir haben es auch fast geschafft den Süßigkeitenmassen in der Umkleide zu entkommen. Es wird sich mir nie erschließen, warum die nach dem Sport da immer Gummizeugs, Kekse, Schokolade und Lollis auftischen müssen. Meist schaffe ich es mit einem Teil pro Kind raus. Heute waren es kleine Gummibären Tütchen. Gut, dass die Kinder noch nicht zählen können ^.^ Ein Tütchen wurde geteilt, das reicht für meinen Geschmack.

17:45 Uhr Küche/Büro

Ich ziehe mich ins Büro zurück, die Kinder sitzen bei Daddy in der Küche und kochen oder räumen die Spülmaschine aus. Ich kann es also wagen ein wenig zu surfen, bevor das Abendprogramm beginnt.

 18:20 Uhr Duschen

Abendessen ist mit großem Appetit von allen verspeist worden – nur das Töchterchen konnte sich nicht mit dem Kartoffelbrei anfreunden, hat dafür die Doppelte Menge Rotkohl gegessen – und wir beschließen, dass die Kinder dringend gesäubert werden müssen. Mein Mann springt schnell unter der Dusche her und dann darf ich jeweils mit den Kleinen duschen.

Dem Spatz ist das alles immer noch nicht recht geheuer, aber er schlägt sich bereits viel tapferer als zu Beginn des Dusch-Experiments vor gut 6 Monaten. Die Motte jedoch liebt Duschen. Sie hängt dann wie ein Klammeraffe an mir und lässt sich das warme Wasser auf den Rücken prasseln. Nur wenn dann später zum Haarewaschen das Wasser über den Kopf ins Gesicht läuft, dann fängt sie an zu meckern.

19:00 Uhr Kuscheln auf dem Sofa

Wir lassen den Tag ausklingen und treffen uns alle auf dem Sofa. Die Kleinen sind schon sehr müde, es dauert also nicht sehr lange, bis sie zwischen uns gekuschelt anfangen wegzudösen. Mein Mann übernimmt die Ins-Bett-Bring-Aufgabe wie jeden Abend und geht hoch, mit ihnen Einschlaf-Kuscheln. 19:50 Uhr: Mein Freund und ich setzen uns nochmal ins Büro.

21:45 Uhr Ab ins Bett

Ich habe den restlichen Abend erfolgreich beim PC-Spielen abgeschaltet. Schön sinnlos nichts zu tun, fehlt einem manchmal doch ein wenig. Ich hoffe auf eine ruhige Nacht, die ich ohne zusätzliche, kissenschleudernde Gesellschaft alleine auf meiner Bettseite verbringen werde. Morgen geht es dann zum Reihenplanungstag mit dem Geschichtsseminar.

Gute Nacht 🙂

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5 Kommentare zu „WmdedgT? Juli 2016

    1. Sie können nicht ohne ihre Kuschelkissen (30x30cm, eins braun, eins grau) und wenn sie nachts umziehen, kommt immer zuerst das Kissen geflogen 😀

  1. Wow, Schultern und Knie bedeckt. Das Shopping war erfolgreich, wie man sieht. 😂😂😂
    Ehrlich gesagt, sind wir immer noch micht über die Schulterattacke weg. Wahnsinns Tag – am besten finden wir 19:00 Uhr Kuscheln auf dem Sofa. Wichtige Stunden😊 LG aus dem Lehrercafe ☕

    1. Bin auch stolz auf mich 😀 Die Sittenwächterin kam heute hochgeschlossen mit Tuch um den Hals. Ich habe beim Hingucken schon geschwitzt. Vielleicht kommt neben ihrem Anstandsempfinden noch ein generell anders gelagertes Wärmeempfinden dazu … wer weiß.

      Das Kuscheln abends ist tatsächlich oft recht kurz, da die Kinder spätestens um acht müde sind. Aber wir versuchen ab dem Abendessen die Stunden zusammen zu verbringen.

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