Veröffentlicht in Ausbildungsunterricht, Prüfung, Referendariat

4. UB Geschichte

In Geschichte habe ich ja seit Beginn des Jahres Ausbildungsunterricht bei Frau Klaus. Diese ist inzwischen auch über die anfängliche Skepsis, dass ‚das was mit uns werden kann‘ hinweg und hat sich gerade zum UB hin wirklich reingekniet. Da uns ja immer wieder ans Herz gelegt wird, dass wir was mit neuen Medien machen sollen, wurde das ein sehr elektronisch unterstützter UB in Geschichte.

Die Reihe lief ja nun seit Halbjahresbeginn von mir unterstützt vor sich hin und somit konnte ich bei der Planung auch sehr viel bieten. Leider bedeutete das für mich irgendwie ein Hindernis beim Ausformulieren. Ich habe ewig an dem Entwurf gesessen. Es ging um die Menschenrechte in historischer Perspektive. Eingestiegen waren wir ja mit den 19 Artikeln des Grundgesetzes, die die Grundrechte abbilden. Danach ging es über die Aufklärer und mit philosophischer Unterfütterung von verschiedenen Staatstheoretikern (Rousseau, Locke, Montesquieu) weiter zur ersten Verfassung, die sich mit allgemeinen Rechten für alle befasst hatte: Die Virginia Bill of Rights. Die UB Stunde lag dann in der Sequenz zur Französischen Revolution und der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 1789.

Rahmenbedingung der Reihe war der Einsatz von PC und Beamer als Arbeits- und Präsentationsmaterial. Die SuS arbeiteten in Einzel- oder Partnerarbeit an der jeweiligen Aufgabe, luden ihre Ergebnisse in den Austauschordner hoch und ich konnte alles im hübschen Din A4 Format zusammenfügen. Nach etwas Übung klappte das auch tadellos inzwischen.

Die Stunde sollte sich also damit beschäftigen, inwiefern die Umsetzung der Menschenrechte in der Menschen- und Bürgerrechtserklärung von 1789 als Antwort auf historische Unrechtserfahrungen gewertet werden kann. Das Thema war relativ komplex, da man einmal die Rechte identifizieren muss, diese mit historischen Sachverhalten verknüpft um den Entstehungszusammenhang aufzuzeigen und dann noch beurteilen muss, inwiefern dieses nun als Antwort auf die jeweilige Situation gewertet werden kann. Da die SuS die besagten Rechte noch nicht kannten und wir bis dahin erst einmal eine Konfliktanalyse über die Französische Revolution erarbeitet hatten, stand also die Erarbeitung und Vertiefung des Themas für die UB Stunde an.

 Hier einmal das Schema der Analyse:

Konfliktanalyse.PNG

Bis auf den blauen Bereich hatten wir schon alles geklärt und die SuS ihre Ergebnisblätter vorliegen. Ich hatte bewusst dort einen Schnitt gesetzt, da sich hier ein Vorgriff auf die Ergebnisse lohnte, damit man den Verlauf des Konflikts somit besser mit den antizipierten Ergebnissen abgleichen konnte.

Und die in der Stunde davor aufgestellten Kategorien, durch die Analyse der Ergebnisse zur Bill of Rights:

Transfer Bill of Rights.PNG

Aus diese Ergebnissen kamen wir dann zu den Kategorien, mit deren Hilfe die Erklärung von 1789 hinsichtlich der umgesetzten Menschenrechte untersucht werden konnte. Einstieg für die Stunde war:

Ergebnisse Erklärung.PNG

Die Kästen waren natürlich leer, die wurden dann in der Sammlungsphase ausgefüllt. Die Schüler beteiligten sich hier auch wirklich gut und ich schrieb einfach nur mit. Die Frage, welche sich dann stellte war: Warum wurden die Rechte so entworfen? Gab es Parallelen zur Bill of Rights?

Dann folgte eine kurze Erklärung zum Ablauf der Erarbeitungsphase. Die Formatvorlage für die Ergebnisse …

Präsentation.PNG

… enthielt gleich die Schritte für die Erarbeitung, aber der Ablauf war den SuS ja eh bekannt. Sie kopierten sich also jeweils ein Textfeld und von einem zweiten Arbeitsblatt …

Teil GA.PNG

… die für sie relevanten Artikel und legten los. Die Artikel hatte ich vorsortiert, weil es einfach viel zu lange gedauert hätte, wenn sie sich aus dem kompletten Wust die relevanten Stellen hätten raussuchen müssen. Da alle inzwischen ja schon im Umgang mit Gesetzestexten geübt waren, konnte ich tatsächlich im Zeitplan bleiben. Der Einstieg hatte knapp 5 Minuten verbraucht, die Erklärung mit den verschiedenen Schritten der Computer- und Programmbewältigung nochmal etwa 3 Minuten und die Erarbeitung 15 min.

So kamen wir knapp 25 Minuten nach Stundenbeginn zur Präsentation der Ergebnisse. Die sahen dann so aus:

Ergebnisse.PNG

Und hier passierte mir erstmals etwas, was noch nie vorgekommen ist: Ich hatte tatsächlich am Schluss 12 Minuten für die Diskussion 😮 Ich war ziemlich baff und leider fiel dabei dann einmal mehr auf, dass ich mir nicht genug Impulse im Vorfeld überlegt hatte. Denn was bis dahin wirklich reibungslos gelaufen ist, keine Patzer der Technik, sehr gute Ergebnisse der Schüler und gute Kontextualisierung insgesamt, fing nun an zu stocken. Die abschließende ‚Diskussion‘ wurde mit 4-5 Leute geführt, nur zwei davon mit wirklich eloquenten Beiträgen und der Rest schwieg.

Vielleicht lag es am Tippen. Ich hatte die Ergebnisse vorher selten so umfassend aufgenommen wie hier. (Untere Kasten wo vorher die Aufgaben standen.) Vielleicht generell immer noch an der Tatsache, dass die Schüler den Einsatz von Medien im Unterricht in der Form nicht gewohnt sind. Vielleicht saßen die Inhalte aus den vorherigen Stunden nicht so gut, wie ich angenommen hatte bei den Übrigen, die sich nicht beteiligten.

Auf das Urteil des FL musste ich den Tag noch warten, da er einen weiteren Termin hatte und gleich nach der Stunde weiter musste. Aber die Schüler habe ich nach ihrem Urteil gefragt. Nicht zu der Stunde direkt, sondern allgemein zu dem, was wir zusammen erarbeitet hatten. Da zeigte sich wieder, wie akkurat die Kinder beim Feedback sind. Genau die Punkte, die allgemein kritisiert werden, brachten auch sie.

  • Manchmal seien Fragen unklar oder viel zu viele davon gestellt worden.
  • „Nebensächliches“ würde zu genau erfragt.
  • Kein Computerraum mehr (^.^)
  • Roter Faden (ich werde wohl bei den komplexen Themen mal sowas wie ein ‚Inhaltsverzeichnis‘ erstellen)

Der Rest vom Feedback war positiv. Der Unterricht hätte Spaß gemacht und man hätte viel gelernt. Meine Vorbereitung wurde gelobt (da musste ich Schmunzeln, man fühlt sich in Schülerzeiten zurückversetzt 😉 ), meine Aufnahmefähigkeit von Schülergedanken sei schnell, Zeit für Aufgaben sei gut bemessen und der Medieneinsatz habe auch gut funktioniert. Ein Feedback muss ich hier noch einmal festhalten. Da habe ich mich doch sehr über die Mühe gefreut, mit der es erstellt wurde.

BPS19042017_0001_LI.jpg

Mein FL hat nicht viel hinzuzufügen gehabt, als wir uns dann trafen. Die problemfrage hätte ich etwas ‚ausschärfen‘ können, etwas, was ich mich ja immer noch nicht recht traue. Schülerbeiträge verändern ist eben eine heikle Sache. Der Umgang mit den Medien wurde gelobt, er war recht angetan von meiner Tippgeschwindigkeit, die die Diskussion tatsächlich nur minimal verlangsamt hatte.

Zum Problem des Stockens am Schluss sagte auch er, dass es wohl an der scheinbaren Finalität der Antworten gelegen haben könnte. Dadurch, dass ich direkt alles eingetragen habe, erschien es, als wären die Punkte nicht mehr diskutabel. Ich werde das nochmal am ‚lebenden Objekt‘ ausprobieren bei nächster Gelegenheit. Die Ergebnisse der Computergestützten Reihe fand ich nämlich schon ganz nett.

Letztlich war diese Stunde eine gute Zwei nach Meinung meines FL. Ich persönlich hätte sie eher im 3er Bereich angesiedelt, da eben das Lernziel nicht erreicht wurde, da nur so wenige sich am Schluss wirklich beteiligt hatten. Da würde es dann im Examen wohl auf die Personen ankommen, die da vor mir sitzen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s