Veröffentlicht in Ausbildung, Prüfung, Referendariat

Bunt Gemischtes und ein Lob

Vieles hat in letzter Zeit seinen Weg hierher nicht gefunden. Ich wollte man einiges Dinge gesammelt ohne konkreten Titel hinterlassen.

Das Aktuellste zuerst: Heute bekam ich ein Lob von meinem Schulleiter. Das tat auf mehreren Ebenen ganz gut. Einmal rückte es die letzte UB Stunde in Geschichte in ein anderes Licht, wenn man eine zweite offizielle Meinung zu deren Qualität hört. Für ihn war die Stunde ebenfalls gelungen, jedoch sah er die fehlende Diskussion am Schluss kritischer als mein Fachleiter und sprach mir somit eher nach dem Gefühl her zu. Bei so viel Zeit am Schluss keine allgemeine Diskussion zu ermöglichen/herzustellen ist etwas, was ich im Examen unbedingt vermeiden sollte. Das zeigte mir, dass ich mit meiner schlechteren Einschätzung nicht alleine dastehe und dass es wirklich auf denjenigen ankommen wird, der mich letztlich beurteilen muss. Er gab mir noch einmal den Rat, möglichst viele solcher ‚möglichen Baustellen‘ im Entwurf anzureißen und nach den Stunden tiefgehend zu reflektieren.

Allgemeiner gesehen, lobte er meine Arbeitsweise. Das tat wirklich gut, da er meiner Ansicht nach immer genau bei den UBs dabei gewesen ist, die nicht so gut gelaufen sind. Ich hatte mir schon ausgemalt, dass er ein ‚viel gewollt und nicht gekonnt‘ Bild von mir aufgebaut hatte. Dem ist wohl nicht so. Er sprach sich sehr positiv über die Materialien aus, die generelle Vorbereitung und meinen „Mut, so eine Stunde zu zeigen“. Anscheinend wird eine ‚Medien-Stunde‘ ab nächstem Jahrgang hier Pflicht für alle. Er selbst steht dem offen gegenüber und würde in der Schule gerne mehr mit Technik, Programmen und neueren Medien arbeiten. Wenn man das Geld hätte. Deswegen wäre die Stunde für ihn auch sehr informativ auf mehreren Ebenen gewesen. Was ist möglich und was nicht? Chancen und Probleme bei der Umsetzung und so weiter.


Davon ab steht mein Examenstermin nun fest. Am 09.10. werde ich voraussichtlich meine Prüfung ablegen; der vorletzte Tag des Prüfungszeitraums. Ich habe den Termin so spät gelegt, da ich vorher wirklich gerne auf der Stufenfahrt der Q1 nach Ausschwitz teilnehmen möchte und so ein paar Unterrichtsstunden mehr herausschlage, falls durch die drei Tage (plus Wochenende) viel entfallen sollte. Wirklich viel Zeit vergeht nach den Sommerferien nämlich eh nicht, bis man im Examen ist.

Was die Kursfahrt vorm Examen angeht, so bin ich noch zwiegespalten. Es wird sicher sehr interessant und die Q1 (jetzige EF) wird auch den Kurs für mein Philoexamen stellen. Da verbringe ich gerne noch etwas Zeit mit ihnen zusätzlich. Aber es wird auch echt stressig werden, in dem kurzen Zeitrahmen noch einen so großen Termin unterzubringen. Ich plane im Moment eher nach ‚Augen zu und durch‘. Schauen wir mal was das gibt >.<


Ich habe meinen ersten „Hate“ bekommen. Von der kleinen Lara aus der 6. Klasse. Bisher hatte mich ja noch nie ein Schüler wirklich angegangen. (Als ‚angehen‘ kann man das von Lara aber eigentlich auch nicht bezeichnen.) Romina aus der 9. hat etwas gezickt anfangs und der 12er GK in Philo war zuerst ein wenig schwierig, aber ansonsten? Alle absolut vorbildlich.

Als wir nun an dem Tag in etwas unruhiger Atmosphäre, die 6er habe ich ja immer nachmittags in der 8. und 9. Stunde unterrichtet, versuchten zu produktivem Unterricht zu finden, fielen doch ein paar der Kleinen durch wiederholtes Quatschen, Reinrufen und generelle Unruhe auf. Besonders: Lara. Sie merkte teilweise nicht einmal, dass sie am Reden war, schien mir. Letztlich wurde ich nach der dritten Ermahnung etwas deutlicher und erhob auch die Stimme. (Sie war ja nicht die einzige, genervt war ich zum Schluss also schon.)

Zwanzig Minuten vor Schluss brach ich das ‚Experiment Unterricht‘ ab und gab ihnen eine Einzelarbeit. Textzusammenfassen – etwas was wir die Stunden vorher erst noch geübt hatten, da die Kleinen noch eher Textwiedergaben als Kurzfassungen ablieferten. Ich hatte einfach keine Lust mehr mich immer wieder zu wiederholen und um Ruhe zu bitten oder tödliche Blicke durch den Klassenraum zu werfen. Da ich kurz davor noch ein Heft mit offensichtlichen Nachrichten abgefangen hatte, war es mir einfach zu bunt geworden.

Als alle sich an ihre Aufgabe machten, inspizierte ich das Hausaufgabenheft. Lara und Sina hatten riesengroße Augen bekommen, als ich es nebenher bei der Diskussion zum Unterrichtsgegenstand einfach abgefangen und aufs Pult gelegt hatte. Beim Blick auf das aktuelle Datum wurde mir auch klar warum. „Ich hasse Ms Phye“ stand da mit Tipp-Ex gepinselt. Damit man es nicht sofort sieht 😉 Immerhin hatten sie es versucht diskret zu machen.

Mit einem lachenden und weinenden Auge, bat ich Lara vor die Tür. Sofort legte sich eine Todesstille über die Klasse, das war noch nicht passiert bei mir. Sie tat mir in dem Moment eher leid. Direkt angegriffen fühlte ich mich von dem Vorfall nicht, aber es musste etwas außerhalb vom Unterricht vorgefallen sein, dass es für sie so eskalieren ließ. Eigentlich ist sie nämlich offener und auch recht aufgeweckt. Da es schon einmal einen Vorfall gegeben hatte, wo der Klassenlehrer mir mitteilte, dass sie den Nachmittag bei mir im Unterricht fehlen wird, um einen Brief an ihre Mutter zu verfassen, mit der sie so nur schwer reden kann, suchte ich die Ursache auch eher dort, als in meinem aktuellen Unterricht oder bei meiner Person selbst.

Leider konnte ich sie nicht dazu bringen, sich zu öffnen. Sie begann sofort zu weinen, als wir vor der Tür waren und antwortete auf meine Nachfragen, ob alles ok wäre nur mit „Ja.“ Sie wüsste nicht, warum sie das gemacht hätte. Ich teilte ihr mit, dass ich das eintragen müsste und dass sie, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt das nächste Mal einfach direkt etwas sagen könnte. Ich entließ sie dann zur Toilette, damit sie nicht verweint in den Klassenraum zurück musste. Da das vor den Ferien passierte, bin ich gespannt, ob es damit abgehakt ist oder ob da noch etwas kommen wird.

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7 Kommentare zu „Bunt Gemischtes und ein Lob

  1. Ich war im Januar bei einer Auschwitzfahrt dabei und fand sehr wichtig, denn man fährt da ja nicht mal spontan hin. Ich denke aber, dass man abwägen sollte. Warst du z.b. schon mal dort? Dann würde ich mir den zusätzlichen Stress/fehlende Zeit zum vorbereiten, nicht antun. Ansonsten ja.

    1. Nein. Bisher war ich noch nicht da und geplant wurde alles bereits von einem Lehrer, der das öfter macht. Ich müsste „nur“ mitfahren.

      1. Genauso war es bei mir auch 🙂 ich war nur 5 Begleitkraft. Das war quasi ein Angebot meiner Schule an die Geschichtsrefi. Musste es nur selbst zahlen. Ich hätte auch z.b. keine Schüler alleine betreuen dürfen

      2. Doch, das wäre schon dabei, da ich weibliche Begleitung wäre und die einzige. Wären auch nur 2-3 Lehrpersonen insgesamt soweit ich weiß.

      3. Bei mir waren es zwei Schulen. Und da jeweils zwei Lehrer. Wobei ich an der zweiten Schule tatsächlich das Halbjahr zuvor unterrichtet hatte. aber man darf bei und als refi eigentlich keine aufsichten haben versicherungstechnisch 😉

      4. Also ich fand es sehr interessant. Bei uns ging das vom Montag -Samstag. Wir haben das Stammlager 1 und Birkenau besucht. Einen Tag waren wir in Krakau. Dann mussten die Schüler Präsentationen vorbereiten und Freitags vorstellen. Als die gearbeitet haben, war ich nochmal in der Länderausstellung. Samstags hatten wir noch eine Führung durch den Ort und dann ging es heim. Wir hatten auch einen Zeitzeugen. Mir war nur das Stammlager 1 zu überlaufen

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