Veröffentlicht in Alltag, Referendariat

Kleinigkeiten

Ich habe es letztens schon einmal erwähnt; es gibt da so gewisse ‚Kleinigkeiten‘, die man immer versucht mit eben diesem Begriff zu welchen zu machen, die aber eigentlich von der Raum, den sie gedanklich einnehmen nicht als Kleinigkeiten bezeichnet werden sollten. Und sie sammeln sich seit Kurzem in unangenehmer Weise an. Also fasse ich an dieser Stelle einmal zusammen.

Zuerst zum Erfreulichen:

Frau Klaus: Über die vergangene Woche hat sich herausgestellt, dass Frau Klaus wohl bald von dieser Liste verschwinden wird. Wir arbeiten jetzt seit einem Monat zusammen und es stellt sich heraus, es wird immer besser. Sie lobt inzwischen fast nur noch, ist von meinen Stundenentwürfen immer recht angetan und wir finden uns in eine annehmbare, höfliche Art der Verständigung ein. Es ist mir persönlich immer etwas unbehaglich zumute, wenn man so betont höflich miteinander umgeht, aber da es die Sache doch stark erleichtert, fügt man sich eben. Somit überwiegen die Vorteile (konstruktive Kritik, strukturiert geplanter und durchgeführter Unterricht) nun die Nachteile (der Gang über die gefürchteten Eierschalen) und ich habe mich mit der ‚Kleinigkeit‘ arrangiert.

*BEWARE* A rant! Muss jetzt aber mal sein.

Ausbildungssituation: Nun, es ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe. Herr Drüppert ist immer noch da, Herr König ist immer noch gestresst und Philip steht nach wie vor vorm Examen und hat kurswahltechnisch somit absoluten Vorrang. Wo bleibe ich dabei? Offensichtlich auf der Strecke. Letztes Halbjahr hieß es ja: „Wir schauen mal nach den Osterferien, davor jetzt auf keinen Fall.“ Davor war die Auswahl noch dünner und im Dezember kam ich ja tatsächlich in den Genuss von 3 1/2 Wochen Philosophie Ausbildungsunterricht in dem Grundkurs in der 12. Seitdem? Nichts mehr.

Ich hospitierte in demselben Grundkurs seither, wobei ich dabei keinen wirklichen Unterricht gesehen habe, sondern Gruppenarbeiten und Präsentationen. Mittelstufenunterricht habe ich noch gar nicht gesehen oder angeleitet gehalten. Die Zeit, in der ich ausgebildet werden kann, neigt sich im Juli ihrem Ende zu. Ich fürchte, dass ich zum Examen maximal zwei Monate Ausbildungsunterricht zusammenbekommen haben werde können. Und so.

Der einzige Oberstufenkurs, der noch im Stundenplan möglich wäre, ist der Q1 LK. Das ist natürlich der Kurs, den Philip sich rausgesucht hat fürs Examen. Bis nach den Osterferien ist da also nix mit Unterricht geben, da im März das Examen ist und die Kinder dezent genervt von der Dauer-Referendar-Situation sind. Die Mittelstufenkurse liegen so ungünstig, dass ich keinen wählen kann, da einer bereits mein BdU Kurs ist, der andere dazu natürlich parallel liegt und der dritte in der Zeit unseres Kernseminars gehalten wird. Pech gehabt.

Als ich den Missstand ansprach, war die Reaktion eher ein Schulterzucken. Wenn ich da noch Ausbildungsunterricht haben wollen würde, dann müsste ich mich eben vom Seminar beurlauben lassen, den Stundenplan könnte man nicht ändern. (Schulleiter) Wenn ich Ausbildungsunterricht will, dann müsste ich mich in meinem Kurs vertreten lassen. (Herr König) Wer sagt denn eigentlich, dass ich in der Mittelstufe überhaupt Ausbildungsunterricht bräuchte, das müsste doch nur Oberstufe sein. (ABB) Joa. Nett, nicht wahr? Wer muss schon in seiner Ausbildung tatsächlich ausgebildet werden?! Ansprüche haben die Referendare mal wieder … *Kopf schüttel*

Die vorläufige Lösung kam dann von mir; wir werden die beiden 9er Kurse zusammenlegen (Juhu, 30+ Kinder -.-) nach den Osterferien und ich werde dann eine Reihe für beide Kurse unter Aufsicht von Herr König halten. Besser als nichts. Dass das mit der Zeit zusammen fällt, in der der LK dann wieder frei wäre macht natürlich nichts, ich schaffe es selbstverständlich meinen Ausbildungsunterricht von mehreren Monaten innerhalb eines zugegebener Maßen etwas vollgestopften, aber dann ja immer möglichen Monats zu absolvieren. Yeay. (Wer meine Zeitleiste hier im Auge hatte: Richtig, der nächste UB ist Ende März und ja, er wird in der 9. Klasse sein. Natürlich habe ich jetzt noch keinerlei praktische Anleitung erhalten, wie man sowas gut organisieren kann für die Altersstufe. Aber hey, wer braucht schon … und so weiter.)

Mit-Referendare: Und als wenn es nicht privat-beruflich schon genug bei mir an Baustellen gäbe, kommt dann noch Gerede dazu. Meine beiden Mit-Refis aus dem Philosophieseminar, Elif und Abbas, sind mit unserem Fachseminarleiter an der gleichen Schule. Obwohl dort drei Philosophielehrer vertreten sind, gibt es ähnliche Probleme wie bei mir mit dem Ausbildungsunterricht. Er reicht nicht für alle.

Der Fachseminarleiter fällt für Ausbildungsunterricht raus – Fairness den anderen im Seminar gegenüber und zeitliche Gründe. Elif hatte es erst mit der Philosophielehrerin versucht, mit der sie ordentlich aneinander geraten ist und die vom Charakter her anscheinend eher in die Ecke ’schwierig‘ eingeordnet werden muss. Abbas hatte von Anfang an gesagt, dass er nicht mit ihr zusammenarbeiten könnte und bei ihr keinen Ausbildungsunterricht nehmen würde. Nachdem er erfolgreich im ersten Kurs des übrig bleibenden Philosophielehrers angekommen war, ’sicherte‘ er sich den auch direkt als Examenskurs. Elif blieb auf der Strecke und ist auch nicht der Typ dafür, sich für ihre Belange nachdrücklich einzusetzen.

Also sprach sie mit mir. Ich stimmte ihr zu, dass die Situation bescheiden ist, dass ich von Abbas ein anderes Verhalten erwartet hätte und das alles ziemlich suboptimal läuft. Erwähnte das gegenüber drei anderen Mit-Refis über ein gutes halbes Jahr verteilt bei Gesprächen über Ausbildung und Dinge, die schief laufen können. Am Montag stand Abbas dann auf einmal vor mir und konfrontierte mich, er hätte mehrfach gehört, dass ich über ihn rede und dass Elif und ich uns gegen ihn verschworen hätten und das er das alles nicht gut findet. Hmhm … Wer das sagt? Egal. Was genau gesagt wurde? Nicht so wichtig, ich solle doch mit ihm reden. Ich müsse unbedingt seine Seite der Geschichte hören! Ihm liegt der Erfolg von Elif doch echt am Herzen, er hätte sonst ja das falsche Fach studiert, wenn er tatsächlich so egoistisch wäre, wie wir ihn darstellen!

*seufz* Wo fängt man da an? Ich entschied mich, einen großen Bogen um Wertungen zu machen und das Problem anzugehen. Worüber genau hätte ich mit ihm reden sollen? Dass er und Elif es nicht hinbekommen sich zusammenzusetzen und ihre Missstände mit der Ausbildung anzusprechen? Das sollte ihnen selbst aufgefallen sein und in den Sinn kommen. Erwachsene Menschen und so. Aber ich bin ja nicht so; ich erklärte ihm, was ich an seiner Stelle machen würde/gemacht hätte. Dass sie sich um Kurse zum Examen kümmern sollten, die Situation mit dem ABB und Schulleiter ansprechen müssten, zusehen, dass nicht die Philo-Lehrerin am Ende die Oberstufenkurse zugeteilt bekommt und sie doch mit ihr ins Examen müssen, dass man sich mit den Beteiligten hinsetzt und vor allem den Philo-Lehrer klarmacht, dass er gerade die einzige Möglichkeit für Ausbildung für beide ist und er niemanden wegschicken kann (was er bei Elif gemacht hatte), da seine Kollegin sich für die Ausbildung ja dermaßen disqualifiziert hat.

Zwei Tage später im Geschichtsseminar, kommt eine weitere Mit-Refi auf mich zu, die ebenfalls an der Schule der zwei ist, und stellt entrüstet fest, dass ich doch mal eher etwas hätte sagen können. Abbas wäre auf einmal ganz handzahm und so kooperationsbereit und er hätte ihr gleich erzählt, dass er nun dieses und jenes alles tun würde, damit sich doch noch alles klärt und blubb und sie hätte es echt nicht mehr hören können, da er sie ja seit Wochen damit genervt hätte. Ernsthaft?! *Kopf -> Tisch*

Naja, wir werden sehen. Einmal zur Verdeutlichung der beteiligten Charaktere: Elif ist bei einer gestellten Situation mit aufgebrachten Eltern im Rollenspiel geradezu erstarrt (Probleme mit Konflikten) und Abbas stellte vorgestern erst fest, dass er bei kollegialen Putzdienst nicht helfen könnte, da er keine Ahnung habe, wie man eine Spülmaschine bedient oder putzt. Aber die Hand-/Spültücher könnte er mitnehmen; waschen kann er zwar auch nicht, aber das macht seine Frau dann gerne fürs Kollegium!

So, das tat gut. 🙂 Schönes Wochenende allen noch.

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2 Kommentare zu „Kleinigkeiten

  1. Eure Ausbildung klingt anstrengend. Uns werden an den Schulen einfach Klassen zugeteilt. Punkt 😉 und wir entscheiden dann, so wir unsere Lehrproben machen. Und bei allen läuft es. Und der ganze orgakram fällt weg.
    Zu dem Gerede: das gibt es wohl immer. Grade in so einer Konkurrenzsituation. Angeblich werden an einigen Schulen die refis auch gegeneinander ausgespielt.

    1. Hm, es würde mein Problem auf jeden Fall verkleinern, wenn es einfach festgelegt worden wäre. Man kann sich so natürlich etwas freier aussuchen, wo man hingeht, wenn es mal mit wem nicht klappt. Aber es gibt weniger Sicherheit für den ‚Status quo‘ der Ausbildung.

      Ich bin was den Buschfunk angeht immer wieder froh, dass ich da kein Händchen, keinen Zugang zu habe. Ja, er findet bestimmt auch an unserer Schule statt und ja, ich bin bestimmt auch schon Teil davon gewesen. Aber ich bekomme es nicht mit und es interessiert mich nicht. Besser ist das wohl. Ich weiß, dass im Mai niemand mit meinen Fächern an die Schule kommen wird fürs Ref und bin da recht dankbar für. Wesentlich weniger Stress für die stressige Phase, die dann noch kommen wird.

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