Veröffentlicht in Alltag

Arbeitseinsatz und die Familie

Heute war ein bescheidener Tag arbeitstechnisch. Ich hatte mir vorgenommen mich an die Vorbereitungen für Montag zu setzen, wo wieder ein Praxistag im Seminar ansteht und meine Schüler somit mit Aufgaben versorgt sein wollen oder eben die Kollegen (in dem Fall Lucas) mit vorbereitetem Material für die Vertretungsstunde. Ich habe nichts geschafft. Betreiben wir also einmal Analyse, was mich davon abhält produktiv zu sein.

Grundlegend war die Nacht wieder echt bescheiden. Am Sonntag hatte ich Geburtstag und die Familien kamen eingefallen mit Kindern und Kleinstkindern im Gepäck. Woran man sieht, dass sich die Zeiten geändert haben? Eigene Geburtstage mutieren im Familienkreis zu Kindergeburtstagen 😀 Wenn mehrere Zwillingspärchen von 1 1/2 bis 2 1/2 Jahren durchs Haus toben weiß man, was für eine himmlische Ruhe sonst herrscht. Möchte ich wirklich noch mehr Kinder? Das aus Dauerzustand? Vertagen wir die Entscheidung lieber ^.^

Nun ja, an sich war der Sonntag also echt schön. Leider reagieren unsere Kinder auf aufregende Tage mit unterirdischen Nächten. Oft wachen sie mitten in der Nacht weinend auf und schlafen sehr unruhig. Dazu kam dann noch, dass der Spatz einen ziemlich hartnäckigen Husten hatte und kaum eine Stunde im Bett so schlimm anfing zu röcheln, dass ich beschloss in aus dem Kinderzimmer zu holen, bevor er seine Schwester aufweckte. Da die Nächte davor nur minimal besser gewesen waren, beschwerte sich mein Mann lautstark, als ich den Kleinen ins Schlafzimmer holen wollte, worauf ich ihn auf die Couch verwies und mit dem keuchenden Kind ins Bett ging. Geschlafen habe ich dann zusammengefasst vielleicht 3h. Gut dass Ferien sind. Um auf das Schlafbedürfnis meines Mannes Rücksicht zu nehmen, übernahm mein Freund dann die Wache über die Motte, die auch eine sehr unruhige Nacht verbrachte, in der mein Freund kein Auge zutat. (Normalerweise ist er nachts raus, da er nicht die Energie besitzt schnell aufzustehen und sich zu kümmern.)

Das führte dann am nächsten Tag zu einem Familiengespräch über nicht vorhandene Zeit, zu viel Stress und den sehr prekären Gesundheitszustand meines Freundes, der inzwischen neben seiner ‚alten‘ Herzkrankheit noch mit Bluthochdruck kämpft und dem eine alte Darmverletzung wieder zu schaffen macht. Er hat somit seit Wochen Dauerschmerzen und fällt bei der Kinderbetreuung aus. Das wirkt sich dann dahingehend aus, dass mein Mann die Kinder vor allem am Wochenende übernehmen muss, wenn ich noch hinterm Schreibtisch hocke. Dazu die Überstunden durch die Saison lässt ihm kaum Zeit für sich. Bis auf die grundlegende Arbeitszeit geht es mir in der Geschichte noch ‚am Besten‘.

Resultat unserer Diskussion: So gehts nicht weiter. Ich muss ab nächster Woche, wenn die Schule wieder losgeht bewusst Zeit am Wochenende für Familienaktivitäten beiseite räumen. Wir haben erst einmal alle zwei Wochen Sonntags angesetzt, weil ich weiß, dass ich jedes Wochenende nicht schaffe im Moment. Kleinere, organisatorische Sachen im Haushalt wurden neu verteilt und einiges weiteres auf den Zeitpunkt verschoben, wo wir dann mehr über die Aussichten der Behandlungen bei meinem Freund wissen. Mein Mann muss sich bei der Arbeit bewusster für pünktlichen Feierabend einsetzen, da ihm sonst abends nur Stress und ’schnell, schnell‘ Gehetzte bleibt, bis die Kinder ins Bett müssen.

Man sieht, die Umstellung auf Referendariat ist uns nicht wirklich gut gelungen. Es werden wohl noch einige neue Strategien ersonnen werden müssen, bis wir uns im neuen Berufsalltag und somit angepassten Familienleben einfinden. Heute resultierte das alles in einer unglaublichen Demotivation überhaupt anzufangen, weswegen ich viel in Blogs gelesen habe und mich in diversen Konversationen in noch diverseren ’social medias‘ ablenkte. Morgen habe ich einen Termin zur Massage (das Geburtstagsgeschenk der Männer) und dann werde ich nachmittags hoffentlich entspannt und motiviert endlich anfangen.

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2 Kommentare zu „Arbeitseinsatz und die Familie

  1. Was ich bei Euch wirklich beneidenswert finde, ist, dass es noch einen Erwachsenen mehr gibt (auch wenn es Deinem Freund oft nicht gut geht). Das macht es sicherlich entspannter. Auf der anderen Seite wüsste ich nicht, wo ich noch die Aufmerksamkeit für eine weitere Person hernehmen sollte *lach (hier 4 Kinder plus 1 Mann) plus 50% Job in der Schule
    Alles Gute Euch!
    Mara

    1. Hey Mara,
      ja, man kann es nicht anders nennen als eine echte, alltägliche Erleichterung, dass wir drei Elternteile präsent haben, die sich in Familie und Kindererziehung einbringen. Von Anfang an war dies ein Vorteil, vor allem mit den Zwillingen. Im Nachhinein will ich mir nicht ausmalen müssen, wie das wohl gelaufen wäre, wenn nur mein Mann und ich beispielsweise da gewesen wären. Und obwohl mein Freund (wie du schon richtig sagst) oft ausfällt und selber Zuwendung und Aufmerksamkeit von uns braucht, ist es eine besondere Gegebenheit jemanden zu haben, der tatsächlich immer für die Kinder und allgemeine Belange wie Essen kochen oder die dringendsten Haushaltsfragen zur Stelle ist. Das könnten wir uns zu zweit, egal in welcher Konstellation, nicht leisten.

      Trotz Zwillingen bin ich (fast vollständig) in einer ähnlichen Lage wie die anderen Referendare, die keine Kinder haben. Natürlich muss ich etwas von meiner Zeit für die Kinder verplanen, aber es bleibt noch sehr viel für Vorbereitung und Co übrig. Ich empfinde die Mehrelternsituation als starke Entlastung, da auch die Großeltern nicht in unmittelbarer Nähe wohnen.

      Aufmerksamkeit als Paar … tja, wir sind Eltern ^.^ Ich erlebe uns wie andere Eltern auch in unserem Umfeld. Es ist nie genug Zeit für die Beziehung(en) da, aber man schafft sich Freiräume. Zu dritt ist es dann so, dass man bewusst so plant, dass einer der Männer bei den Kindern bleibt, während ich mit dem anderen tatsächliche Paarzeit verbringe. Oder dass man in Kleinstfamilienkonstellation (zu dritt, zu viert) etwas unternimmt, wenn ein Teil der Familie krank ist beispielsweise. Man wird kreativ 😉

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