Veröffentlicht in Alltag, Familie, Schule

… und noch schlimmer enden.

Unglaublich aber wahr, der Tag wurde noch ‚besser‘.

Nachdem ich Ian geschrieben hatte, dass ich zur Besprechung nicht kommen würde, machte ich mich an die Planung der Stunde heute. Er war mit seiner 9. Klasse auch bei den russischen Revolutionen durch, hatte noch zwei kreativere Aufgaben gegeben (Brief aus der Sicht von … schreiben), aber letztlich hätte ich nun heute die erste Stunde in seinem Kurs halten können und morgen die erste Stunde zu Weimar in meinem. Ohne den Vergleich, hätte ich mir wohl noch etwas mehr Zeit gelassen für die neuen Herrschaftsformen in Russland, aber es ist auch ok, das kürzer zu halten. Denke ich.

Aber zuvor kümmerte ich mich um mein seit Wochen verschollenes Notebook. Mein kleiner elektronischer Helfer war ja zu Bruch gegangen, als ich ihn Anfang des Monats aufgeklappt hatte (er splitterte unter meinem Daumendruck, was definitiv nicht sein darf) und ich hatte ihn eingeschickt. Es war eine Erinnerungsmail gekommen, hätte auf den Kostenvoranschlag nicht reagiert. Welcher Kostenvoranschlag? Ich hatte nichts bekommen. Ich rief also an. Die Mail wurde unkompliziert noch einmal geschickt und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Über 900 € für ein Gerät, was neu schon nur 700 € gekostet hatte. Joa, schönen Dank auch. Was mit der Garantie wäre wollte ich wissen. Selbstverschulden. Ja ne, ich habe das Gerät bedient wie es bedient werden sollte, das war nicht mein Fehler. Schreiben sie eine Antwortmail an den Reparaturservice, da kann ich nicht helfen. Ooookaaaay.

Ende der Geschichte (drei Mails und ein Telefonat später): Sie melden sich nochmal, ich bin ja gerade ein paar Tage über die sechs Monate drüber und deswegen … vielleicht geht noch was in Kulanz. Grrrr. Da kann ich mir gleich ein neues Gerät kaufen, wenn die so anfangen. Ich habs ja über -.-

Gut, ich hakte das möglichst nachdrücklich in Gedanken ab und machte mich an die Unterrichtsvorbereitung. Ich habe bisher noch nicht ein Tafelbild geplant, fiel mir auf, und das wollte ich ändern. Also den Tafelanschrieb vorher einmal zusammengefasst. Pünktlich kam ich los und in der Schule (wieder) an. Die Kaffeebechergeschichte interessierte eine Mitreferendarin, die am Samstag auch mit zum Ausflug kommen wird sehr und ein anderer Kollege scherzte, dass ich „ja schon sehr pedantisch wäre. Alles halb so wild, wir können ja wohl mal spülen.“ (mit Augenzwinkern)

Auf dem Weg zum Klassenraum kamen mir schon die ersten Schüler aus der Klasse entgegen. Ich schaute schief und wunderte mich etwas. Die Kinder guckten mich auch groß an, sagten aber nichts. Auf dem Flur sah ich, wie eine Lehrerin die Tür gerade abschloss und ich rief ihr verwundert zu, ob denn niemand mehr im Raum wäre. Nein, alle wären gegangen. Der Blick auf den Vertretungsplan brachte Klarheit: Die sechste Stunde war in die dritte verlegt worden, da ein Lehrer krank war und Ian hatte somit bereits sein Soll erfüllt gehabt. Natürlich hatte ich nicht bei dem Kollegen in der Vertretungs/Raumänderungsspalte geschaut und das somit nicht mitbekommen. Ein Blick aufs Handy zeigte, dass er mir auch keine Info geschickt hatte. Ich war etwas vor den Kopf gestoßen.

Einerseits hoffte ich, dass mein Nichterscheinen nicht zu Stress für ihn geführt hatte. Andererseits war ich schon angefressen, dass er nicht Bescheid sagt und sogar wusste, dass ich es nicht wissen konnte, da ich ja mit ihm in der dritten Stunde (seiner Freistunde) ursprünglich hatte planen wollen.

Kurz stand ich ratlos herum; das zweite Mal an dem Tag umsonst zur Schule gefahren, keinen Unterricht gehabt und … joa, eine Absprache mit einem Kollegen nicht eingehalten. Einfach bescheiden.  Ich fuhr dann zu meinen Eltern, da ich dort noch eine Urkunde für meinen Vater abgeben wollte. Immerhin das lief, alle waren da, ich stand nicht vor verschlossener Tür und mein Schwager hatte seine Abschlussprüfung gerade bestanden und war in super Laune.

Auf dem Heimweg überlegte ich, ob wir nicht noch mit den Kindern zum Sport gehen sollten. Wir kommen ja nicht mehr regelmäßig dazu, macht man also das Beste aus dem vermurksten Tag. Freund und Sportzeug eingeladen und zum Kindergarten die Kleinen abholen. Dort trafen wir die Erzieherin unseres Vertrauens und entschieden uns einmal nachzufragen wegen der Neuen und unserem fehlenden Vertrauen ihr gegenüber. Direkt ansprechen oder über die Leitung? Welcher Weg wäre besser? Natürlich war sie sehr vorsichtig in ihren Äußerungen, wir erwarteten von ihr auch kein Urteil, aber sie riet uns mit beiden zu sprechen.

Das bestätigte mein Gefühl, wobei ich es schwierig finde eine Fachkraft mit demselben zu konfrontieren. Wie soll man sich gegen „Ich habe das Gefühl, dass sie es nicht schaffen zu meinen Kindern eine Bindung aufzubauen und habe leichte Bauchschmerzen, wenn ich die morgens in der Frühschicht alleine bei Ihnen lassen muss.“ auch groß wehren? Unsere zwei sind noch nicht soweit, dass sie sich immer gut trennen können und wo ich bei den anderen weiß, dass sie gut auf sie eingehen in den Momenten, denke ich einfach, dass die Neue damit restlos überfordert wäre. Und die Kinder im schlimmsten Fall durchweinen, bis eine weitere Erzieher/in kommt.

Beim Sport sprach mich eine andere Mutter an, die wegen einer ähnlichen Sache schon für Donnerstag ein Gespräch anberaumt hatte und sich nun rückversichern wollte, dass das angebracht wäre. Wieder die Neue, dieses mal grob vernachlässigte Aufsichtspflicht. Mir standen dezent die Haare zu Berge und nun bin ich mir seeehr sicher, dass ich das Problem zur Sprache bringen werde.

*seufz* Tja, der Tag. Abhaken und weiter gehts? Es lief tatsächlich fast alles bescheiden, die Messlatte für morgen liegt sehr niedrig. *Mantra wiederhol* Es kann nur besser werden.

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10 Kommentare zu „… und noch schlimmer enden.

  1. Ach naja, „schlimmer geht immer“ habe ich leider schon im Laufe der letzte Jahre häufiger erlebt. Wünsch man keinem. Knuddel die Kleinen, das baut einen am meisten auf.

  2. Hachja … Welch fröhliche Ordnung. 🙂 Was die Frage mit dem Kindergarten angeht: Klar ist das komisch, weil du die Qualifikation einer Fachkraft „in Frage stellst“, aber du kennst deine Kinder ja auch gut. Wenn der Ton neutral und interessiert ist, dein Gesprächspartner das merkt und in entsprechender Stimmung ist, kann das auch produktiv werden.
    Stell es dir vor wie wenn Eltern nach einem Bericht ihrer Tochter über deinen Unterricht kommen und im einen Fall fragen:
    Frau Phye, was sollte denn der Scheiß im Unterricht? Mobben Sie meine Tochter?!
    oder
    Frau Phye, ich habe das Gefühl, meine Tochter fühlt sich in ihrem Unterricht nicht wohl. Sie hat mir dies und das erzählt und nun bin ich besorgt. Können wir da vielleicht drüber reden?

    Im zweiten Fall kannst du dich damit auseinandersetzen.

    1. So diplomatisch habe ich es heute morgen tatsächlich gleich hinbekommen. ^.^ Es war ein angenehmes Gespräch und sie ist heute auch generell wie ausgewechselt gewesen. Vielleicht hat die Kollegin gestern noch mit ihr gesprochen. Es wurde sich auf jeden Fall interessiert mit den Kindern beschäftigt als ich sie abgab. Mehr kann ich nicht erwarten fürs erste.

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