Veröffentlicht in Lehrer, Organisatorisches, Schule

Und doch gleich wieder zurück?

Die erste Woche ist rum und ich nähere mich dem Ende der zweiten. Mein Stresspegel ist deutlich gesunken, ich bin direkt angekommen bei der Arbeit, den Schülern und den Kollegen. Mein Einsatzbereich (Geschichte, Sek I) lässt auch nicht so wirklich neuen Stress aufkommen, da es vom Aufwand natürlich nicht mit Oberstufenkursen vergleichbar ist. Heute habe ich sogar den Rest des Tages frei und nur eine Stunde im Vormittagsbereich gegeben. Alles sehr nett.

Und: Ich hatte einen Termin mit meinem alten Schulleiter, der gerne wieder zukünftig mein Schulleiter werden möchte. Nein, er hätte leider keine feste Stelle für mich zum 1.2., da könnte er nichts versprechen, aber 23h hätte er. Die Mischung dieser Kurse ist ganz angenehm, wenn sie auch nicht mit dem geringen Arbeitsaufwand der jetzigen Zusammensetzung mithalten kann. Da ich schon langfristig plane, in der Ecke hier direkt an einer der Schulen unter zu kommen, muss ich mich wohl auf etwas Wartezeit einrichten, was die unbefristeten Stellen angeht. Schade, aber soweit natürlich nicht zu ändern. Immerhin ist dann der Rest des Schuljahres gesichert.

Letztlich bleibt also nur abwarten, wo es einen schlussendlich hinverschlägt. An der neuen Schule wurde ich heute sogar direkt um einen Kurs zur Einweisung ‚mit all dem neuen Medienzeug‘ gebeten. Würde mir auch glatt in den Fingern jucken das anzubieten, aber ich sehe dort keine Perspektive und habe somit wenig Elan, Zeit und Energie dafür zu investieren. Fällt so ein Einsatz eigentlich unter ‚das macht man mal so nebenbei‘? Gibt es dafür extra Stellen, also Leute die dafür bezahlt werden, dass das Kollegium in Fähigkeit X geschult wird? Ich muss mich wohl mal informieren. Das Thema kam nämlich im Gespräch an der alten Schule auch direkt auf. Ich meine mich erinnern zu können, dass wir eine A14 Stelle letztes Jahr dafür besetzt hatten … irgendwas mit Medien oder so.

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Veröffentlicht in Alltag, Planung, Schule

Dann wollen wir mal …

Mit der Einstellung ging ich in die vergangene Woche. In dem vollen Bewusstsein – Nun zählt es, jetzt kannst du einfach mal machen – fing ich die Arbeit in den neuen Klassen an. Es war ein merkwürdig befreiendes Gefühl, dass ich einfach loslegen konnte. Ohne Mir tatsächlich Gedanken um den Rahmen und das erwartete Ergebnis machen zu müssen. Hauptsache es passte zu mir und den jeweiligen Kursen. Ich war wirklich gespannt, wie sich die ‚Chemie‘ zwischen mir und meinen acht Kursen so einstellen würde; oder ob eben nicht.

Gleich Montagmorgen begrüßte mich meine erste 9er Klasse. Vor beiden Neunern war ich gewarnt worden; ganz schlimme Fälle und so unruhig und desinteressiert und laut und und und. Hmhm, joa. Bei der zweiten Klasse nahm sich der Klassenlehrer sogar Zeit, sprach eine Stunde vorher mit mir über die Problemfälle, versah meine Liste mit Kreuzchen und Sonderzeichen und versuchte mich präventiv auf die zwei Nachmittagsstunden mit seinen Schülern vorzubereiten. Gut, 8.+9. Stunde ist jetzt auch nicht so meine Lieblingszeit, ich erwartete also tatsächlich nicht besonders viel Motivation. Jedoch sollten sowohl diese Klassen als auch fast alle anderen mich absolut positiv überraschen.

Die ersten Stunden hielt ich in allen Klassen frontal – ich wollte die Schüler kennenlernen und direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Das klappt einfach am besten, wenn man fragend entwickelt. Und dieses mal schaute eben keiner genauer hin, somit hatte vor allem ich sehr viel Spaß 😀 Ich hatte gleich zur Beginn der Ausbildung eine solche Stunde mal gehalten, die Dynamik kann ich offensichtlich immer aufbauen – 190 Minuten Unterrichtsgespräch von 14:15 bis 15:45 Uhr und nicht einer hat wirklich abgeschaltet. Klar, wird kein Dauerzustand, aber es hat sich einfach so ergeben. Wir besprachen das Krisenjahr 1923 und da zufälligerweise der 9. November war und das Datum ja in dem Kontext mit der Novemberrevolution und dem Hitler-Ludendorff-Putsch auch hervorragend passte, führten wir das auch gleich noch über ’38 und ’89 weiter aus, um den Ausblick für den Rest des Schuljahres zu geben.

Das abschließende Urteil von meinem Nachmittagskurs bekam ich auch sofort: „Das war besser als bei Herr Müller-Stein!“ Schloss die Wortführerin zufrieden die Stunde, als sie sich erleichternd aufatmend zu ihrer Nachbarin wand. Natürlich hat man in den ersten Stunden lange Ohren und schnappt so etwas auf ^.^ Das Ergebnis war auf jeden Fall Meilen von dem entfernt, was ich nach der ‚Einnordung‘ durch den Klassenlehrer erwartet hatte. (Und um kein falsches Bild aufkommen zu lassen: Ich halte Herr Müller-Stein für sehr kompetent. Meine Art kam wohl eher an, als dass es als ein fachliches Urteil gewertet werden kann.)

Von der anderen 9er Klasse war das Lob nicht ganz so direkt, aber Sören erzählte mir am Donnerstag, dass ich bereits einen Kaktus zugedacht bekommen hätte. Erst war ich etwas unsicher, ob dass nun so positiv zu sehen wäre, aber er erklärte mir, dass nur die Lieblingslehrer einen ‚Klassenkaktus‘ bekommen hätten. Meiner ist (bezeichnender Weise) groß, schmaler und hat rote Blümchen oben drauf – für die Haarfarbe; Sörens Gegenstück war klein und rund mit eben denselben Blümchen als Zeichen für die Haarfarbe. :mrgreen: Ich war sehr gerührt, dass man mir nach zwei Geschichtsstunden bereits ein solches Zeichen der Verbundenheit bescherte.

Zum Q1 Kurs gibt es zu berichten, dass ich ihn nicht bekommen habe. Am Montag, kurz vor der ersten Stunde, wurde ich darüber informiert, dass es eine erneute Absprache gegeben hätte und der Schulleiter sich nun doch hatte überzeugen lassen, dass es den Schülern und allen weiteren Beteiligten gegenüber fairer wäre, wenn kein Vertretungslehrer für drei Monate in einem abiturrelevanten Kurs unterrichtet. Stattdessen darf ich nun den Zusatzkurs bespaßen. Dort ist man so unglaublich frei in der Themenwahl, dass ich in den Genuss komme, mich mit der aktuellen Migrationskrise zu befassen. Und: Wenn ich bisher eher den Eindruck hatte, dass die Zusatzkurse voller ‚Fachverweigerer‘ wären, so wurde ich eines Besseren belehrt. So eine motivierte Truppe! 85% Dauerbeteiligung, 95% Wunsch nach einem Referat, unheimlich breites Allgemeinwissen und geschichtlich sowie politisch interessiert … ich dachte, ich träume!

Gut, der Einstieg war so semi-optimal … Ich trottete in der schlurfenden Masse, die vom Pausenhof strömte, hinter den Schülern her zum Kursraum und wurde Zeugin folgenden Gespräches:

„… vorher Referendar in X … – … soll wohl … “

„Ah! Die die dort … “

„Ja, waren wohl nicht so begeistert von der. Und die haben wir jetzt … “

„Hm, na das kann was werden …“

Da wir dann im Kursraum angekommen waren und die zwei sich an ihren Plätzen ans Auspacken machten, fiel ihnen nach wenigen Sekunden auf, dass ich direkt vor ihnen am Pult stand und das Gespräch wohl mitgehört hatte. Betreten lächelnde Gesichter versuchten ungesagt zu machen, was nun einmal ausgesprochen worden war und ich beließ alles bei einer skeptisch gehobenen Braue und einem kleinen Schmunzeln.

Ich dachte mir nur, als der Name der Stadt meiner alten Schule fiel, dass ich mich hier wohl etwas beweisen müsste und sparte mir das Grübeln darüber, woher so ein Gerücht denn gekommen sein könnte. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass einer meiner ehemaligen Schüler so etwas über mich verbreitet hat. Aber da sieht man es mal wieder, alles ist möglich. Nach der ersten Stunde hatte ich sie aber (denke ich) zumindest wieder auf neutralem Boden 😉 Aufgebaut durch den Ausspruch Merkels „Wir schaffen das!“ hatten wir uns im Kurs erstmal gefragt: Ja, was denn eigentlich genau? Und so das Thema gründlich vorstrukturiert. Die Schüler gaben sich also idealerweise Aufbau und Aufgabe für die kommenden Wochen selber.

Das einzige genau gegenteilig gelagerte Erlebnis, hatte ich in den Stunden in dem einen 6er Kurs. Absolutes Chaos. Ich hatte in der Annahme, dass eben in allen Räumen Beamer und Anschlüsse vorhanden wären eine kleine Präsentation zum Thema erstellt und erfuhr dann kurz vorm Unterricht, dass noch keine Laptops und HDMI Kabel standardmäßig im Neubau der Schule vorhanden wären. Tablet hatte ich selbst, aber das HDMI Kabel war nicht dabei den Tag. Also den Raum schnell noch umgebucht und die Klasse abgeholt. Tja, dadurch löste sich die Sitzordnung auf und es saßen natürlich die zusammen, die nicht hätten zusammen sitzen dürfen. Die Stunde war gelaufen, noch bevor sie anfing. Ich schaffte es nicht, Ruhe herzustellen. Die zweite Stunde heute im Klassenraum lief etwas besser, aber da die Kinder meine Ankündigung, dass alle die, die Stören einen ‚Entschuldigungskuchen‘ backen müssten wirklich ernst genommen hatten, gab es dann drei Kuchen in der 6. Stunde Geschichte  … die natürlich wieder jeglichen geordneten Rahmen sprengten. Es tat ihnen ehrlich leid, dass sie so unruhig wären … aber es wäre eben 6. Stunde und der Kuchen schmeckt so gut und es wäre unfair, dass man jetzt nicht drangenommen worden war und … sie quatschen einfach furchtbar schnell, laut und viel miteinander. Vereinbarung mit den Klassenlehrern für die Zukunft: Die größten Störenfriede gehen mit einer Aufgabe in die parallel stattfinden Oberstufenkurse. Mal sehen, ob das hilft.

In einem der 8er Kurse habe ich dann heute tatsächlich gleich zur ersten Stunden in der Klasse bereits erwähnte Geschichts-Referendarin (Lisa von nun an) sitzen, die die kompletten zwei Stunden eifrig Notizen anfertigte. Es ist echt mal ein komisches Gefühl, nun so indirekt bewertet zu werden. Ich habe deutlich gemerkt, dass mich das Bewusstsein, dass mein Verhalten gerade auf eine ganz andere Art und Weise als zuvor auf die Goldwaage gelegt wird, durchaus im Unterrichtsgeschehen gebremst hat. Man denkt häufiger nochmal darüber nach, ob das was man da nun tut und sagt tatsächlich Sinn macht. Es wird wohl ganz hilfreich sein, diese Kontrollinstanz nicht ganz zu verlieren. Ihre Rückmeldung nach der Stunde war aber sehr positiv, besonders was den Lernertrag und das Verhalten der Schüler anging. Sie selbst unterrichtet Deutsch in der Klasse und kennt somit alle aus ihrem BdU und sprach sich ganz erstaunt über die ungewohnte Beteiligung einiger aus, die bei ihr dauerhaft zu den Stillen bis Stummen gehörten. Persönliches Interesse macht eben doch sehr viel aus.

So kam ich dann auch mit den Referendaren ins Gespräch und wurde natürlich zum Examen ausgequetscht. Mein Ex-Philo-Mit-Referendar, der die Stelle bekommen hatte, scheint mit ihnen nicht so warm geworden zu sein, er wechselte kaum ein Wort mit jemandem. Nachdem die Erfahrungen zum Kollegium, den Fachleitern und Prüfungssituationen ausgetauscht worden waren, fragte mich eine andere Referendarin plötzlich, ob sie im Januar wohl bei mir hospitieren könnte. Verwirrt hakte ich nach, ob sie wirklich in Englisch bei mir in den Kurs kommen wollte … ich fühle mich nicht einmal ansatzweise fähig dort jemandem irgendetwas zu vermitteln.

„Nein, Geschichte wäre auch ok.“ – „Aber … hast du nicht Russisch als zweites Fach?!“ – „Ja, aber ich könnte bestimmt trotzdem sehr viel lernen!“ – „Äh … öhm … joa, wenn du willst?!“

Ich weiß ehrlich immer noch nicht recht, was ich davon halten soll. Aber … hey, einer mehr oder weniger hinten drin in den Stunden, wird schon nicht schaden. Vielleicht reden wir ja die Tage nochmal drüber ^.^

Veröffentlicht in Planung, Schule

Vorbereitung und Organisation für das 2. Quartal im Schuljahr 2017/18

Das wäre dann in etwa das, was ich die letzten Tage geschafft habe. Und nun ist er bald da, der große Tag am Montag. Ein wenig habe ich doch Respekt vor dem neuen Abschnitt, der nun beginnen wird. Acht Kurse habe ich für das Quartal bekommen. Alles Geschichte bis auf einen Englischkurs. Und auf den hat sich meine Vorbereitung die letzten Tage konzentriert. Ordentlich Kopfschmerzen macht mir auch der zweite Oberstufenkurs in Geschichte. Aber der Reihe nach.

Ich habe mir eine Notfall ‚how to‘ Anleitung geben lassen, worauf man bei Englischstunden denn so achten sollte. Glücklicherweise kann ich mit einem Jugendroman beginnen, was mir wesentlich mehr Spaß macht, als es Digital Age oder ähnliche Themen wohl bereiten würden. Und einen riesigen Unterschied zu den anderen Fächern habe ich auch schon bemerkt: Es gibt eine Unmenge an Material. 😮 Diese Auswahl! In zwei Lehrerbänden habe ich so viel vorbereitetes und -gedachtes gefunden, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst einbinden soll. Kernthema sind Teenage Dreams and Nightmares, wobei es im Roman letztlich um Schwangerschaft geht.

Die Lehrerin, von der ich den Kurs übernehme, meldete sich auch direkt zu Beginn der Ferien bei mir, nachdem ich einmal eine Mail an alle Kollegen geschrieben hatte, deren Kurse nun im kommenden Quartal von mir weitergeführt werden. Ihre Anmerkungen waren recht routiniert, zeugten aber bei genauerer Nachfrage von sehr viel Unterricht ‚aus dem Handgelenk‘ heraus. Eine alteingesessene Sprachenlehrerin, die sich keine Gedanken um ‚all das methodische Chi-Chi‘ macht (nach eigenen Angaben).  Ich werde also bei den Schülern wohl etwas exotisch ankommen, wenn ich nun herumprobiere.

Allerdings freue ich mich darauf auch schon gerade darauf. Es ist mein erster Englischkurs überhaupt und da einem ja angeraten wird, sich auf 1-2 Kurse im Arbeitsalltag zu konzentrieren, wurde der sofort dazu auserkoren. Da ich ja auch weiterhin im Fachseminar in Englisch teilnehmen werden, ist dies also der Beginn meines Referendariats 2.0 für das dritte Fach. Und da darf es dann schon ‚etwas mehr‘ sein, was die Unterrichtsvorbereitung betrifft. Der Referendar, mit dem ich gestern sprechen konnte, wird dabei mein hauptsächlicher Ansprechpartner an der Schule sein, schätze ich mal. Somit brauchen wir mal wieder einen neuen Namen … Sören passt ganz gut.

Es gibt an der Schule eine Cloud über das Office 365 Paket. Alle sind vernetzt, ich kann Kursbücher über OneNote anlegen und genau das habe ich dann für den Englischkurs einmal gemacht. Noch ziemlich hakelig selbstverständlich, da ich so noch nie gearbeitet habe, aber es juckt mir einfach in den Fingern, die technischen Möglichkeiten auszuloten. Plan ist hierbei, dass die Schüler den allgemeinen Bereich sehen und mitgestalten können, es eine Art Bibliothek gibt, aus der sie Material herunterladen können und jeder seinen persönlichen Abschnitt hat, auf den zwar ich, aber sonst niemand zugriff hat. Gerade für Hausaufgaben und die Korrektur derselben, ist das sehr praktisch. Mal schauen wie das läuft.

Gestern sprach ich also mit Sören über meine Ideen für den Reiheneinstieg. Ich rief gerade ein Arbeitsblatt für die Gruppenarbeit auf, da meinte er gleich: „Oh, das ist toll. Das könnte man für die Klausur nehmen!“ Uhg-hm. Das war mein Einstieg. Nachdem wir uns gegenseitig versichert hatten, dass wir das jeweils ernst gemeint hatten, entschied ich, dass ich meine Aufgaben demnächst schön gegenlesen lassen werde und streckte die geplanten vier Unterrichtsstunden auf acht >.< Ich werde wohl ein Problem mit dem Niveau bekommen.

Das liegt größtenteils daran, dass ich das Schülerniveau im Englisch Null einschätzen kann. Mein letzter Berührungspunkt mit Englisch liegt dazu fast drei Jahre zurück – da habe ich meine Prüfungen des ersten Staatsexamens abgeschlossen. Wir werden also sehen, wie ich (und die Schüler 😀 ) aus der Doppelstunde am Montag herauskommen werden.

Und dann wäre da das Problem mit der Q1. Mir wurde nun tatsächlich mit diesem Geschichtskurs eine Aufgabe zugeteilt, die für die Schüler einen sehr unangenehmen Beigeschmack haben wird: Lehrerwechsel in der Oberstufe. Es ist äußerst suboptimal, wenn man sich immer wieder auf andere Personen und Unterrichtsstile einstellen muss. Ich hoffe sehr, dass ich der Anforderung inhaltlich gerecht werden kann und habe auch zu dem vorher unterrichtenden Fachlehrer schon Kontakt aufgenommen. Dieser ist natürlich alles andere als begeistert, da er den parallelen Kurs sowieso unterrichtet und diese beiden vom Inhalt her auf dem gleichen Stand hatte, nachdem bei ‚meinem‘ Kurs Anfang des Schuljahres noch dazu drei Wochen ausgefallen sind. Und zwei Schüler sitzen mindestens da drin, die wissen, dass sie Geschichte mit ins Abi nehmen wollen. *seufz* Sehr verfahren alles.

Veröffentlicht in Ausbildungsunterricht, Lehrer, Schule

Willkommen im Lehramt – Jetzt aber ‚richtig‘!?

Mein letzter Tag als Referendarin an der Ausbildungsschule ist am Freitag gewesen. Ich blicke mit einem sehr stark lachenden und einem nervös zuckenden Auge auf die Zeit zurück. Ich werde die Schüler auf jeden Fall vermissen und viele der Kollegen auch. Nun geht es an eine neue Schule und ich fürchte, es wird ein ‚Zwischenspiel‘.

Die Verabschiedung an der alten Schule lief herzlich. Meine Kleinen sahen mich den Tag zum letzten Mal und hatten ja noch ihren versprochenen Kuchen ausstehen, den sie sich für ihre tolle Mitarbeit am Examenstag gewünscht hatten. Ich wurde dann ebenfalls mit Kuchen überrascht, als ich meine große Box herumgehen ließ. Zwei der stilleren Mädchen hatten sich den Nachmittag vorher getroffen und ihrerseits gebacken. Ich bekam ein Schokoladenherz mit Silberperlen überreicht und einen Schokokuchen mit bunten Perlen, Sternen und Glasur. Mitsamt verziertem Plakat, auf dem sie sich für die schöne Zeit bedankten und mir viel Spaß an der neuen Schule wünschten. Hach ja, sie werden mir fehlen.

Rezept.PNGDie Q1 hatte sich ein paar Tage vorher ihren Kuchen abgeholt und waren so begeistert, dass sie sich das Rezept zum Abschied wünschten. Es wurde spontan beschlossen, dass jeder, der eine schlechte Arbeit schreibt für den ganzen Kurs von nun an Kuchen backen müsste ^.^ Da wir uns noch darüber hinaus über Handschriften unterhielten, verfasste ich das ganze in meiner kalligraphischen Lieblingsmischung aus gotischer Schrift und Fraktur. Leider hatte ich etwas wenig Zeit, weswegen es nicht so gleichmäßig wurde. Die Schüler fanden es aber hübsch genug und werden wohl demnächst öfter mal nach Klausuren an mich denken 😀

Zum Abschluss lud mich der Schulleiter noch zu sich. Doch etwas neugierig, was es nun wohl noch hoch offiziell zu besprechen gäbe, fand ich mich nach diversen Umarmungen und Händedrucken bei ihm ein. Er leitete ohne viel Umschweife ein, dass ich mir ja der jetzigen und zukünftigen Stellensituation bewusst wäre. Nach einem verwirrten Blick meinte ich, dass meine Kristallkugel leider nicht so gut funktioniert in letzter Zeit, da ich wirklich nicht zuordnen konnte, was er mir sagen wollte. Nun, der alteingesessene Philosophielehrer geht zum Halbjahr, der andere Kollege ist nebenher noch Fachleiter in Deutsch und kann keine Stunden übernehmen und Herr König ist mit den Leistungskursen (drei an der Zahl) und den übrigen Oberstufenkursen voll ausgelastet. Von Herr Drüppert sprach er nicht einmal, der wurde gleich unter ferner liefen aussortiert. Es gäbe somit zum Halbjahr ordentlich Philosophiestunden zu besetzen und die würde er doch gerne mit meiner Person verbunden sehen. Eine Initiativbewerbung wäre also der beste Schritt zum 1.2. im nächsten Jahr.

Da ich die feste Stelle am Gymnasium im Nachbarort nicht ergattern konnte (da ich nur an zweiter Stelle platziert worden war), rechne ich nicht damit, dass ich dort auf Dauer unterkommen können werde; wenngleich ich die Ausstattung der Schule, die grundlegende Organisation der Fächer und besonders den Fokus, der dort auf Philosophie in der Unterstufe gelegt wird, schon für eine dauerhafte Beschäftigungssituation sehr ansprechend fände. Allerdings ist meine Ausbildungsschule tatsächlich die einzige auf weiter Flur, die Philosophieleistungskurse anbietet. Wenn man die Schulen kombinieren könnte … Aber gut, das nimmt natürlich etwas die Sorge, was zum neuen Halbjahr dann werden könnte.

An der neuen Schule war ich am letzten Schultag dann auch noch. Dort nahm mich der Schulleiter gleich in Empfang, gab mir noch ein paar Tips für die nächste Bewerbungssituation und überreichte mir dann meine Kursliste. 18 Stunden darf ich nun für drei Monate diverse Geschichtskurse geben – und eine EF in Englisch unterrichten. Als ich das sah, brach bei mir doch ein wenig der Stress durch und ich fühlte mich, als wäre ich im Referendariat 2.0 angekommen. Letztlich kann ich es wohl genau so sehen. Ich habe mit der Englischfachleiterin an meiner Ausbildungsschule vereinbart, dass ich für die Fachseminarsitzungen zu ihrer jetzigen Gruppe dazu stoßen werden, da ich in Englisch bisher ja ’nur‘ das Studium absolviert habe und nicht besonders viele Eindrücke vom praktischen Unterrichten sammeln konnte.

So richtig ‚richtig‘ Lehrerin bin ich nun also nach dem Staatsexamen doch noch nicht. Es wird auch weiterhin eine Ausbildungssituation geben und ich muss mal schauen, inwiefern ich nun in der paradoxen Situation feststecken werde, dass ich Auszubildende und Ausbilderin zugleich bin, da eine der Geschichtsreferendarinnen schon ungeduldig auf mich zu warten scheint. Das wird also noch spannend.

 

Veröffentlicht in Prüfung, Referendariat

Das 2. Staatsexamen – oder: Wie weit bekommt man den im Matsch festgefahrenen Karren den Berg hochgezogen? Teil 2

Gut, erster Halbteil war geschafft, nun ging es zu der Stunde über, bei der ich so viel Arbeit im Vorfeld in den Wind geschossen hatte und die mir unglaubliche Bauchschmerzen bereitete. Ich packte direkt alles zusammen und huschte zum Kursraum. Noch 35 Minuten bis zur zweiten unterrichtspraktischen Prüfung.

Im Raum angekommen erwarteten mich aufgeräumte Tische und tatsächlich alle Arbeitsblätter auf den Plätzen, wo ich sie vorher bereits verteilt hatte. Es war also nicht der gesamte Raum noch zu schieben. Nervös setzte ich mich hin und ging nochmal den Ablauf durch, markierte mir wichtige Stellen im Ablaufplan, spielte gedanklich immer wieder die möglichen Gespräche durch und musste irgendwann resigniert eingestehen, dass ich den Plan niemals durchbekommen würde. Die Stunde war zu vollgepackt. Das passiert eben, wenn man den Ideen keine Zeit gibt, sich über ein paar Tage zu setzen und mit dem 5. Plan von zwei Tagen vorher letztlich in die Prüfung geht. Der Fatalismus holte mich wieder ein; was nun passieren würde, würde passieren.

Planung.PNG

So sah der Plan aus. Sachlogisch richtig, immerhin, stellte sich die Kleinschrittigkeit und die teilweise zu langen Phasen als grundlegendes Problem heraus. Bereits das Einstiegslied, passte zwar hervorragend zum Thema, leitete auch wunderbar die Stimmung der drängenden Entscheidungssituation ein, aber … war mit 3 Minuten reiner Spielzeit einfach zu lang. Im ’normalen‘ Unterricht kein Problem – hier natürlich einer von vielen Zeitfressern.

Dass die Schüler im Thema angekommen waren merkte man daran, dass sie ewig hätten diskutieren können. Und das auch auf fachlich hohem Niveau taten. Es kam alles an theoretischen Aspekten, die ich mir hätte wünschen können. Sie stellten fest, dass Musik und Textinhalt eben paradoxer Weise eher konträr zueinander standen, dass der Mann in seinem Leben unglücklich scheint, seinen Träumen nachjagen will, sich bedrückt und eingezwängt fühlt und einfach nur weg will; dass er aber genau weiß, wie er es umsetzen könnte, dass er konkret beginnt zu planen, dass er genau formulieren kann, was er möchte. Sie ordneten seine Aussage der Nicht-Freiheit aus existenzialistischer Sicht ein, dass er sich ja nur selbst vorgeben würde, dass er dies oder jenes nicht kann, dass Ziele immer sinnleer sind und wir selbst ihnen den Sinn schaffen, dass er nun in jegliche Richtung entscheiden kann und welche Motive ihn da leiten könnten.

Es lief. Die Murmelphase zum Thema Verantwortung und Angst bei den Entscheidungen Gehen oder Bleiben verlief ebenfalls genau nach Plan und sie fanden die von Pflichtgefühl oder von Unsicherheit geprägten Hintergründe der Entscheidungen heraus. Auch die Fokussierung auf die Bewertung dieser Entscheidungen wurde gut geleistet, allerdings kam es dann ins Stocken, als ich die Erarbeitungsphase von den Schülern selbst vorgegeben haben wollte. Wie konnte man nun beurteilen, inwieweit die Entscheidung des Mannes eine aus Verantwortung oder Angst gewesen ist, um das Urteil der Feigheit herzuleiten? Richtig, man müsste seine Einstellung zu dem Ausgang kennen. Also: Lügt er sich selbst an und redet alles nur schön oder glaubt er wirklich, dass er die beste Entscheidung getroffen hat, als er seine Träume für die Familie aufgab?

Der Kursbeste gab mir (wieder zur Hälfte der Stunde) das Stichwort und mir rutschte mitten in der UpP ein erleichtertes Danke heraus, was von allen mit einem Lächeln quittiert wurde. Natürlich war da schon deutlich geworden, dass wir niemals die Vertiefung schaffen würden und das Ende zur Auswertung der Texte wohl schon knapp bemessen sein würde. *seufz* Hach ja, warum darf man keine Doppelstunden zeigen?

Der Rest der Stunde verlief dann auch so, dass die Ergebnisse auf Plakaten festgehalten wurden, diese kurz präsentiert werden konnten und ich mich dann für die Stunde abschließend bedankte. Als die Prüfungskommission sich verabschiedet und die Reflektion auf ‚in etwa zwanzig vor‘ ansetzte, warf ich im leeren Raum einen Blick zu Herr König, der seinem nervösen Tick folgte und aufgekratzt im hinteren Teil des Raumes auf und ab stiefelte. Wenn er denkt muss er laufen 😀

„Ok, keine Panik. Jetzt nicht den Kopf verlieren, du kannst alles noch reflektieren.“ <- Der aufbauend gemeinte Kommentar hatte natürlich genau den gegenteiligen Effekt, aber meine Nerven hatten sich ja bereits verabschiedet und ich nahm das mitschwingende vernichtende Urteil gelassen entgegen. Seiner Ansicht nach war ich also gerade durchgefallen und konnte nun nur noch retten. Er schmiss mir ein paar Stichworte vor die Füße, war dann aber nur noch am Floskeln murmeln, weswegen ich mich bedankte und ihn kurzerhand hinaus komplimentierte um ungestört zu denken.

Als ich dann vollbepackt bei der Kommission zur Reflektion aufschlug, war die Stimmung noch recht locker, mein Fachleiter witzelte sogar über die ‚Arbeit‘ (meine ganzen chaotisch zusammengerafften Unterlagen, die ich in meinem konfusen Kopf nicht im Büro abgelegt hatte) die ich ihnen nun mitgebracht hätte. Eigentlich erscheint man ja mit ‚leeren Händen‘. Ich begann die Reflektion mit der Einleitung „Ich würde gerne über Alternativen sprechen …“ und versuchte bei aller Kritik die grundlegende Konzeption meiner Reihe und des Themas zu verteidigen. Das passte alles sachlogisch, aber es war einfach ein zu großer Sprung in der Thematik passiert, was sich eben durch das festgelegte Stundenthema fast zwei Wochen vorher erklären ließ. Daraus ergab sich die Kleinschrittigkeit und die starke Konstruktion der gesamten Stunde, da diese Lücken so gedanklich nachvollzogen worden waren. Während der Reflektion fiel mir dann schon auf, dass jegliche Distanz verloren gegangen war und ich mich verhielt wie in den UB Nachbesprechungen. Ich zerrupfte jeden einzelnen Punkt bis ins kleinste Detail und es kam sogar zu einem inhaltlichen vor und zurück zwischen meinem Fachleiter und mir, was so glaube ich in UpPs nicht vorgesehen ist.

Direkt nach dieser Reflektion leitete der Vorsitzende dann zum Kolloquiumstermin über.

„Ja, Ms Phye. Wir sehen uns ja gleich zum Kolloquium wieder … “ mein basserstauntes Gesicht ließ ihn innehalten.

„Tun wir das …?“ fragte ich ungläubig. Uns war vorher eingeschärft worden, dass sie a) nicht vorher definitiv sagen dürfen, ob man zugelassen wird oder nicht und b) rechnete ich nun fast ebenfalls mit der Nachricht ‚das wars‘.

„Aber sehr gerne werden wir das!“ lächelte er mir zu und ich atmete tief durch. „Welches Themenfeld würden Sie in ihrem Vortrag denn gerne abdecken?“ Joaaaa, da war das nächste Problem. Den Vortrag hatte ich ja durch das chaotische Wochenende nicht mehr vorbereitet bekommen. Meine Mitreferendarin an der Schule hatte mir ihren Vortrag geschickt, den sie wiederum aus dem Kernseminar entnommen hatte. Ich antwortete also (bemüht größtmögliche Sicherheit auszustrahlen): „Lernmotivation wäre das dann wohl. Handlungsfeld 2. An so einem Tag sollten wir uns dringend über Motivation unterhalten …“

Und dann stand ich vorm Raum und langsam sickerte durch, dass ich bestanden hatte. Das ‚Wie‘ war noch fraglich, aber ich war im Kolloquium, somit würde ich meinen Abschluss den Tag in der Tasche haben. Kaum hatte ich drei Schritte gemacht, fiel mir auf, dass ich die Hälfte meiner chaotischen Sachen vergessen hatte. Nachdem die unter Entschuldigungen für die erneute Störung wieder in meinem Besitz waren, legte ich alles im Büro ab, schnappte mir den noch unbekannten Vortrag und ging runter ins Lehrerzimmer. Allen fiel ein Riesenstein vom Herzen, als ich mitteilte, dass es nun zum Kolloquium ginge. Herr König hatte alle schon ganz kirre gemacht mit seinen Bedenken :mrgreen:

Zwanzig Minuten verplauderte ich halb neben mir stehend noch, dann saß ich mit einem Kaffee wieder an dem Vortrag. Weitere zwanzig Minuten später kam meine Mitreferendarin zu mir und wir gingen den Vortrag durch, damit ich keine Fehler einbaute und die richtigen Schwerpunkte setzte. Nach zehn Minuten ging sie wieder, ich lernte noch zehn Minuten so viel wie möglich auswendig und dann ging es zum letzten Akt des Tages.

Tatsächlich bekam ich den Vortrag fast fehlerfrei in knapp 10 Minuten heruntergebetet. Nur das Fazit blieb leer, weil mein Kopf so langsam aber sicher streikte und ich dafür vorher keine Zeit gehabt hatte. Die Leerstelle konnte ich nicht so spontan füllen. Bei den übrigen Fragen ‚glänzte‘ ich dann durch Abwesenheit jeglicher Theorie. Es war schlicht nichts mehr an Theoriewissen da, ich war (später dann auch amtlich bestätigt) ‚durch‘. Ich habe wirklich Glück, dass ich immer reden kann und zumindest was praktische Verknüpfungen angeht, mir auch immer etwas einfällt. Sonst wäre das wohl anders ausgegangen.

Nach dem Kolloquium wurde ich dann erneut für eine weitere Viertelstunde nach unten entlassen, während die Kommission sich die Noten zusammenrechnete. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich nur noch eine positive Leere und immer weiter um sich greifende Entspannung und Ruhe. Es war vorbei. Alle um mich her wuselten und warteten angespannt und ich konnte mich da überhaupt nicht hinein fühlen. Dann kam mein Fachleiter um mich abzuholen.

Die Notenverkündung war kurz und bündig. Sie gingen die Noten eine nach der nächsten durch, immer zuerst den Entwurf, dann die Stunde und abschließend das Kolloquium. Die Entwürfe waren 2 (Geschichte – grummel -.-) und 1 -> nach der nochmal-schreib-Aktion war ich sehr überrascht über diese Bewertung. Die Stunden 3 (Geschichte) und 2 (!) in Philosophie. Als die Note fiel, ruckte mein Kopf zu meinem Fachleiter herum und mir rutschte ein „WAS?!“ raus, worauf er ebenso überrascht das gleiche antwortete 😀

„Gibt es Einwände Ihrerseits Ms Phye?“ schmunzelte der Vorsitzende und ich schüttelte schnell den Kopf.

„Nein, selbstverständlich nicht. Entschuldigung, ich war überrascht.“ *kurze Denkpause* „Sind Sie sich sicher?!“ murmelte ich dann noch hinterher und die Kommission schmunzelte einhellig. „Also, ich will jetzt hier nichts beschreien … vergessen Sie, dass ich etwas gesagt habe, bitte.“

Das Kolloquium war insgesamt 2. Da die Vornoten ebenfalls mit hinein zählen, habe ich wohl den knappsten noch 1 vor dem Komma Schnitt, der möglich gewesen ist … 1,975. Für den Tag, alles was im Vorfeld gelaufen ist … alles was schief gelaufen ist und die erbrachte Leistung, kann ich damit tatsächlich ‚zufrieden‘ sein. Ich hätte nie gedacht, dass eine Prüfung mir so zusetzen kann, aber diese hat es geschafft, dass ich an meine Grenzen kam. Besser war einfach nicht möglich für mich unter diesen Umständen. Und das nötige Glück mit der mir doch recht wohlwollend gesonnenen Kommission hatte ich letztlich auch auf meiner Seite.

So richtig gesetzt hat sich das Wissen um die Konsequenzen dieser Prüfung noch nicht. Euphorisch war ich auch noch nicht. Ich fühle mich nach wie vor einfach nur sehr entspannt ^.^ Und fast ein bisschen ‚unbeschäftigt‘, weil ich nun von 110% Arbeit auf fast Null gefallen bin. Und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird.

Veröffentlicht in Prüfung, Referendariat

Das 2. Staatsexamen – oder: Wie weit bekommt man den im Matsch festgefahrenen Karren den Berg hochgezogen? Teil 1

Und dann war er da, der ‚große Tag‘. Und ich wäre wirklich gerne weggelaufen und erst einen Tag später wiedergekommen, wenn alles vorbei gewesen wäre. Aber, ging ja nicht. Also mit dem gleichen Mantra, wie zur Geburt der Zwillinge damals aufgestanden und alles vorbereitet: Es ist nur ein Tag in deinem Leben. Das geht vorbei.

Da mein Examen einen eigenen Willen zu haben schien, verlief natürlich schon der morgendliche Auftakt nicht wie geplant: Ich hatte am Freitag bei einem Bäcker angerufen, um die halben Brötchen für die Prüfungskommission zu bestellen. Da ich in einer Stadt unterrichte, in der ich mich Null auskenne, wusste ich nicht, dass der mir genannte Name der einer Kette war und ich die Hauptfiliale 2 Städte weiter ergoogelt hatte. Joa, da machen wir dann eben morgens einen großen Schlenker und kommen später in der Schule an. Man hat die Zeit doch!

Gut, da angekommen ging dann das Organisieren los. Wir hatten zwar einen Plan für den Ablauf des Tages aufgehangen, in dem die anderen Refis sich netterweise zum helfen eingetragen hatten, aber letztlich ist dann doch immer noch was. Irgendwann wurde ich von allen rausgescheucht, sie würden sich schon kümmern. Gut, ich ging zum Kursraum für Philo, da fehlten noch die Zettel für die eventuelle Hausaufgabe. Ich öffnete die Tür und sah … meinen komplett vorbereiteten Raum, mit geschobenen Bänken und Arbeitszetteln auf den Sitzplätzen verteilt etc, von einem Deutschkurs besetzt, die an Gruppentischen fröhlich am Werkeln waren. Ich bekam dezentesch ‚P‘ in den augen und schaute die Lehrerin groß an. „Wir legen alles wieder so hin wie es war später.“ versuchte sie mich zu beruhigen. Ich nickte nur und atmete vor der Tür tief durch. Offensichtlich war der Raum nicht den ganzen Tag geblockt. Ich hoffte, dass sie ihn nicht zu schlimm verlassen würde, zwischen den UpPs hätte ich nicht die Zeit fürs Räumen.

Gut, nach der Erfahrung richtete ich meine ‚Zentrale‘ für den Tag ein. Ein kleines Büro in der Nähe des Besprechungsraumes, wo die Kommission untergebracht war, wird an unserer Schule den Prüflingen immer zur Verfügung gestellt.

Dann war es Zeit mich der Kommission vorzustellen. Als ich anklopfte blickten mir  allerdings nur zwei meiner drei Prüfungsmenschen entgegen, der Vorsitzende war zu spät und noch nicht erschienen. Er kam mir dann aber doch direkt entgegen, als ich auf dem Weg runter war. Zur Kommission kann ich sagen, dass der Vorsitzende sehr angenehm und nett war und ‚mein‘ Philosophie Fachleiter es den Tag mit der offiziellen Seite der Sache sehr wörtlich nahm. Er war ruhig und sehr sachlich. Mit der Geschichtsfachleiterin wurde ich nicht recht warm, wir waren sehr konträre Typen von der Art her, aber sie war insgesamt auch unter ‚angenehm‘ einzuordnen.

Gut, also alles gepackt und auf zum Klassenraum der ersten Prüfung. Dort sehe ich Licht! Und höre ungläubig lauschend, dass tatsächlich die Klasse im Klassenraum ihren Englischunterricht macht. Tür auf. Ich schaue den Klassenlehrer ungläubig an.

„Warum seid ihr hier?!“ Blick zur BESCHRIEBENEN Tafel, die Elif den Tag vorher noch mit Hingabe zweimal geputzt hat, damit sie wirklich sauber ist. Blick zurück zum Lehrer. „Warum seid ihr HIER?!!!“

Mein kleiner Rotschopf aus der ersten Reihe springt aufgeregt auf: „Ich habe sofort gesagt, dass wir in einem anderen Raum sind! Das stand auf dem Vertretungsplan. Herr Bröker hat mir nicht geglaubt, Ms Phye!“

Besagter Herr Bröker grinst mich unsicher an und fragt: „Ach musst du hier rein?“

Langer, wieder leicht panischer Blick. Deutlich missbilligender Blick zur beschriebenen Tafel.

„Ich habe da nichts verändert, das ist nur von außen!“ beeilt er sich mir schnell zu versichern. „Innen ist alles noch so wie es war.“ Das Tafelbild mit den verschiedenen Elementen hing nämlich schon mit Magneten befestigt an der Innenseite. *Kurze Pause* „Aber, wir können ja auch gehen!“

Ich nickt nur noch und atmete tief durch. „Jag mir doch nicht so einen Schrecken ein …“

Er hat dann ziemlich reumütig die Tafel geputzt und die Kinder kamen in Trauben angelaufen und wollten wissen, ob ich nervös wäre und dass sie alle ganz aufgeregt wären, weil ‚wir heute ja Examen hätten‘. Herr Bröker bestätigte das auch gleich und meinte, das wäre das erste gewesen, was sie ihm erzählt hätten den Tag. So goldig ❤

Joa, und dann waren es nach weiterer Vorbereitung und einem letzten Durchspielen des Plans nur noch wenige Minuten, bis es losgehen würde. Die waren echt mit am Schlimmsten. Das hier sollte in den 45 Minuten passieren:

UpP Ge

Und tatsächlich sind wir durch diese Mammutstunde durchgekommen. Aber:

Der Anfang lief gut. Das kleine Rollenspiel mit mir in der Funktion des verhörenden Inquisitors und den Schülern als die überzeugten Galilei-Anhänger funktionierte gut und sie gaben alle Argumente richtig und mit etwas Pathos im Spiel aufgehend wieder. Dann kam der Cut und sie sollten beurteilen, inwiefern sie den Inquisitor damals wohl mit ihren Argumenten überzeugt hätten. Sie waren sich sehr unsicher und eher der Überzeugung, dass die Kirche sich bestimmt durchgesetzt hat, weil die mächtiger war. Als ich dann den Widerruf von Galilei vorlas waren sie also nicht allzu sehr überrascht, dass er sich so entschieden hatte. Ich wollte wissen, was wir denn nun untersuchen könnten.

Und da kam eine solche Fülle von guten, problemorientierten Beiträgen, dass ich mir innerlich die Haare raufte, dass ich nicht gleich zur Rezeptionsgeschichte springen konnte. Sie waren wirklich firm im Thema und fingen gleich an sich zu fragen, wie es wohl käme, dass wir heute das glauben, da die Kirche damals ja das alles abgelehnt hätte und das man doch mal untersuchen könnte, was Galilei nach dem Streit noch alles geforscht hätte, ob er sich hat abbringen lassen und dass sie gerne gewusst hätten, wie die Entwicklung der Astronomie weitergegangen ist … Joa, und ich wollte mit ihnen nun eigentlich diesen Prozess untersuchen. Das war etwas antiklimatisch und ich musste das Problem auch noch vorgeben. Möp.

Die angesetzte erste gemeinsame Erarbeitung am Text hat dann aber zu lange gedauert und wir haben wertvolle Zeit verloren. Als dann der Arbeitsauftrag und die Gruppen verteilt waren, war die Hälfte der Stunde bereits rum und ich merkte, dass ich hektisch wurde. In der Gruppenarbeitsphase trieb ich die Schüler immer wieder an, huschte von einem Tisch zum nächsten und blickte immer wieder auf die Uhr. Acht Minuten noch, wir mussten präsentieren und sammeln und meine Zweiergruppe mit dem Bild musste das auch noch vorstellen; inklusive vertiefender ‚Diskussion‘. (Bei so kurzer Zeit können nur noch Gedanken in den Raum geworfen werden, darüber sprechen ist unmöglich.)

So kam es dann, dass die Schüler am ‚Stundenende‘ gerade mit der Präsentation fertig wurden. Naja, konnte man nichts machen, Minimalziel immerhin erreicht. Ich bedankte mich für die Mitarbeit und wollte die Stunde schließen. Alle sahen mich mit großen Augen an und blieben sitzen. Ok, irgendwas stimmt hier nicht … erneuter Blick auf die Uhr und es dämmerte mir. Die zweite Prüfung endete um 20 nach, in der ersten hatte ich bis 25 Zeit.

„Wir haben noch fünf Minuten, richtig?“ fragte ich mit entgeistertem Griff an die Stirn. Einhelliges Nicken.

„Oooookey! Gut, dann einmal zu dieser Frage … obwohl, nein. Würdet ihr gerne euer Bild vorstellen?“

Tja, und dann lief es tatsächlich bis zum geplanten Stundenende durch. Wie gesagt, das mit der fachlichen Tiefe war so eine Sache, aber es war keine Vollkatastrophe geworden. Die Kommission verabschiedete sich und bat mich, in 15 Minuten im Raum zur Reflexion zu sein. Frau Klaus, die den Tag mindestens doppelt so aufgeregt war wie ich, kam direkt auf mich zu und versorgte mich mit einer ganzen Liste an Reflexionspunkten, die ich nun nennen könnte. Es ist ja eigentlich nicht so riiiichtig erlaubt, dass Fachlehrer das machen. Wurde mir hinterher aber erst klar, wobei ich auch denke, dass man sonst die Reflexion bestimmt schon unter Aufsicht gestellt hätte, wenn es so ganz und gar verboten wäre, oder?

Nun ja, ich nahm alle Stichpunkte kurz wahr, Frau Klaus verabschiedete sich und ich machte mich dann ans koordinierte Reflektieren nach meinen vorher aufgestellten Punkten. Für alle die hier mitlesen und das noch vor sich haben: Überlegt euch auf jeden Fall vorher, was man reflektieren könnte, macht euch Tabellen zum ausfüllen oder sowas und notiert einfach Stichpunkte, die ihr dann nur noch situations- und gegenstandsbezogen vertiefen braucht.

Die Reflexion der Geschichtsstunde verlief recht unspektakulär. Ich nannte alle Fehlerquellen, vor allem mein starkes Steuern, was bei der Nervosität einfach ‚aus mir herausgebrochen‘ war – ich fühlte mich in meine ersten Unterrichtsstunden zurückversetzt, so stark war das – und sprach Schüleraktivität an, die darunter gelitten hatte, da ich zu oft einfach ‚verbal reingefallen‘ war in die Abläufe. Es natürlich auch etwas zu loben, die Differenzierung mit dem Bild hatte gut geklappt, die Mädchen hatten sich so Mühe gegeben und sogar einen Vortrag auf die schnelle konzipiert, der mit verteilten Sprechanteilen und Stichworten füreinander glänzen konnte. Niveau der Stunde und der Lernertrag wurde angesprochen, was ich hier allerdings erst im Nachhinein als ‚rote Fahnen‘ wahrnahm. In der Reflexion redete ich einfach nur so schnell wie möglich vor mich hin, damit ich möglichst viel anmerken konnte.

Mit dezentem Schweiß auf der Stirn wurde ich aus dieser Reflexion mit dem Gefühl entlassen, dass es hätte besser laufen können, es aber nicht unterirdisch gewesen ist.

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Prolog: Das 2. Staatsexamen – oder: Ein Unglück kommt selten allein.

Der Tag ist vorbei. Soviel kann ich vorweg nehmen: Ich bin Lehrerin. 🙂 Aber der Weg dahin … tja, wo soll ich anfangen? Ich hätte wirklich nie gedacht, dass so viel noch schief gehen könnte und wird. Einmal der Reihe nach:

Nehmen wir die Sommerferien. Durch Fehlplanung meinerseits und unerwarteten Ereignissen hatte ich effektiv nur zwei Wochen um mich wirklich mit dem Einstieg und Aufbau der Examensreihen zu beschäftigen. Es fehlte also alles an theoretischer Vorbereitungszeit und ich ging Anfang des Schuljahres quasi mit jeweils einer ‚Idee‘ für jede Reihe in die Kurse. Das war als Grundlage etwas dünn.

In den Reihen selber verzettelte ich mich mit Praxisarbeiten und sehr vorbereitungsintensiven Stunden. Das führte natürlich zu Stress und brachte mich rein inhaltlich meinem Ziel teilweise auch nicht näher, aber es lief irgendwie.

Und dann kam Auschwitz. Die Studienfahrt war wirklich gewinnbringend und ich habe den Schritt nicht bereut, aber es war ungemein stressig so eine Zusatzbelastung in der Examenszeit zu stemmen. Wenn man tagsüber den Holocaust verarbeitet, die Schüler betreut und dann abends zwischen Sartre und einem Gewaltopfer, welches sich Hilfe und Aufmerksamkeitssuchen an einen wendet, hin und her springt, dann schafft man nicht viel.

Und dann waren es noch gut zwei Wochen bis zum Examen. In Geschichte entwickelte sich alles langsam vor sich hin und die Stundenidee nahm Form an. In Philo – joa, eher problematisch. Bis zum Examenstag habe ich die Stunde vier mal ‚umgeschmissen‘; das letzte Mal drei Tage vor der Prüfung. Schon zwei Tage nach Abgabe der Themenabgabe, nach der die Themen der Stunden und Reihen nicht mehr geändert werden dürfen, war klar, dass der Inhalt der Stunde nicht zum Fortschritt in der Reihe passen würde.

Das größte Hindernis aber waren all die Kleinigkeiten, die einfach nur schief liefen. Es kam einfach immer und immer mehr dazu, bis es Samstag Nacht um halb zwölf tatsächlich zum Super-Gau kam:

Ich hatte nach 8h Schreibarbeit endlich meinen Philosophieentwurf fertiggestellt. Total fertig klickte ich nach dem Speichern alles weg und wollte den PC runterfahren. Der Plan für die Stunde war am Vormittag entstanden, Reihenkommentar und Stundenkommentar in besagten 8h von zwei Uhr nachmittags an. „Ach, noch eben die Seitenzahlen kontrollieren.“ dachte ich mir und öffnete alle Daten vom Stick. „Und die Sicherungskopie solltest du auch noch machen.“ Gut alles wie vorher nochmal auf dem Desktop gespeichert. Datei schon vorhanden. Trotzdem speichern? Ja, sicher. Hmhm … ich hoffe sehr, niemand hat es an der Stelle schon erkannt und selber erlebt, aber: Natürlich war das was ich da überspeichert hatte mein bearbeiteter Entwurf und nicht die alte Fassung, die ich überspeichern wollte. Die hatte ich nämlich geöffnet.

Nach einer dezenten Panikattacke, während der ich sowohl meinen Fachleiter anschrieb (ich dachte, wenn wer sowas schonmal erlebt hat, dann sind es die Leute, die andere prüfen müssen ^.^ – so von wegen: Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen!!!) als auch Elif, die sich für den nächsten Tag gleich zur Unterstützung anmeldete, beruhigte ich mich irgendwann wieder und biss in den sauren Apfel. Alles nochmal von vorn. So saß ich bis Sonntag Morgen an der zweiten Version meiner Examensarbeit, die natürlich nach so wenig Schlaf und mit dem Druck im Nacken nicht mehr so elegant ausfiel, wie die erste Version. Dafür schrieb sie sich in knapp 5h fertig. Doppelt geht schneller anscheinend.

Bis dann aber wirklich alles stand, war es Sonntagmittag und ich musste in der Schule noch alles für Montag vorbereiten. Ein wirklich dickes Danke hier auch nochmal an Elif, die mir tatkräftig unter die Arme gegriffen hat, den Einkauf für die Kommission übernahm, Tafeln putzte, Räume mitgestaltete und den Schüler für meinen Probelauf in der Klasse spielte. Auch Herr König meldete sich abends, als ich dann irgendwann alleine in der Schule saß und einen genauen Ablaufplan erstellte mit einer sechsminütigen Motivationssprachnachricht, als ich ihm mitteilte, dass ich den Entwurf die Nacht vorher halb gelöscht und neu geschrieben hatte 😀

Abends versuchte ich dann zu Hause noch den Kolloquiumsvortrag meiner Mitreferendarin an der Schule zu lernen, den sie mir netter Weise zur Verfügung gestellt hatte. Zur Vorbereitung des Kolloquiums war ich nun ja gar nicht mehr gekommen. Aber das wurde natürlich nichts mehr, ich war zu fertig.

Mit was für einem Knoten im Bauch ich dem nächsten Tag entgegen sah, kann man sich denken, aber letztlich war ich zu dem Zeitpunkt so kaputt, dass ich es einfach hinnahm.

 

 

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WmdedgT? – Oktober 2017

Halte ich den ganz normalen Wahnsinn doch heute mal fest. Im Moment ist hier nämlich landunter …

05:50 Uhr – Aufstehen

Da ich die Nacht sehr spät erst von Elif wiederkam, die in einer verzweifelten, letzten Anstrengung alle mögliche Hilfe beim Fertigstellen ihres Examensentwurfes für Philosophie benötigt hatte (was ich trotz eigenem Stress dazwischengeschoben habe & Viel, viel, viel Glück an dieser Stelle für sie!), habe ich wie eine Tote geschlafen und nicht mal das Weinen der kranken Kinder mitbekommen. Mein Mann ist die Nacht mehrfach wach gewesen und hat die unter Hand-Fuß-Mund leidenden Kleinen getröstet.

Ich kam somit morgens gerade rechtzeitig zum Verabschieden, da sie den Tag (wie bereits auf zwei Wochen verteilt durch Krankheit schon fünf Tage zuvor) bei den Großeltern verbringen. In dem Moment wird einem klar, dass man sein Leben erst nach der Prüfung wiederbekommt.

06:10 Uhr – Büro

Herr König hat mir gestern in deutlichen aber zutreffenden Worten gesagt, dass meine Stunde leider ‚zu wenig Fleisch‘ hat. Mir ist das passiert, was wohl öfter mal vorkommt: Ich wollte die Stunde auf die Methode pressen und nicht andersherum, die Methode am Inhalt auslegen. Ich bin ja echt für Lernfortschritte … aber warum in solchen Situationen?! Es läuft jetzt tatsächlich darauf hinaus, dass ich die Stunde umschmeiße *Panik* Mein Bauch tritt spätestens morgen in Generalstreik und die Nerven sind schon am Kofferpacken.

Auf Grund des dezenten Drucks schaute ich dann bewusst das nächste Mal um 11:25 Uhr auf die Uhr, als ich merkte, dass ich für konstruktive Gedanken vielleicht etwas Essen sollte. Also schnell die bisherigen Ergebnisse zusammengewürfelt und an Herr König geschickt. Jetzt könnte die vorherige Unterforderung der Schüler zu einer Überforderung werden, da wir einen wirklich schwierigen Originaltext zu beackern hätten. Gedanklich habe ich mich von der alten Stunde aber schon fast verabschiedet.

11: 50 Uhr – Mittag

Zwei einsame Fertigbaguettes sind (nicht verbrannt) schnelles Essen für nebenher.

12:05 Uhr – Büro

Joa, der nervöse Magen wollte nur ein Baguette essen. Mit Kaffee bewaffnet geht es weiter. Nach einigem Hin und Her mit Herr König wegen der Besprechung, die auf Nachmittags verlegt wird und meinem Freund wegen der Vorbereitung des Abendessens, lege ich den Gedanklichen Rohbau der Stunde erstmal zur Seite und beginne, den Reihenkommentar zu schreiben, welcher auch ohne eine konkrete Stundenidee verfassbar ist. Konkretisierung der Stundeninhalte macht morgen, nach der letzten gelaufenen Stunde im Examenskurs mehr Sinn.

14:05 Uhr – Konzentrationstief

Langsam lasse ich mich ablenken und erwische mich selbst beim Prokrastinieren. Also erstmal Wäsche aufhängen und etwas Haushalt erledigen, die Vorbereitung für Morgen kann ich eh erst nach dem Gespräch mit Herr König abschließen.

14:45 Uhr Büro

Die Büroarbeit läuft schleppender als heute Vormittag, aber sie läuft. Mir fiel zum Glück noch ein, dass ich ja morgen auch die 7er in der letzten Stunde vorm Examen unterrichte und dafür noch das Material zusammenschustern muss. Gut, dass dort schon alles durchgedacht ist und steht … das hätte ich jetzt nicht auch noch stemmen können. Frau Klaus antwortet mir frohgemut dass sie sich auf Morgen freut. Wenn ich doch nur auch so positiv an den Tag herangehen könnte. Immerhin habe ich soweit schonmal ein besseres und ruhigeres Bauchgefühl nun, da ich mich mit dem Gedanken an die ‚Standard-Stunde‘ beginne anzufreunden. Dann wird es eben nix mit Feuerwerk.

Irgendwann zwischendurch meldet sich Elif: Bestanden! Na also, die Nachtarbeit hat Früchte getragen 🙂

16:30 Uhr Badewanne, Sofa und Büro

Ich hatte meinem kranken und stark schlafentzogenen Freund versprochen, dass eine heiße Badewanne auf ihn wartet, wenn er nach Hause kommt. Da ich gute zwei bis drei Grad heißer bade als er, gönne ich mir das heiße Wasser noch fix, bevor er da ist.

Die Kleinen kommen weinend nach Hause, als ich die Wanne eben verlassen habe. Der Mittagsschlaf ist bei Oma ausgefallen und sie sind dementsprechend mit Krankheitsballast und scherzenden Mündern nicht mehr zu gebrauchen. Wir kuscheln kurz auf dem Sofa, dann muss ich weiterarbeiten.

18:35 Uhr Abendessen

Getrieben von dem Wissen, dass morgen alles fertig sein und stehen muss, esse ich nur ein halbes Baguette (die verfolgen mich heute irgendwie) und warte auf den Anruf von Herr König. Er meldet sich kurz nach sieben und wir gehen einmal fix den Plan durch, wobei er mich dezent auf morgen vor der Unterrichtsstunde verweist und versucht zu beruhigen, dass auch eine Textarbeitsstunde gut werden kann. Hmhm. … ‚In vier Tagen ist es vorbei‘ kreist nur noch durch meinen Kopf.

21:10 Uhr Ab ins Bett

Mein Kopf fängt an deutlich zu signalisieren, dass ich nicht mehr produktiv denken kann: Kopfschmerzen vom Feinsten. Alle wichtigen Textstellen sind zumindest einmal analysiert, vertiefende Zitate gefunden und der Text im ersten Durchlauf auf Herz und Nieren geprüft worden. Und das so kurz vor der Prüfung … hätte wirklich nicht gedacht, dass es so laufen würde. Mal sehen was sich morgen herauskristallisieren wird, ob es laufen kann … naja, es wird sich zeigen.

21:50 Uhr Wirklich ins Bett (die Zweite, Dritte und Vierte … )

Elif hatte sich nach einem winterschlafartigen Koma, welches sie sofort nach der Prüfung ereilt hatte, doch noch gemeldet. Das musste natürlich erstmal besprochen werden.

Leider kam ich tatsächlich erst um kurz nach 1 wirklich zum Schlafen, da die Kinder im halbstündlichen Takt wach wurden und weinten. Joa, so ist es eben.

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Mal wieder aus der Kategorie: Nett gedacht.

Nach der gestrigen Stunde in der 7a habe ich entschieden, dass ich mich später sehr genau beobachten werde, was diese ‚von hinten geplanten Stunden‘ angeht. Es ist schon wieder passiert. Ich hatte einen sehr komplexen Plan erstellt, der alle notwendigen Elemente in sich für den Themenabschnitt vereinte, aber das Pferd von hinten aufzäumte. Grund dafür war mein Bedürfnis, die Methode, welche ich in der Examensstunde zeigen wollte, noch einmal gründlich zu üben.

Somit zog ich die zu übende Textanalyse ins Zentrum der Stunde und verlegte das informative Textlesen und -zusammenfassen in die Hausaufgabe. Dumm nur, dass der Text zum analysieren rein sachlogisch auf dem informativen Text aus der Hausaufgabe aufbaute. Frau Klaus sagte mir dann, dass es für die Schüler so keinen Sinn machen würde, dass ich da eigentlich zwei Stunden geplant und dann durcheinander geworfen hatte, so dass der zentrale Inhalt (die päpstliche Zensur nachdem der Buchdruck aufgekommen war) vom Rahmenthema Buchdruck nur im Einstieg gestreift und dann in die Hausaufgabe verlegt wurde. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich im normalen Schulalltag den Aufbau sachlogisch richtig hergestellt hätte, da der Zeitdruck der Examenssituation geschuldet ist.

Von meinem Übungsgedanken war ich trotzdem noch nicht losgekommen, denn die Stafettenpräsentation ist etwas, was die Kinder mehrmalig gemacht haben müssen, damit es läuft. Da dieses Dilemma eine Stunde vor der eigentlichen Stunde an mich herangetragen wurde, machte ich schnell einen neuen Plan und schob nur die Inhalte. Das Ergebnis war … hm, also, nett gesagt: Chaotisch :mrgreen:

Eingestiegen sind wir mit meiner anschaulichen Präsentation der Form, die Bücher vor dem Buchdruck hatten. Da ich mein Hobby hier auf dem Blog schon einmal vorgestellt hatte, erinnert sich vielleicht noch wer an das Bild:

Die Kleinen waren ziemlich angetan, befühlten das Buch und bestaunten die Schrift. Natürlich habe ich das um etwas professionellere Beispiele erweitert, damit sie nicht das Bild von leeren Buchseiten im Kopf behielten. So viel Kunstfertigkeit konnte ich bisher nämlich einmal aus Könnensgründen und auch aus Zeitgründen noch nie an den Tag legen 😉

Wir besprachen anhand dieser Beispiele also, wie lange wohl so eine Buchmalerei im einzelnen Fall gedauert hat und wie wertvoll solche Bücher dadurch gewesen waren. Sie bekamen eine Ahnung von dem Aufwand und der Qualität, die ein Buch früher einmal bedeutet hatte und schafften mühelos den Bruch zu heute: Da hatte Johannes Gutenberg ja den Buchdruck erfunden!

Ganz genau und darum ging es dann eben. Ich gab ihnen die Aufgabe sich mit dem Darstellungstext im Buch zu beschäftigen und diesen zusammenzufassen, welchen ich in verschiedene Abschnitte für die Kleingruppen aufteilte und arbeitsteilig erschließen ließ. Über die Methode der Stafettenpräsentation. Rein von der Idee her war das auch schlüssig, aber in der Praxis zeigte sich, dass die Methode einfach nicht für jeden Text zu nutzen ist. Dieser war nämlich viel zu lang.

Was dann nach gut zehn Minuten Textarbeit passierte, war folgendes: Dadurch, dass ich die Schüler in Partnerarbeit an den Textstellen habe arbeiten lassen, hatten wir unheimlich viele redundante Zettel. Das demotivierte die Schüler und schaffte auch Verwirrung. Dann war nicht genau klar, wie die Informationen auf den Zetteln gestaltet werden sollten. Ich hatte vorgesehen, dass sie eine Textstelle einzeln festhalten und auf einem zweiten Zettel die Interpretation dieser Stelle aufschreiben; das klappte einigermaßen. Was ihnen unheimlich schwer fiel war die Vorgabe: Nur einen Stichpunkt pro Zettel aufschreiben. Und natürlich sich kurz und präzise auszudrücken, ordentlich zu schreiben und groß genug, dass hinten alle mitlesen konnten. Das Ergebnis sah dann (ergänzt) so aus:

tafel.PNG

Tja, ausbaufähig. Je neuer Fehlerquelle wurde mir dezent wärmer in Hinblick auf die Stunde für die UpP. Aber: Man lernt ja (hoffentlich) aus Fehlern und wir werden in der nächsten Stunde das ganze noch einmal üben. Angesetzte Verbesserungen sind:

  • Einteilung der Gruppe in feste Kleingruppen.
    • Dadurch sollten Themen sich nicht mehr doppeln.
    • Man kann sich so direkt austauschen und arbeitet nicht umsonst, da alle Punkte an die Tafel gebracht werden können.
  • Je Gruppe kommen so nur bestimmte Aspekte zum Tragen, die dann auf die Gruppenmitglieder aufgeteilt werden können.
    • Jeder erhält EINEN Stichpunkt, den er präsentieren kann.
    • Die Ergebnisse sind innerhalb der Gruppe gesichert worden und bereits vorentlastet durch die Diskussion.
  • Die Struktur wird von mir vor dem Stundenbeginn bereits an der Tafel vorbereitet werden und die Aufgaben anhand der Struktur beispielhaft erklärt.
  • Die Magnete werden vor der Präsentation bereits an der Tafel an bestimmten Stellen verteilt, damit das Anheften schneller funktioniert. (Fehleranalyse vom ersten Durchlauf am Schuljahresanfang ^.^)
  • Es werden A4 und A5 Zettel ausliegen, damit individuell auf die Komplexität der Punkte eingegangen werden kann.
  • Für die UpP wird ein Farbsystem der Zettel eingeführt, damit man besser zuordnen kann, was zueinander gehört.
  • Beispielzettel vorbereiten für Schriftgröße und Inhalt.

Gut, schauen wir mal, was am Mittwoch bei der Textanalyse zur Zensur des Buchdrucks nun bei raus kommen wird. Das ist die letzte Probe, da wir danach das Universum handlungsorientiert ins heliozentrische Weltbild befördern werden 😀

Veröffentlicht in Planung, Referendariat

Aufbau der Examensreihen – Geschichte

So, ich versuche es jetzt doch einmal und stelle meine Examensreihen und deren Planung hier vor. Beginnen tue ich dabei mit Geschichte, da das keine so starke Wandlung durchgemacht hat wie Philosophie, wo ich die Stunde nun schon zwei Mal abändern musste und mit der dritten Version ins Examen starte.

In Geschichte war relativ schnell klar, dass ich ‚meine‘ 6er im kommenden siebten Schuljahr mit ins Examen nehmen wollen würde. Sie selbst hatten das ja auch mit Begeisterung angeboten. Schon vor den Sommerferien schaute ich also nochmal genau hin, welches Themengebiet mir persönlich nun am meisten von der Auswahl Anfang sieben / Ende sechste Klasse lag und landete bald bei der Renaissance. Alternativ hätte es noch die Kreuzfahrer gegeben und die Kluturbegegnungen Islam und Christentum, aber das finde ich schon in der EF … naja, geht so.

Allerdings kann ich an dieser Stelle direkt vorweg schicken, dass meiner Ansicht nach alle Themen der siebten klasse einfach nichts für die kleinen Köpfe sind. Denn ohne meine Kleinen da jetzt abwerten zu wollen, aber welcher 7. Klässler kann wirklich etwas mit Renaissance, Reformation, Humanismus, französischer Revolution oder Vormärz und Co anfangen? Imperialismus, Kolonialismus und die soziale Frage mal ganz außen vor. Das sind so komplexe, tiefgreifende Themen, dass es mich doch ein wenig schaudert und ich ganz glücklich bin, dass ich die Reihe nach meinem Examen erstmal nicht weiterführen werde und man sich an der ausstehenden anderen Schule entschlossen hat, Geschichte auf die Jahre 6, 8 und 9 in der Mittelstufe zu verteilen. Ein Jahr mehr für die Köpfe noch etwas zu ‚reifen‘.

Aber gut, alles Meckern nützt nichts, die neuen 6er kannte ich schlichtweg gar nicht, die kommenden 9er kannte ich auch nicht und die Sachen die man so hörte glichen eher Schauergeschichten. Und mit einer unbekannten Klasse ins Examen zu gehen, wenn es Alternativen gibt … joa, es wurde also meine BdU Klasse aus dem Jahr davor; mit Frau Klaus als Mentorin. Die wies mich Ende des Schuljahres auch noch darauf hin, dass ich schnell das angefangene Thema beenden sollte, da ich so frisch in den neuen Themenkomplex starten könnte. Unsere Behandlung der Kreuzzüge beschränkte sich somit auf eine Stunde vor den Ferien. So ganz wohl ist mir dabei nicht, aber sie werden das Thema auf jeden Fall in der EF behandeln und ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie es wahrscheinlich eh vergessen hätten bis dahin.

Ok, nun stand die Herausforderung an, wie man den Kindern das komplexe Gebilde Renaissance erschließt und sie auch mit dem Wissen daraus schickt, welche Faktoren letztlich bei der Bildung unseres neuen Menschen- und Gesellschaftsbildes mit hineingespielt haben. Für die Kleinen erschien es mir nur Sinn zu machen, wenn wir es mit klaren Bezügen zu heute erschließen, damit sie direkt eine Vergleichsgrundlage haben. Also fragte ich meinen Freund, ob er mir eine Figur entwirft, mit der wir zum Thema der ‚moderne Mensch und unser alltägliches Leben‘ einsteigen konnten. Hat er natürlich gern gemacht und „Jolie Johnson“ nach meinen Angaben zum Leben erweckt. 😉

ab2

Hierzu gab es dann den Auftrag dieses Bild und die Geschichte dazu genau zu untersuchen und die Ergebnisse nach den Beobachtung zum Bereich Wissenschaft, Erfindungen, Privates und Ausbildung zu ordnen. Auf dieser Grundlage stellten die Kinder dann Frage und warfen Hypothesen auf, womit man sich wohl beschäftigen müsste, wenn diese Jolie jetzt plötzlich mitten im 15. Jahrhundert landen würde – Jolie macht nämlich nach unserem Einstieg eine Zeitreise mit ihrem Flugzeug und landete mitten in einer größeren, mittelalterlichen Stadt ^.^ Das Ergebnis dieser Hypothesenbildung konnte sich sehen lassen, sie haben wirklich viele gute Frage gefunden.

 Hapo

Dass für dieses Ergebnis zwei Stunden ‚drauf gingen‘ passte Frau Klaus nicht so recht und sie warf mir mal wieder zu viel Philosophie im Geschichtsunterricht vor. Auch ich hätte es wohl in Retrospektive anders gehandhabt, wenn ich wieder mit Einzelstunden konfrontiert gewesen wäre, da das Konzept klar eher auf Doppelstunden ausgelegt war, aber für diese ausführliche Selbststrukturierung der kommenden Reihe war es mir das wert. Die Schüler haben sich letztlich das Thema erschlossen, sich eine klare Struktur vorgegeben, wo man nun überall nachforschen kann um zum Ziel (Erklärung deer Veränderungen von damals zu heute) zu kommen und ihre eigenen Wissenslücken wie den Vorwissensstand evaluiert.

Leider lief es die ersten Stunden in der Reihe nicht so rund, wie ich mir das gedacht hatte. Ich kam irgendwie nicht mehr in meinen üblichen Rhythmus und sah auch überall nur noch Fehler. Somit konnte ich keine ‚runden Stunden‘ zaubern, da irgendwo immer Zeit fehlte bei den Kleinen. In den ersten zwei Kurzsequenzen klärten wir aber doch die Städtebildung und das Leben in einer Mittelalterlichen Stadt und beschäftigten uns mit den wichtigsten Erfindungen des Mittelalters, die in der Zeit so gemacht wurden. Gerade für letzteres Projekt habe ich natürlich wieder eine Unmenge an Material erstellen müssen und mich innerlich in den Hintern gebissen, dass ich mir schon wieder so viel Stress aufgeladen habe dadurch. Frau Klaus kritisierte, dass ich die Kinder zu ‚kindlich‘ halten würde und sie mit ’normalem‘ Unterricht wesentlich mehr gelernt hätten in der Zeit. Wahrscheinlich hat sie Recht.

Ergebnis dieses Projekts war dann nach vier Unterrichtsstunden des Bastelns, Klebens und Textezusammenfassens ein Galeriegang, den die gemischten Expertengruppen in der Form abhielten, dass je Plakat einer der Gruppe einen kleinen Vortrag halten konnte.

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Besonders die Bastelgruppen mit dem Kompass und dem Fallschirm von da Vinci waren ziemlich begeistert bei der Sache, da sie diese Erfindungen selber nachgebaut haben. Die kriegsbegeisterten Jungs kamen beim Schießpulver und der Militärtechnik auch auf ihre Kosten, die fragten mich seit Beginn der 6. Klasse, wann wir denn die Weltkriege behandeln würden. Die Gruppe zur Dreifelderwirtschaft war etwas geknickt, weil das Thema umfangreich und nicht wirklich spannend für sie war.

Da Vinci Schulterstudie II SkizzeAbgerundet haben wir diese Sequenz dann über die medizinischen Studien da Vincis und dem Aufkommen einer neuen wissenschaftlichen Methode: der Empirie. Hier waren alle wieder sehr gut bei der Sache, da sie das Thema Medizin doch faszinierte. 

Erneut von Bedeutung wird gerade der wissenschaftliche Fortschritt letztlich in der Examensstunde, wenn Galilei gegen die Kirche antritt. Ob sie dann aber auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse den Widerstreit von Kirche und Wissenschaft genau darlegen können bezweifle ich noch, da muss nochmal etwas Nachdruck hinter gelegt werden.

Heute wird das Thema Buchdruck als Einleitung für die Möglichkeit der Wissensverbreitung angesprochen und die Reaktion der Kirche auf dieses neue Medium durch die Bulle von Papst Innozenz VIII. zu den ‚unfrommen Druckwerken‘ bearbeitet. Nächste Woche vertiefen wir das Thema noch einmal und erschließen uns dann ganz handlungsorientiert die Schritte, die man gedanklich gehen muss, um vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild zu kommen. Und haben damit hoffentlich die fachwissenschaftliche und emotionale Grundlage erreicht, um uns mit der Kirche über ihre Deutungshoheit zu streiten … 😀 Man darf gespannt sein wie das laufen wird.