Veröffentlicht in Mit-Mach-Themen, Uni

[Themenmonat – Studium oder Ausbildung? Der Weg ist das Ziel!] Wie kamst du zu Studium/Ausbildung? Welche Vorstellungen hattest du?

Die liebe Änschie hatte die Idee, mal ein paar der Blogger nach ihren Erfahrungen mit dem Studium, ihren Motivationslöchern oder Inspirationsgebern und der Vorstellung vom Berufsleben zu fragen. Diesen Februar gibt es also vier Beiträge bei den unterschiedlichsten Studenten*innen zu diesem Thema. Die Liste findet sich unter dem Beitrag, für alle Neugierigen. Ich habe schon einmal etwas zu dem Thema grob zusammengeschrieben gehabt, gehe hierfür aber gerne noch einmal genauer ins Detail.


Mein Weg hier etwas verschlungen und hat von beidem etwas mitgenommen. Wie auch schon die Schullaufbahn, war ich noch nie wirklich ‚gradlinig‘ aufgestellt. So bin ich in letzterer zwischen Gymnasium und Realschule hin und her gesprungen, immer den leichtesten Weg wählend (warum sich anstrengen, wenn die 4 auf dem ‚Gymmi‘ zu einer 1 auf der Realschule ohne Arbeit werden konnte, fragte ich mich wohl zurecht in meinen faulen 7-10er Jahren auf der Schule …). Ich schob einen sehr lauen Lenz und war absolut Ehrgeiz-frei. Wozu auch Ehrgeiz, wenn man die 10. ohne Anstrengung mit dem drittbesten Abschluss verlässt? Gab so viel Interessantes neben der Schule … Bücher zum Beispiel. Man traf mich teilweise tatsächlich lesend – und dabei laufend – auf der Straße an.

Nach dem Abitur, das ich dann auf einem musischen Gymnasium ablegte, stand leider fest: Ich war schlicht zu faul um in Musik wirklich etwas reißen zu können. Die Musikstudenten in der Stadt, von denen einige sogar Stufenkammeraden waren, die schon neben der Schule studierten, hatten einen unbändigen Fleiß, den ich realistisch als ‚außerhalb meiner Liga‘ einschätzte. Musik war eher ein Hobby für mich und sollte das wohl auch besser bleiben. Mich täglich demotivieren lassen und die Nase in die eigene Faulheit gerieben bekommen … nicht mein Ding. Tja, was nun?

Mein Freund und ich waren seit knapp zwei Jahren zusammen, wir wollten zusammenziehen. Geld musste her. Also nahm ich bei meinem bis dahin nebenherlaufenden Aushilfsjob eine Festanstellung an und hatte plötzlich das Vierfache an Geld. Das reichte mir erstmal. Nach knapp zwei Jahren kamen mir jedoch Zweifel … das als ‚für immer und ewig‘ berufstechnisch? Kuchenverkaufen für Senioren ist ja ganz nett … aber dann doch nichts für immer. Studium war gedanklich noch ganz weit weg, ich verdiente Geld und wollte das auch weiterhin. Wieder zu Hause einziehen oder meinem Freund auf der Tasche liegen ging gar nicht. Also eine Ausbildung; warum nicht gleich im gastronomischen Bereich, ich hatte Spaß daran. Ich landete im Hotel, machte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und merkte auch dabei … das passt einfach nicht. Die Events am Abend waren genau meins, ich liebte die Atmosphäre, alles andere – nicht so sehr. Außerdem war mein Charakter mit dem Dienstleistungsgewerbe offenbar ‚inkompatibel‘, weswegen ich ordentlich aneckte.

Ich probierte danach noch ein wenig herum, schaute bei den Prüfungen für die Polizei vorbei (zu unsportlich ^.^ wer weiß, was da wohl gekommen wäre, wenn ich den Lauf zwanzig Sekunden schneller beendet hätte …), arbeitete wieder nebenher und war generell sehr orientierungslos. Meine Mutter kam letztlich auf mich zu und machte mit dem Herumgeeier Schluss: „Ich weiß doch was du eigentlich möchtest. Wir unterstützen dich und wenn du fertig bist, können wir übers Finanzielle sprechen.“ So einfach war es dann letztlich. Ich würde studieren. Als Lehrerin hatten mich eh immer schon alle gesehen, wenn das auch eher an meiner (oft ungefragt und sehr gerne und reichlich) gegebenen Meinung lag, als an meinen pädagogischen Potenzial. Wobei ich das laut meiner Mutter ebenfalls im Überfluss besaß, da ich meine Geschwister seit unserer Kindheit immer schon subtil aber effizient zu lenken gewusst hatte. (Nein, wir diskutieren jetzt nicht, was ‚pädagogisches Potenzial‘ eigentlich heißt …)

Den nächsten Tag schaute ich mir direkt eine der nahegelegenen Unis an, wo tatsächlich gerade noch so die Nachmeldefristen fürs kommende Semester liefen. In drei Tagen wären die Einführungstage, was wollte ich denn studieren? Völlig überrumpelt – so weit hatte ich tatsächlich noch nicht gedacht – dachte ich an die Fächer, die mir in der Schule am meisten Spaß gemacht hatten: Englisch und Geschichte. Die Häkchen wurden gesetzt, dass es Gymnasiallehramt werden sollte, war immerhin vorher schon beschlossene Sache gewesen. Mit vielen Formularen und Infoprospekten verließ ich den Verwaltungsbereich und merkte erst mit schwirrendem Kopf auf der Heimfahrt in der Bahn, dass ich nun nach dem Wochenende studieren würde. Die Entscheidung beim Studienstart, dass ich tatsächlich studieren würde, war also keine vier Tage alt.

Mein ‚Handwerker-Freund‘ begrüßte mich zu Hause neckend mit sehr vielen ‚Lehrer-Utensilien‘ – aus welchem 60er Jahre Film auch immer er die Inspiration für Hornbrille, Rohrstock, Duttnetz und -kissen geholt hatte :mrgreen: – und mir fiel ein ziemlich großer Brocken vom Herzen, da ich ein wirklich gutes Gefühl bei der ganzen Sache hatte. Das sollte nicht enttäuscht werden. Studium bedeutete für mich die Freiheit, mich hauptsächlich mit mir, meinen Gedanken und all dem zu beschäftigen, was ich noch nicht wusste. Und ich war mir sicher, dass da wartete ein ganzes Gebirge an Schätzen, dass es zu erklimmen galt.


Wer wissen mag, was aus den strahlenden Augen wurde … muss sich mindestens bis Mittwoch (wahrscheinlicher aber bis zum Wochenende) gedulden. Es folgen noch drei weitere Beiträge vom Studium und meinen Erfahrungen damit.


Wer mehr Studium-Start-Geschichten lesen will, wird hier fündig werden. Da ich schon relativ spät dran bin für diese Woche, stehen die Chancen gut, dass die anderen schon etwas geschrieben haben 😉

Mein praktische Jahr von Änschie, der Initiatorin dieses Themenmonats.

schreibfischen von schreibfischchen

Luna Umbra

Pflägermeister vom Pfläger

Janines Yogablog

Abgebrochener Bleistift

Rescue Blog von Hermione

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3 Kommentare zu „[Themenmonat – Studium oder Ausbildung? Der Weg ist das Ziel!] Wie kamst du zu Studium/Ausbildung? Welche Vorstellungen hattest du?

  1. Danke für diesen privaten Einblick😊. Wir lesen sehr gern alle Beiträge zu diesem Thema auf den verschiedenen Blogs. Macht Spaß, ost erheiternd und lässt einen mamchmal erstaunen. Alles höhst interessant. Vielen Dank also mal an alle. LG Ela☕

    1. Ich finde Beiträge aus der Kategorie „Wie das Leben so spielt …“ auch immer interessant. Es machen auch sehr unterschiedliche Erfahrungen bei den Bloggern die Runde, somit liest man nicht immer das gleiche 🙂

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