Veröffentlicht in Alltag, Familie, Schule

… und die Tage, die schon falsch anfangen …

Heute hätte ich mich umdrehen sollen und gar nicht erst aufstehen. Wäre besser gewesen und hätte tatsächlich nix zum Positiven verändert.

Die Nacht war ok, aber nicht gut. Der Spatz hat immer noch Husten und einen richtig Anfall nachts, wo er erst nach kurzem Weinen wieder in den Schlaf fand. Aber gut, besser als die Fiebernacht am Freitag. Also war der Morgen bis zu dem Punkt, wo ich aus dem Bett kroch eigentlich gut. Ich hatte immerhin bestimmt 6h geschlafen.

Spatz drehte sich nochmal um und ratzte bis kurz vor sieben weiter. Nochmal Kind sein … *seufz* Die Motte war natürlich bereits auf und begrüßte mich freudestrahlend. Nach unserer üblichen Morgenroutine, die von der eher mäßigen Laune vom Spatz begleitet wurde (er kann ja soooo unterschwellig Nölen -.- ist wohl auch mit dem falschen Fuß aufgestanden), saßen wir dann um drei nach sieben alle im Auto. Soweit so gut.

Im Kindergarten angekommen fiel der neuen Erzieherin auch gleich auf, dass der Kleine ja irgendwie noch nicht so recht fit ist.

„Wie geht es denn den Kindern?“

„Alles ok. Spatz hustet noch viel.“

*langer eindringlicher Blick* „Also … kann er denn dann mittags schlafen?“

Ich schaue sie überrascht an.“Ja sicher, warum nicht? Er schläft ja nachts auch?“

„Ja, also, kranke Kinder gehören schon nach Hause. Vielleicht nehmen sie ihn lieber wieder mit.“

Ich gehe im Geiste unser erstes Kindergartenjahr durch, welches wir bis auf zwei Monate zu Hause verbracht hätten, wenn wir die Kinder bei Husten und Schnupfen zu Hause behalten hätten. Das sage ich ihr dann auch so.

„Also … Sie müssen ja auch die Ansteckungsgefahr sehen.“

„Hören Sie mal … *durchatmen* Es ist mir bewusst, dass kranke Kinder nach Hause gehören. Nur ist die Ansage hier vom Kindergarten, dass sie bei Triefnase und Husten durchaus kommen können. Vielleicht besprechen Sie sich hier nochmal. Ich kann die Kinder nicht immer bei den Kleinigkeiten zu Hause behalten.“

„Wenn es ihm nicht gut geht …“*vielsagender Blick* „Am Freitag war er ja auch nicht da.“

„Richtig, DA hatte er Fieber und DESWEGEN war ich auch mit ihm zu Hause.“

Da brach das Gespräch dann ab. Es hat nicht gerade zur Sympathie der Neuen gegenüber beigetragen. Ich bin mit ihr noch nicht warm geworden und werde es wohl auch nicht mehr. Sie wirkt immer passiv, ist noch nie auf die Kinder zugegangen und meine haben auch nach vier Monaten noch keinen Draht zu ihr. Mir unterschwellig vorwerfen zu lassen, dass ich mein krankes Kind abschiebe und mich nicht kümmere … nein, kein guter Weg für uns.

Der Tag konnte nur besser werden. Dachte ich.

Auf dem Weg zur Schule behielt ich das Handy im Auge. Ich erwartete tatsächlich, dass sie gleich durchrufen würde ich solle das Kind holen. Passierte nicht.

Als ich in der Hektik des Lehrerzimmers ankam, kam Philipp gleich auf mich zu. Ob ich die Computer in den Klassenräumen schon einmal bedient hätte? Ne, leider noch nicht. Wir gingen die Schritte durch, da ich morgen seine Klasse in Vertretung übernehme, da er die Nachbesprechung seines UB hat. Ian erwischte ich auch noch kurz und fragte, ob er nach der großen Pause kurz Zeit hätte. Heute steige ich bei ihm im AU (Ausbildungsunterricht) ein und halte die erste Stunde in seiner 9. Klasse. Er hat Zeit, sehr schön.

Mit dem Klingeln schnappe ich mir den Praktikanten und mache mich auf zur Hospitation in der Q1. Hoch in den zweiten Stock, ohne Frühstück nur mit einem schnell im Auto getrunkenen Kaffee irgendwie nicht so toll für den Kreislauf. Ich muss wieder öfter zum Sport!

Herr Drüppert begleitet uns durchs Treppenhaus, er hatte nun seine EF in Philosophie. Diese EF ist ja auch viel besser als die letzte. Joa, ich muss mich enthalten, die habe ich nicht kennen gelernt. Denke mir natürlich meinen Teil. Als er dann aber auf den Raum zusteuert, in dem wir eigentlich hätten, werfe ich dem Praktikanten einen schnellen Blick zu. „Gab es eine Raumänderung?“ Uninformiertes Schulterzucken.

Also laufen wir wieder runter und werfen einen Blick auf den Vertretungsplan. Noch bevor ich jedoch um die Ecke bin, fallen mir die Berufsnavigatorentage wieder ein. War heute nicht … ? Herr König steht passend im Lehrerzimmer, der Zuständige für eben diese Tage.

„Ja, heute hat die Q1 ihren Berufsnavigatortag. *kurze Pause* Ach ja, du wolltest ab heute auch in den Q2 Philo Kurs, richtig? Zum Hospitieren?“ Ich nicke. „Die Q2 ist auf Kursfahrt.“ Kopf -> Tisch. „Na klasse. Ich habe also nur die 6. Stunde heute und hätte erstmal zu Hause bleiben können?“ Tiefes Seufzen.

Ok gut, Tasche geschnappt und ab nach Hause weiter vorbereiten. Beim Gang zum Tisch lasse ich meinen Blick etwas schweifen und sehe die Anhäufung von Bechern neben diversen leeren Flaschen, die schon seit den Sommerferien herrenlos dort stehen und der ebenfalls einsam zurückgelassenen VHS „Schindlers Liste“, die ebenso seit Wochen dort herumliegt. Wann wurde der Ref-Tisch eigentlich zur Mülldeponie?

Beim Näherkommen fällt mein Blick in die Tassen und ich hole empört Luft. Kaffeereste, eingetrocknet und flüssig und sogar mit dickem Schimmel überzogen. Wer zum Henker hortet denn Tassen so lange, dass sie anschimmeln um sie uns dann auf den Tisch zu stellen?! Ok, wir sind der zweitnächste Tisch an der Tür und die Küchenecke ist am anderen Ende des Raumes, aber … wtf?!

Das Ganze reicht um meine Laune auf den Tiefstpunkt zu drücken. Die armen anwesenden Kollegen (ganze drei an der Zahl) bekommen meinen Unmut mit und stimmen mir pflichtbewusst bei. Das geht ja gar nicht. Denen traue ich es auch nicht zu. Aber ehrlich, das hätte ich niemandem zugetraut. Bei der nächsten Gelegenheit im volleren Lehrerzimmer halte ich mal kurz eine Ansprache. So net und net mit mir … *brummel*

Also, Ian absagen, weiter vorbereiten und hoffen, dass heute die erste Stunde in der neuen Klasse gut läuft. Kann ja nur besser werden -.-

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7 Kommentare zu „… und die Tage, die schon falsch anfangen …

  1. Ohjeh! Es gibt wirklich solche Tage! Durchhalten – bald wird es wieder besser, spätestens nach einer ununterbrochenen Nachtruhe! Liebe Grüße

    1. Trotz Unterbrechung war die Nacht eigentlich eine der besseren der letzten Zeit 😉 Die Kinder waren echt lange gesund für unsere Verhältnisse, somit merkt man es deutlich, wenn man nachts mal wieder ein fieberndes Kind neben sich wühlen hat.

      Der Kostenvoranschlag für mein Notebook kam übrigens gerade. Nix da mit der Tag wird besser.

  2. Also ist heute definitiv einer dieser Tage, an denen auf jeden Fall noch was mit Käse überbacken werden muss.
    Bleib fröhlich, wieviel blöder kann es noch werden…? 😉

  3. Und Schokolade🍫, beruhigt ungemein. 😊
    Das Chaos auf dem Refitisch erinnert sehr Studentenzeiten. Die Teeküche im Wohnheim war die reinste Schimmelbude. Ich kann bis heute nicht begreifen, wie manche Leute sich in der Richtung gehen lassen. Zu Hause würde sie ihr Zeug ja auch spülen und wegräumen, oder? LG Ela☕

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