Veröffentlicht in Arbeitsverhalten, Ausbildung, Planung

Kultivierte Unproduktivität

Der letzte Ferientag ist angebrochen. Das Wochenende noch, dann geht es schon wieder los. Was mich an diesen Ferien echt überrascht hat war, dass ich so furchtbar leicht in meine alten Muster zurückgefallen bin. Im Studium war es immer so, dass ich alles geschoben habe. Rechtzeitig mit Arbeiten beginnen? Vielleicht auch früher fertig werden? Neeee, dafür ist doch noch genug Zeit. *Zeit vergeht* Joa, wenn ich in drei Tagen anfange, dann reicht es auch noch. *Zeit vergeht* Also, das mache ich morgen, heute ist noch … *Zeit vergeht* Ok, in zwei Stunden fange ich an, dann habe ich noch X Tage/Stunden Zeit, dann geht das. Und was soll ich sagen? Ja, es ging immer. Ich weiß nicht woher dieses ‚Wissen um den richtigen Zeitpunkt‘ kommt, aber es war immer richtig.

Ich hatte erwartet, dass es im Ref anders wird. Dass ich mehr Druck verspüre, endlich aus meinem alten Trott herausfinde und auch mal frühzeitig mit meinen Arbeiten anfange; vielleicht sogar so früh, dass ich hintenraus Freizeit habe. Hmhm, netter Gedanke >.< Tatsache ist, diese Ferien verliefen exakt wie die Ferien im Studium verlaufen wären. Viel Freizeit, viel vor dem Rechner (solange er noch funktionierte) mit meinen geliebten Spielen und (in den letzten Tagen gezwungen durch Krankheit) viel Zeit mit den Kindern.

Das ist wahrscheinlich letztlich sogar auch positiv zu werten. Hätte mich der Ehrgeiz gepackt, dann wären die Ferien nie genug gewesen, um alles rechtzeitig zu meiner Zufriedenheit fertigzustellen, um dann am Schluss wirklich Freizeit zu haben. Ok, sehe ich ein. Aber ich bin schon wieder in dem Modus angekommen, dass ich mir selber gespannt über die Schulter schaue und die Stunden zähle, die mir noch zur Vorbereitung meines AU bleiben. Von meinen anderen Kursen gar nicht erst zu reden. Letztlich ist es so, als hätte ich keine Ferien gehabt und die Schule geht nach einem normalen Wochenende einfach wieder weiter. Ok, fast zumindest, ein wenig habe ich ja geschafft.

Fazit wäre an dieser Stelle als erstmal: Ich komme aus meinem Arbeitsverhalten einfach nicht raus. Sollte ich wohl mal langsam akzeptieren. Es scheint keinen Umstand zu geben, der mein dickes Fell besiegen kann; auf lange Dauer gesehen.

Gut, was habe ich also vorbereiten können?

EF: Die lieben Schüler dürfen sich am Montag, wo wir gleich einen Praxistag haben und meine Stunden also vertreten werden, mit dem bisher Gelernten beschäftigen. Aufgabe: Einen Darstellungstext zu den untersuchten Problematiken in Hinblick auf den Unterschied zwischen Mensch und Tier verfassen. Also erstmal reine Reproduktion und Anordnung der Informationen mit anleitenden Unterfragen, damit sie auch keinen Aspekt vergessen. Bin ja nett :mrgreen: Ich hoffe, sie erkennen die kleine Übung als das was sie ist: Vorbereitung auf die kommende Klausur und eine erste Gelegenheit zu wiederholen und Gelerntes wiederzugeben. Die Aufgabe wird auf jeden Fall eingesammelt und von mir bewertet. Nach dem bisher gezeigten Arbeitsverhalten erwarte ich mindestens 1/3 nicht gemachte Aufgaben am Donnerstag vorzufinden. Mal sehen ob sie mich (positiv?) überraschen.

9er Geschichte BdU: Mein Geschichtskurs am gleichen Tag hat die gleiche Vertretungssituation und da wird dann Lucas meinen Platz übernehmen. Ich habe ihm detailliert per Mail geschrieben, was er machen soll, aber die Stunde geht mir schon ein wenig leid ab. Als ich vor den Ferien mit ihm sprach und ihm eine Doppelseit im Buch mit passendem Bildmaterial zum Versailler Vertrag zeigte, meinte er nur auf meinen Vorschlag er könnte doch eine Bildinterpretation machen: „Oder sie bearbeiten einfach den Text und fassen zusammen.“ Joa, oder das -.- Ich hoffe, dass er sie zumindest in das Thema einleitet, ich habe ihm die Verknüpfungspunkte zur letzten Stunde geschickt und dann am Schluss noch eine kurze Diskussion zur Wirkung des Vertrages in der deutschen Öffentlichkeit und für die anstehenden Wahlen leitet. Mal sehen was dabei rauskommt.

9er Geschichte AU: In Ians Kurs bin ich ja zum Glück hinter meinem eigenen thematisch inzwischen und ich muss quasi nur die bereits geplanten und gehaltenen Stunden optimieren. Da ich jetzt schon gemerkt habe, dass man eigentlich nie eine Stunde zweimal hält, da sich teilweise unterschiedliche Schwerpunkte ergeben, wenn die Schüler aufmerksam mitarbeiten und die Stunde somit auch gerne mal mit lenken, wird es aber trotzdem nicht langweilig.

Q1 Geschichte AU: Neu übernehme ich nun ja den Oberstufenkurs von Herr Rickward. Bei ihm hatte ich auch schon die 7er Klasse vor den Ferien, in der ich meinen 1. UB gehalten hatte. Die Vorbereitung habe ich geschoben, das Thema liegt mir nicht und ich habe auch immer noch nicht recht den Bezug gefunden. Grob habe ich also heute die Geschichte des Vormärz, was der Kurs nun bereits behandelt und fast abgeschlossen hat, zusammengefasst und mir einen guten Punkt gesucht, an dem ich anknüpfen und zur Vorbereitung auf die deutsche Reichsgründung 1871 überleiten kann. Gar nicht so einfach, wenn man tatsächlich kaum einen Schimmer von der Zeit hat. Da muss ich die nächsten Tage noch etwas Energie hineinstecken. Ich will Herr Rickward immerhin eine vorläufige Tabelle mit den geplanten Themenschwerpunkten zeigen können, wenn es los geht.

Q2 Philosophie AU: Joa. Da darf ich nun nach den Ferien endlich hospitieren. Ich mache mir erstmal wenig Gedanken um das Übernehmen des Unterrichts und muss mich komplett überraschen lassen, was sie a) überhaupt machen und b) wann ein passender Zeitpunkt wäre, zu dem ich einsteige. Herr König hatte sich ja Zeit erbeten und die werde ich mir nun auch erfragen sollte er direkt mit Übernahme auf mich zukommen.

6er Geschichte BdU: Habe ich sträflich vernachlässigt und bin immer noch nicht ganz in der Klasse angekommen. Dabei will ich, wenn alles sich einigermaßen einspielt, in diesem Kurs eventuell mein Examen machen. Die Voraussetzungen sind nur denkbar ungünstig bisher gewesen. Es fiel sehr viel Unterricht aus, ich sehe sie nur einmal die Woche an ihrem einzigen Schulnachmittag und auch dort bin ich im Thema irgendwie nie richtig angekommen. Ich hoffe, es wird bald besser.

Tja, keine besondere Bilanz. Immerhin für andere war ich produktiv 😉 Einer meiner Mit-Refis aus Philo hatte sich wegen des Entwurfs seines zweiten UBs gemeldet und wir haben alles zusammen durchgedacht und besprochen. Ich muss meine teilweise ja schon geäußerte Kritik deutlich einschränken: Wenn sie auch in den Seminarsitzungen nicht in der ihnen gegebenen Zeit zurecht kommen, das was er da gemacht hatte, hatte Hand und Fuß. Ich denke, ich war ein wenig ungerecht in meinem Urteil. Schnelligkeit beim Arbeiten ist ja nicht alles. Werde ich aber jetzt auf jeden Fall brauchen, um am Ende vom Wochenende etwas vorweisen zu können. Bin gespannt was da nun bei rauskommt.

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7 Kommentare zu „Kultivierte Unproduktivität

    1. Danke 🙂 Naja, we vorher nicht arbeitet muss das Wochenende ran ^.^ Ich werde mich also weniger ins Genießen stürzen und mehr in die Arbeit.

      Wünsche euch/dir auch einen guten Start. Und wenig Überbleibsel an elektronischen Poststapeln 😀

    1. Sind die nicht universell? AU: Ausbildungsunterricht; BdU: Bedarfsdeckender Unterricht (selbstständig); EF: Einführungsphase (für die Oberstufe, bei uns Klasse 10); Q1: Qualifikationsphase 1 (bei uns Klasse 11) & 2 (Klasse 12); UB: Unterrichtsbesuch. Müssten alle gewesen sein. 😀

      1. Ne, die Abkürzungen gibt es bei uns nicht. Also bis auf Q und UB, aber unsere UBs sind nicht benotet, das sind die Lehrproben bei uns 😉

      2. :/ ich gehe aber stark davon aus, dass die Besuche mit in die Bewertung eingehen. Momentan sitzt bei mir gefühlt ja ständig jemand drin. Aber das ist in 4 -5 Schulwochen vorbei 🎉🎉 (hoffe ich)

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