Veröffentlicht in BdU, Flüchtlinge, Organisatorisches, Referendariat

Einer dieser Tage …

Ganz ehrlich, heute war furchtbarer Tag. Gar nicht mal wegen der Schule, aber alles rundherum hat mir ordentlich die Laune verhagelt. Deswegen einmal vorweg: Krankenkassen sind der absolute Krampf. Meine ‚ehemalige‘ teilte mir heute mit, dass ich gar nicht ehemalig versichert wäre, sondern noch bis Februar 2017 an sie gebunden bin. Aha … das konnte man mir nicht sagen, als ich mich zu Beginn des Refs schriftlich um die Kündigung bemühte? Eine Bestätigung der neuen Kasse schickte? Und meine Odyssee begann.

Man hätte mir ein Schreiben geschickt. – Ja, in der Tat, eine Kündigungsbestätigung. – Zum Februar 2017. – Nein, zum 1.7.2016 – Also … nein. Das sehe ich ja falsch, ich wäre bis 2017 gebunden. Das hätte da … ja, so direkt hätte das da nicht gestanden. – Soso, nicht so direkt?! Wenn man sieht, dass ich im Rahmen der gesetzlich festgelegten zwei Monate kündigen will, kommt man nicht auf die Idee mit mir Rücksprache zu halten? – Naja, privat könnte sich ja jeder zusätzlich versichern, da würde man nicht nachfragen. *einatmen – ausatmen*

Gut, wie dem auch sei, die Kündigung wäre rechtzeitig eingegangen, ich würde dann darauf bestehen wollen. – Das geht nicht, man ist an die 18 Monate gebunden. Vorher kann ich nicht raus. – Wir klären also Familienversicherung, Pflichtversicherung und aufgrund der Volksschullehrerin auch Selbstständigkeit und ‚freiwillige‘ Versicherung und sie sagt mir mit Bedauern, dass ich nichts machen könnte.

Das wollen wir doch mal sehen. Ich mich also relativ aufgebracht an meine Versicherungsmaklerin gewandt. Die ebenfalls sehr empört, versucht mir in den folgenden 3h mit Tipps und unermüdlicher Gesprächsanalysen beizustehen. Ich telefoniere 6 Mal mit den Damen und letztlich spricht sogar die Maklerin mit der letzten verbliebenen; die andere hat mittendrin Feierabend gemacht. Inzwischen waren die Fronten verhärtet und meine Maklerin sah nur noch die Möglichkeit zur schriftlichen Kommunikation. Nach ihrer Einschätzung und der von drei weiteren gesetzlichen Versicherungen ist mein Anliegen rechtens und die Weigerung der alten KK nicht nachzuvollziehen.

Mal sehen was daraus folgen wird, zwei Krankenversicherungen kann ich mir definitiv nicht leisten.

Davon ab: Der Unterricht lief heute ok. Nicht wirklich super, aber ok. Für die EF habe ich wieder zuviel geplant und gewollt. Aber grundlegend habe ich alles behandeln können, was ich vorgehabt hatte. Ich muss die Komplexität der Aufgaben besser einschätzen und die Zeit, die die Schüler brauchen um diese zu lösen.

Allgemein war ich aber zufrieden, wie sie sich in die These-Argumentation-Beweis Thematik eingefunden haben. Sie erinnerten sich dunkel, dass sie sowas schon mal gemacht haben, aber für die meisten war es sehr schwer gerade These und Argument auseinander zu halten. Die Präsentationen der Gruppenergebnisse funktionierten gut und es gab auch ordentliche Rückmeldung von den Schülern untereinander zu den Ergebnisse, ein Aspekt den ich hoffe noch ausbauen zu können. Idealer Weise werden sie später untereinander den größten Teil vom Unterricht gestalten. Soweit die Theorie 😉

In dem 9er Kurs habe ich die Flüchtlingskinder wie geplant ausgelagert und zum Sekretariat begleiten lassen. Bei den Reaktionen der verbliebenen Schüler auf die Szenen genau die richtige Entscheidung. Auch in diesem Kurs wurde ich angenehm überrascht, was die Leistungen einiger anging. Ein Mädchen fasste anfangs so gut wie den kompletten Stundeninhalt der vorangegangenen Stunde quasi mühelos zusammen, so dass ich sie bremsen musste, als sie anfing sich der drei Minuten-am-Stück-Redegrenze zu nähern.

Das Gegenteil dieser engagierten Schülerin war dann aber ein eher lautes und abgelenktes Pärchen zentral in der Klassenraummitte sitzend, welches die umsitzenden Klassenkameraden stark ablenkte. Ein strategischer Platzwechsel beim Filmschauen half hier vorläufig, um sie zur Ruhe zu bringen. So direkt neben mir tratschen wollten sie dann doch nicht.

Der Kurs selbst war heute erst unkonzentriert, riss sich aber nach der ersten Filmpause zum Mitschreiben zusammen, da sie merkten, dass sie nicht gut genug aufgepasst hatten, um die Partnerbriefingphase konstruktiv gestalten zu können. In meinen Augen erneut ein Zeichen dafür, wie diszipliniert und engagiert die Schüler grundlegend sind, dass so ein kurzes Stocken im Ablauf ihnen schon so deutlich zeigt, dass sie sich doch vielleicht anders verhalten sollten, um den an sie gestellten Erwartungen gerecht zu werden.

Durch den ganzen Stress am Nachmittag habe ich heute nichts für die Schule geschafft, was zum Glück morgen auf einen Tag fällt, wo ich wieder nur eine Hospitationsstunde habe und nicht selber unterrichten muss. Allgemein ist mein Gefühl nach dem Tag aber eher negativ. Das liegt einmal an meiner (empfundenen?) Unzulänglichkeit im fachlichen Bereich, da ich tatsächlich ein paar Leerstellen im Kopf hatte, als ich versuchte mich an Herrschernamen für die Zeit des 1. Weltkriegs zu erinnern und dann auch wegen eines unbedachten Kommentars bezüglich der Türken und Deutschland.

Ich weiß schon gar nicht mehr in welchem Zusammenhang (ich glaube deutsch-türkische Beziehungen), aber es kam so etwas wie ‚deswegen sind so viele von denen hier‘ über meine Lippen, wo ich noch beim Sprechen dachte: Was erzählst du da gerade?! Ich stand aber irgendwie auf dem Schlauch und kann jetzt im Nachhinein nicht mal sagen, was genau mich eigentlich so stört oder worauf bezogen man da hätte etwas falsch verstehen können. Vielleicht habe ich mich selber falsch verstanden? ‚Von denen‘ ist aber für mich persönlich der Stein des Anstoßes, da es so degradierend wirkt als Ausdruck. Ich meinte irgendetwas anderes, weiß aber auch nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte. Und so blieb das im Raum stehen.

*Seufz* Ich gehe mal schlafen.

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5 Kommentare zu „Einer dieser Tage …

  1. Krankenkassen. *seufz* Ein leidiges und scheinbar endloses Thema. Also bis man stirbt. Weil die keine Toten versichern … Glaube ich.
    Was den „Versprecher“ angeht: Kopf hoch, Krönchen richten, durchatmen. Ich wette, die meisten SuS haben es nicht mitbekommen. Und wenn doch: Passiert halt mal. Vor Publikum zu sprechen ist Übungssache, und die SuS sind Publikum. Das kriegst du noch in den Griff.
    Und zuletzt: Herrscher während des WW1? Öhm … Wilhelm II, Nikolaus II., Woodrow Wilson, … Aber dann wird es bei mir auch seeehr seeeehr dünn. *gg*

    1. Mir fehlte passenderweise der türkische Herrscher 😉 Atatürk fiel mir noch ein, aber wie dieser Vater der Türken hieß … *hüstel* Naja, Pascha fiel mir noch ein, der Vorname Enver war verloren. Gleiches Problem mit Lenin. Der Name ist einfach zu eingängig, dass der Herr eigentlich Wladimir Iljitsch Uljanow heißt, entfällt mir regelmäßig. Vielleicht bleibt es jetzt mal hängen.

      Die Erwartung der Stressfreiheit meines Todes … naaa, so lange wollte ich nicht warten ^.^ Ich schaue mal, wie sie auf das eher gepfefferte Schreiben heute reagieren.

      1. Mehmed? … *grübel* Aber du bist ja auch am Ende des Krieges … Kann es sein, dass der Franzose Poincaré war? Fiel mir vorhin in der U-Bahn ein … Da hast du was angerichtet!

      2. Morgen halte ich die Stunde, dann lade ich das Material hoch. Bin aber sehr beeindruckt, wenn das Wissen ohne Google seinen Weg noch zu dir gefunden hat 😉

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