Veröffentlicht in Prüfung, Referendariat, Schule

2. UB Philo – Der Abend davor …

… ist nicht so schlimm wie erwartet nach dem Geschichts UB Reinfall. Meine Nerven liegen noch nicht blank, wenn ich auch nicht behaupten kann, dass ich entspannt wäre. Die letzten Tage waren echt unschön, meine Blockade im Rücken wollte sich einfach nicht verabschieden und so lag ich untätig auf dem Sofa herum und konnte nicht mal produktiv arbeiten, da ich mich nicht hinsetzen konnte und es sich so echt unmöglich schreibt. Ein wenig schaffte ich die letzten Tage, aber tatsächlich stellte ich den Entwurf für den UB heute erst fertig.

Und mit dem bin ich sehr unzufrieden. Die Stunden am Montag vor dieser mussten wegen meinem Rückenleiden ausfallen, das heißt mein Kurs, der eh keine Aufgaben alleine bearbeiten kann/will, kommt morgen mit einer fehlenden, für meine Stunde aber notwendigen Vorbereitung und ist wahrscheinlich zum Großteil somit unvorbereitet. Bin schon gespannt, wie es laufen wird. Fachleiter anwesend oder nicht, sie werden eine ordentliche Standpauke bekommen, wenn dem so sein sollte. Und ich sitze dann mit dem halben Kurs da, die die Aufgabe dankbarerweise doch bearbeitet haben.

Mal sehen, was das wird …

Ich finde es generell sehr unschön, wie ‚raus‘ man sich nach zwei Tagen Schulalltagsabwesenheit fühlt. Heute war mir, als würde ich wie ein Fremdkörper im Lehrerzimmer eintreffen und als ich in mein Fach sah, fand ich eine Nachricht, in der mir ohne weitere Erklärungen mitgeteilt wurde, dass man sich nicht an meinen vorbereiteten Plan und mein Material gehalten hätte und in meiner 9 mal eben nen Film gezeigt hatte, der gut sechs Stunden zurückgegriffen hatte. Joa, warum macht man sowas? Wenn schon Kopiermaterial dabei liegt und man nur kopieren und reinreichen müsste, damit ich in meinem Plan bleiben kann?

Ich habe der 9 dann heute auch anstatt das nachzuarbeiten ihrem dringenden Gesprächsbedürfnis zu dem Wahlen in den US nachgegeben, die der allgemeinen Panikmache natürlich gerne in die Hände gelaufen sind und nun Angst vorm 3. Weltkrieg hatten. Da wiegelt man nicht ab. Also besprachen wir das amerikanische Regierungssystem, wer kann was warum und wie ausführen, WARUM WÄHLEN DIE SO JEMANDEN WIE TRUMP?! und was kann das nun für Deutschland bedeuten. Sie waren ganz bei der Sache und das Arbeitsblatt gab es als Hausaufgabe mit, was wir uns dann morgen vornehmen werden.

Leider hatte ich dabei meine Zusatzinfo zum heutigen Tag nicht mehr unterbringen können, was schade war. Heute ist nämlich der 9. November! Na, wem klingeln da die historischen (deutschen) Alarmglocken? 😀

Und Eltern- und Schüler-Beratungstag war heute auch. Ich hatte als Nebenfachlehrerin nur wenige Termine, die auch alle ziemlich ähnlich abliefen, aber einer war interessant. Aus meiner EF kam eine Schülerin, die sich Tipps für ihr weiteres Vorgehen in meinem Unterricht abholen wollte. Ich hatte bei der Durchsicht ihres Kursaufsatzes schon bemerkt, dass sie ordentliche Probleme mit Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau hatte und fragte dann nach, ob da ein diagnostiziertes Problem dahinstecken könnte. Tat es, sie hatte bescheinigt Legasthenie. Allerdings würde das nun in der Oberstufe nicht mehr berücksichtigt, teilte sie mir mit. Damit hatte ich mich noch nicht auseinander gesetzt, die letzten Infos die mir diesbezüglich über den Weg gekommen waren, waren sogar Arbeiten in der Universität, die mit nachgewiesener Schwäche nicht mehr auf die Fehler hin korrigiert worden sind. Dass die Fehler nun voll angerechnet werden, war mir also neu.

Ich fragte unseren ABB, der mir bestätigte, dass die Meinung in der Forschung sich da inzwischen gewandelt hätte und es nur noch in absoluten Ausnahmefällen tatsächlich als psychische Erkrankung anerkannt würde und dann auch unter ganz anderen Gesichtspunkten zu berücksichtigen und fördern wäre. Ich war dezent verwirrt und fragte, was denn da nun grundlegend gemacht würde. Ja, fördern eben und ansonsten voll in der Note abbilden. Als ich aber fragte, was ich konkret denn nun machen könnte oder müsste, hieß es „Nichts.“ Aha. Ich könnte den Erwartungshorizont und die Punkte dezent anpassen, müsste aber fürs Abitur auf den vorgeschriebenen Punkteschnitt und deren Verteilung hinarbeiten. Wir könnten ja mal eine Fachkonferenz anberaumen und das besprechen, es wäre an der Schule eh noch nicht abschließend geklärt worden. Also mal sehen, was dabei raus kommt.

So, alles andere ist soweit erledigt, ich packe mal die Tasche und bereite mich gedanklich auf morgen vor.

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10 Kommentare zu „2. UB Philo – Der Abend davor …

  1. Viel Erfolg morgen.
    Sei vorzeitig da, bereite alles vor, gehe den Plan nochmal in Ruhe durch. Das hätte mir bestimmt geholfen gestern. (Die Technik hat absolut gesponnen).
    Ich hatte auch schon öfter das Problem, dass sich an meine Anweisungen nicht gehalten wurden 😦 ist leider so…

    1. Konnte den Technikausfall abwenden, aber auch nur, weil ich im Vorfeld davon wusste. Man sollte sich tatsächlich vornehmen alles doppelt und dreifach zu kontrollieren.

  2. Erstaunlich, was es für Wellen schlägt. Ich drücke dir jedenfalls für heute die Daumen und freue mich, in dir eine treue Kameradin zu haben, die den Untergang der Monarchie an jenem gestrigen Horrortag ebenfalls nicht vergessen hat. 😉

    1. Der 9. November ist wirklich ein faszinierender Tag: Deutsche Revolution 1918, Hitler Putsch (versuch) 1923, Pogrom 1938 und Mauerfall 1989. Ich warte jedes Jahr, ob ein neues Ereignis dazu kommt 😉 Wobei ich Trump jetzt in die Reihe nicht einordnen werde ^.^

      1. Und Robert Blum doch auch, oder verwechsle ich da gerade was? Für Geschichtslehrer jedenfalls ein „dankbares“ Datum, stimmt.

      2. Wir hatten das Thema mit dem Vormärz doch schon ^.^ Da bin ich raus, den Herren hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber ja, ist richtig.

  3. Wir regeln das in normalen Klausuren mit 20 Minuten Korrekturzeit für den/die SuS hintendran. Im Abitur gibt es eine Verabredung an einem der Tage danach, dann darf 45 Minuten nachkorregiert werden. Natürlich jeweils mit einem anderen Stift, als die eigentliche Farbwahl. Soll ja keine inhaltliche Ergänzung erfolgen.

    1. Sehr interessant. Danke für den Einblick. Wir werden wohl nochmal eine Sitzung zu dem Thema in der Schule haben und da werde ich das mal einbringen. Dass man da etwas drauf eingehen sollte, finde ich auf jeden Fall.

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