Veröffentlicht in Arbeitsverhalten, Ausbildung, Referendariat

Seminartag: Vielfalt und Feedback

Heute durften wir acht Stunden im Seminar verbringen und uns über moralische Urteilsfähigkeiten der Schüler sowie der Verbesserung unserer Unterrichtsstunden Gedanken machen. Tatsächlich ein Praxistag, der mir etwas gebracht hat. Der letzte zur Unterrichtsstörung war bei meinen Schülern so ein wenig vergebene Liebesmüh, da ich einfach keine Störenfriede in den Kursen habe.

Wir haben uns heute die Theorien von Hattie und Kohlberg angeschaut. Beide sind mir im Studium schon über den Weg gelaufen, so selten wie das auch passieren mag, dass ich nun mal Theorien, die als essenziell für meinen Beruf gelten tatsächlich schon bearbeitet hatte 😉 Auch wenn sich die Motivation dezent in Grenzen hielt, so nahm ich doch einiges von diesem Tag mit.

  • Moralische Urteilsfähigkeit der Schüler: Hier lernte ich nicht viel Neues, fand es aber spaßig philosophischen Unterrichtsalltag im Kernseminar zu besprechen und dem Leiter dabei zu lauschen, wie er allen die Theorien als DIE ERKENNTNISSE SCHLECHTHIN verkaufte, während sie für die anderen Philosophiereferendare und mich Standardhandwerkszeug im Unterricht sind 😀 Es war aber durchaus zuträglich sich nochmal mit Kohlberg zu beschäftigen, da es schon eine Zeit her war, seit ich seine Stufentheorie behandelt hatte.
  • Feedback: Besonders die Möglichkeiten über Feedback sich selbst im Unterrichtsgeschehen zu kontrollieren hat mir heute viel gebracht. Ich habe gleich ein paar Ideen mitgenommen, wie ich nach thematischen Einheiten eine Rückmeldung von den Schülern einholen kann, um Positives wie Negatives zu sammeln und dadurch meinen Unterricht zu verbessern und an die angestrebte Schülerperspektive anzupassen.

Allgemein war der Tag somit positiv, wenn auch mal wieder der Eindruck entstand und bestärkt wurde, dass wir als Gruppe nicht so recht harmonieren wollen. Es bilden sich starke Grüppchen, die auch bei den Gruppenarbeiten und Präsentationen heute echte Kluften aufzeigten. So ließ eine andere Gruppe ihren ‚ausgewählten‘ Referenten total im Regen stehen, als er offensichtlich unvorbereitet für das Thema die Gruppenergebnisse vorstellen musste. Wären das meine Schüler gewesen hätte ich ihnen was über Teamwork erzählt. So konnte ich nur den Kopf schütteln ob dem unfreundlichen und durchaus als gemein zu wertendem Verhalten.

Was die Schule angeht bin ich sehr gespannt, was für Ergebnisse ich Montag einfahren kann und wie die Schüler mit den gestellten Aufgaben heute zurecht gekommen sind. Ich musste sie ja für die Vertretungsstunden in meiner Abwesenheit heute mit Material ausstatten. Man darf gespannt sein ^.^

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3 Kommentare zu „Seminartag: Vielfalt und Feedback

  1. Ach, Kohlberg. In Pädagogik wurde ich immer dafür gehasst, dass ich seine normative Grundlage angegriffen habe, in Philosophie, dass ich ihn als pragmatisches Diagnosemittel und hilfreiches Planungs-Tool verkauft habe. Kohlberg ist super. 🙂

    1. Bin da ganz bei dir 😉 Ich war generell überrascht, dass die Pädagogen nicht mit eingefallen sind, als ich die angeführten Dilemmata ‚entmystifiziert‘ habe, als dann Urteile gefallen sind wie „Man muss eben klar machen, dass Stehlen IMMER schlecht ist!“ Äh ja … nein 😀 Aber hey, immerhin haben ein paar vom Kernseminar so ganz praktisch ihre Frage vom Anfang beantwortet bekommen: Was macht man eigentlich in Philosophie?

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