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Ferien … oder so >.<

Eigentlich habe ich seit gestern Ferien. Dass das nicht so ganz nach Plan laufen würde, war ja schon irgendwie vorher klar. Wenn man sich nicht nach ‚Ausspannen‘ fühlt, dann ist dasselbe eben gar nicht so einfach. Es gibt letztlich zu viel zu tun. (Ganz oben auf die noch nicht gemachte Steuererklärung … wie ich das Zeug hasse 😦 ) Eigentlich wollte ich auch die Kinderfotos endlich mal sortieren und in hübschen Fotoalben zusammenfassen. Mal schauen, ob das was wird.

Immerhin fingen die Ferien tatsächlich so an, wie man sich das allgemein vorstellt: Elif hatte es sich nicht nehmen lassen, mich gleich Freitag zu einer Feier zu überreden. Ich überließ also Kind und ‚Rest‘ sich selbst und schwirrte für einen Abend + Nacht und Morgen ab. Das war schon mal ein guter Anfang. Eigentlich will Elif auch mit mir noch ein paar Tage an die See, weil ich ihr doch ordentlich bei den letzten UBs unter die Arme gegriffen hatte. So in die Richtung hätte ich ja auch nichts dagegen einzuwenden, aber das dann ohne die Kinder und Männer … da regt sich doch der Familiensinn. Bisher sind die ersten vagen Vorstellungen in etwa, dass wir zwei Tage mit Kindern und zwei ohne verbringen und die Männer sich dann um die Kinder kümmern. Mal sehen.

Ein wenig produktiv war ich dann ja auch schon. Ich konnte nach dem ersten vollen Schuljahr nun einiges an Optimierungsbedarf in meinen Regalen ausmachen und habe die alte Ordnung auseinandergerissen. Nun steht die Fachliteratur einzeln, nach kernlehrplankompatiblen Themenfeldern geordnet, die Orchideenthemen sind aussortiert und etwas abseits verschoben worden und die Unterrichtsmaterialien stehen zusammen an ihrem neuen Ort. Leider kam bei der ganzen Aktion doch einiges zu Tage, was ich tatsächlich nicht mehr brauche oder noch nicht genau einsortiert habe, weswegen zwar die Regale ordentlich geworden sind, der Rest des Büros aber einem halben Schlachtfeld mit diversen Bücherstapeln gleicht. Aber gut, ein Schritt nach dem anderen.

Ansonsten war ich heute (man hat sich ja so lange nicht mehr gesehen) in der Schule. Die neuen Bücher sind angeliefert worden und mussten ‚beklebt‘ werden. Da habe ich mich mal blicken lassen. Natürlich ganz ohne Hintergedanken *hüstel* Ich konnte tatsächlich noch alte Bücher abstauben, die nun durch neuere oder schlicht andere Lehrwerke ersetzt wurden.

Soweit alles (semi-)Positive bis hierher. Es ist ja nicht so, dass ich mir nicht stark Gedanken über unsere Finanzen nach dem Ref mache. Den Luxus, nicht sofort weiter zu arbeiten, kann ich mir tatsächlich nicht leisten. Es wurde die letzten Monate wegen diverser unerwarteter Anschaffungen auch immer knapper mit den Reserve, die eigentlich für die „Durststrecke“ bis zur ersten richtigen Anstellung gedacht waren. Und nun ist der kurzfristig angeschaffte Wagen meines Freundes unerwartet direkt zum Antritt seiner neuen Stelle kaputt gegangen. Innerhalb von nicht mal 3 Monaten einen weiteren Wagen kaufen, das schaffen wir nicht mit (nicht mehr existenten) Rücklagen.

Vorgestern ging das Unding von einem Auto kaputt, gestern wurden erste vorsichtige Gespräche mit der Bank geführt, heute haben wir das Angebot gesichtet, morgen (nach der U7a der Kinder, auf die ich wirklich schon gespannt bin) fahre ich eine kleine rot-schwarze Knutschkugel von C1 Probe und übermorgen geht es in die Bittstellung für noch einen Kredit. *seufz* Hach ja, was wäre das Leben ohne Geldsorgen, nicht wahr?

Immerhin konnte ich die Examenskurse im Vorfeld festlegen und absprechen. Die Themenfelder stehen, die Lehrer sind eingeweiht und positiv gestimmt und somit hoffen wir alle, dass das Examen gut über die Bühne gehen wird. In Geschichte wurde es eine 7er Klasse, in der das veränderte Menschenbild der Frühen Neuzeit im Kontrast zum Mittelalter/der Antike im Zentrum stehen wird; in Philosophie darf einer der zwei(!) Leistungskurse aus der Q1 dann herhalten, die sich im nächsten Schuljahr bilden werden, wo ich plane den Themenkomplex Willensfreiheit zu behandeln.

Ich bin gespannt, ob ich auch nur Ansatzweise meinen Plan für die Ferien umsetzen können werde (Steuererklärung – Fotoalben – Kolloquiumsthemen sichten – Reihen vorplanen). Wahrscheinlich wohl leider nicht, wobei ich kaum davon abweichen kann. Ich sehe schon die Fotoalben von der Liste schwinden. Lassen wir uns überraschen.

 

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WmdedgT? 06/2017

Ich habe gefühlt ewig nicht mehr auf die Frage von Frau Brüllen geantwortet, was ich denn den Tag so anstelle. Es ist der 5. des Monats Juni und ich denke dann doch mal wieder dran.

07:00 Uhr Halbschlaf

Da ich die Nacht etwas abseits des Hauptgeschehens bei meinem Freund verbracht habe, dämmere ich nach dem kurzen Gepolter nebenan aus dem Kinderzimmer wieder weg. Mein Mann macht schon 😉

08:10 Uhr Aufstehen

Es poltert wieder und es dieses Mal ertönt die leicht genervte Stimme meines Mannes von unten, die die Kinder auffordert ‚den Unsinn jetzt mal sein zu lassen‘. Gut, ich stehe wohl nun besser auf. Mein Freund dreht sich nochmal um.

08:45 Uhr Frühstück

Die Kinder sind hungrig und zerren mich relativ bald an den Frühstückstisch. Wir verdrücken die Reste vom übriggebliebenen Pfingstfrühstück mit den Großeltern vom Tag davor und besprechen den Tagesablauf. Da ich mich gestern durch eine sehr semi-optimal ausgefallene Geschichtsklausur der EF gequält habe, muss ich heute noch relativ viel Unterricht vorbereiten, will Elif besuchen und treffe mein Kernseminar abends zum Grillen. Arbeit, Arbeit …

09:30 Uhr Büro

IMG-20170605-WA0000Nachdem wir gegessen und grob Ordnung geschaffen habe, fange ich mit der Planung meines 9er praktische Philosophie Kurses an. Wir brauchen eine theoretische Grundlage um den Film „Die Bestimmung“ analysieren zu können. Dankbarerweise finde ich eine gute Aufteilung in einem Handbuch. Mit Hilfe der Kopiervorlagen fange ich an alles zurecht zu stückeln und … zu laminieren.

[Insider ^.^ Wer das ‚Laminier-Lied‘ noch nicht kennt, einmal diesem Link folgen.]

12:23 Kaffee Pause

Es dauert ja immer so furchtbar lange diese ‚kleinen Vorbereitungen‘ fertigzustellen.

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Es liegt alles fertig für Freitag im Regal und ich habe nebenher beim Ausschneiden, Einstecken, Zurechtskalieren, etc. noch zwei kurze Dokus über meinen ach so schlimmen Beruf gesehen.

Wie gut sind unsere Lehrer? Lehrer im ZDF-Check

Lehrer am Limit | Panorama | NDR

Auch zwei Arbeitsblätter, einmal für die oben zu sehende Gruppenarbeit und dann noch für die Dokumentation „Die Geschichte des Rassismus“ für besagten Geschichtskurs mit der Klausur, die sich etwas ‚Entspannenderes‘ nach der letzten Arbeit gewünscht haben, sind vorbereitet und abgeheftet.

16:00 Uhr Sonne und Arbeit

Da aus der ‚Pause‘ tatsächlich eine wirkliche Arbeitsunterbrechung wurde, in der ich ein wenig spielte, mit Freunden chattete, die Kinder bespaßte und nichts ganz so Produktives hinbekam, zog es mich gegen vier mit meinem Geschichtsbuch nach draußen. Sachanalyse beim Sonnenbaden bekommt man eben doch nicht so oft hin 😉 Das Kriegsende des ersten Weltkriegs wirkt auch gar nicht mehr so düster, wenn einem dabei die Sonne den Rücken wärmt.

17:15 Uhr Aufbruchsstimmung

Alle wichtigen Dinge fürs Grillen mit dem Kernseminar werden zusammengepackt. Leider gab es bei uns ein Missverständnis beim Einkaufen, weswegen ich nun ohne Salate da stehe und meinen Teil nicht so ganz leisten kann. Glücklicherweise wurde mir schon Ersatz aus dem heimischen Kühlschrank von einem Mit-Refi angeboten.

Die Kleidungsauswahl erweist sich als schnell getätigt. Wann sonst soll man die kürzeren Kleider auch anziehen, wenn nun nicht mehr in der Freizeit? ^.^ Sommerkleidchen passend zum Wetter gibt es zu Hauf in meinem Schrank. Gelegenheit sie anzuziehen leider weniger. Nach einem kritischen Blick auf die Oberschenkel entscheide ich mich aber für eine Strumpfhose. Ja … da läuft immer noch mein Fitnessstudio Abo ungenutzt. Ich muss wirklich dringend hin. >.<

17:30 Uhr Aufbruch und Treffen

Der Abend verlief dann wirklich schön. Grillen, Kartenspiele und etwas Fachgesimpel zu einem unfertigen Entwurf und dann war es schon kurz nach Zwölf. Da ich die Kinder am nächsten Morgen versorgen musste, brach ich sehr nüchtern aus der feuchtfröhlichen Runde auf und sitze den nächsten Tag mit dezenten Augenringen bei den tobenden Kleinen. Aber: Schön wars 🙂

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Die Neuen sind da

Vorgestern kamen sie, die neuen Referendare. Und man merkte, dass tatsächlich schon ein Jahr vergangen war. Das Gefühl war irgendwie ganz nett. Tatsächlich nur noch knapp 5 Monate und es ist vorbei. Ich habe tatsächlich nur noch einen UB und dann bereite ich meine Prüfungen vor 😮

Genauso wie wir anfangs mit der Schultüte begrüßt wurden, bastelten wir nun auch für die neuen ihre Tüten. Das hat an unserer Schule Tradition und ich hatte mich ja wirklich sehr über die Geste zu Anfang gefreut. Somit bastelte ich mit ordentlich Elan an den von meiner Mitreferendarin bereits vorbereiteten Tüten, als sie dann im Unterricht war. Das Ergebnis sah nett aus.

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Die Neuen sind ein bunter Haufen und ich war ein wenig neidisch, dass wir nicht so eine große Gruppe beim Start gewesen sind. Wäre schon nett gewesen in einer größeren Truppe.

Dass man tatsächlich inzwischen einiges weiterzugeben hat, merkte man bei den ersten Fragen: Orga-Überblick (was findet man wo und was ist tatsächlich wichtig?), wie plant man am Besten die ersten Tage, wann macht man das EPG, schafft man beide UBs vor den Ferien, wie plant man das genau, welche Programme helfen beim Einstieg, wie organisiert man die Unterlagen, welche Gadgets sind ein ‚Must-Have‘ und so weiter. Und wenn man dann tatsächlich knapp 2h ins Reden kommt, merkt man, wie sehr sich der Blick inzwischen geändert hat.

Am ersten Tag hatte ich die Neuen nicht lange gesehen, da ich zur zweiten Schule musste. Hatte aber gleich versprochen, dass ich meine wichtigsten Utensilien mitbringen würde und einmal ne Schnelleinführung zu Bewertungsprogramm und Planungsmitteln mache. Könnte ja für andere, die eventuell in der gleichen Situation sind und sich her verirren ganz nützlich sein. Hier also mal ein kleiner Überblick:

Organisation und Planung des Alltags

Ich habe mir ja echt Gedanken zu dem Punkt gemacht gehabt und etwas rumprobiert. Mein System besteht nun aus Aktenmappen für die verschiedenen Reihenplanungen.

  1. Im Idealfall entsteht im Vorfeld des kompletten Unterrichts eine übersichtliche Reihenplanung, in der verschieden Schwerpunkte direkt vermerkt werden. Das existiert dann rein elektronisch auf meinen verschiedenen Sticks, die ich in regelmäßigen Abständen auf einer externen Festplatte abspeichere und sichere. Im Falle des Ausbildungsunterrichts erhält man dann jedoch die Chance, dieses nochmal durchzusprechen und dann sieht das Ergebnis in etwa so aus:
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    Was wirklich notwendig ist, wie man ja an der einen Stunde vorgestern gesehen hat, deren Inhalt bei eigener Planung einfach noch zu verquer läuft. Im eigenen Unterricht hat man diesen Austausch oft nicht und steht alleine vor dem Berg, weswegen dort auch noch recht viel schief läuft.
  2. Jede einzelne Stunde erhält einen Verlaufsplan mit Stundenlernziel und Phasierung, Fragen für die einzelnen Überleitungen und erwarteten Ergebnissen.
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    Das klappt tatsächlich bisher nur stringent im Ausbildungsunterricht, da man für die eigenen Kurse einfach nicht die Zeit hat, dass alles so genau anzufertigen. Ich werde mir später wohl versuchsweise immer zwei oder drei Kurse heraussuchen, für die ich das weiterhin so handhaben werde. Irgendwann sind dann hoffentlich alle Themen mal abgearbeitet.
  3. Dazu landet dann alles Material, welches ich für die Stunden brauche, also Kopiervorlagen in Form von Arbeitsblättern oder Folien oder sonstiges Material, in den dünnsten, billigsten Klarsichthüllen, die ich finden konnte. Wenn das zu viele werden haben sie nämlich ihr ganz eigenes Gewicht, das sie auf die Waage bringen.
  4. Ist die Reihe abgeschlossen, werden alle Materialien zusammengeheftet, die zu dem Thema mit den Stundenplanungen zusammen gekommen sind und landen in den Akten.
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    Die sind nach Fächern sortiert (grün Philo, rot Geschichte) und nach Themen in den jeweiligen Jahrgängen aufgeschlüsselt. Das erschien mir bisher am Sinnvollsten, da man Themen auch öfter doppelt macht und deren Schwierigkeit, Umfang und Ausrichtung dann an das Alter und die Leistungsfähigkeit der Schüler anpassen muss.

Wenn alles gut gelaufen ist, hat man dann fertige Vorlagen für das jeweilige Unterrichtsvorhaben, die man bei Bedarf aus den Akten direkt rausziehen kann, in den Schulordner übernimmt und einfach abarbeitet. Bei Bedarf Änderungen oder ‚Umbauten‘ vornimmt, wenn man beim ersten Mal gemerkt hat, dass etwas nicht so gut lief.

Formulierungshilfen

Ohne meine Operatorenlisten für die jeweiligen Fächer geht nicht viel. Im Ordner ganz vorne sind die von mir bearbeiteten und sortierten Listen – im Original sind die zwar alphabetisch sortiert, aber das hilft einem bei Anforderungsbereichen und den Schlüsselwörtern nicht weiter – zusammen mit den grundlegenden Phasierungskonzepten für die Stunden und den methodischen Schwerpunkten je Fach anzutreffen.
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Und ja, ich schaue immer noch bei jedem Arbeitsauftrag oder Stundenlernziel kurz drauf. Sollte ich wahrscheinlich inzwischen auswendig können, kann ich noch nicht 😛

Benotungshilfen und Kursorganisation

Ich greife hier auf eine App zurück, deren Aufbau mir am Meisten zusagte und die für Windows erhältlich ist. Es gibt noch eine für Apple, aber da ich kein einziges Apple Produkt besitze, fiel die raus, obwohl ich die Oberfläche und intuitive Bedienung noch besser fand. Alles was man da so im Angebot hat heißt irgendwas mit ‚Teacher‘, in meinem Fall Teacher Studio. Eindrücke gibt’s nach kurzem Googeln.

Helfer

Dazu hatte ich was die elektronischen Geräte angeht ja schon einmal einen Beitrag verfasst. Den teile ich hier noch einmal, da hat sich nichts verändert. Von der Oberfläche und Bedienbarkeit und insgesamt, lag mir das Asus nach wie vor mehr. Das Acer tut aber seinen Dienst.

Fürs Grobe war es das dann erstmal. Viel mehr braucht man im normalen Alltag tatsächlich nicht. Den ganzen Kleinkram mit Magneten, Folienstiften, Markern, diversesten (Korrektur-)Stiften, Kreidemäppchen und Co lasse ich hier mal weg. Den schleppt eh jeder herum.

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Und wenn du denkst, du denkst, …

… dann merkst du, dass du deinen Verstand leider an der letzten Windung verloren hast. So dauerte es dann gestern morgen auch etwas, bis mich mein Hirn wieder einholte und ich begriff, warum ich sah, was ich sah: Ein leeres Klassenzimmer. Wo waren meine 9er?!

Das Rätsel löste sich langsam auf, als mir das Schlagwort „Sprachenfahrt“ wieder in Erinnerung geschlichen kam. Richtig, die 9er waren auf Sprachenfahrt. Die ganze Woche schon … und ich hatte in meiner Verplantheit zwar mitbekommen, dass sie auf Sprachenfahrt waren, aber dabei vollkommen vergessen die Verbindung zu ziehen, dass wenn ALLE 9er auf Sprachenfahrt sind, das auch MEINE 9er im Philo Kurs einschließt.

Wer bei den Terminen aufgepasst hat, wird das Problem erkennen: Nächste Woche sollte der UB in Philo sein und ja, genau in diesem Kurs; der ja schon letzte Woche wegen Krankheit meinerseits ausgefallen war; und nun wegen dieser Fahrt erneut ausfällt. Leider habe ich auf meine Mail an meinen Fachseminarleiter noch keine Antwort, in der ich um eine Verschiebung des Termins bat. Mal sehen also, was das werden wird -.-

Die letzten zwei Tage waren eh nicht unter ‚gelaufen wie geplant‘ abzulegen. Es fing damit an, dass ich am Donnerstag (meinem freien Tag schultechnisch) zur zweiten Stunde zur Besprechung mit Frau Klaus verabredet war und die mir im Treppenhaus aufgelöst entgegen kam. Sie hatte einen Unfall gehabt, jemand war ihr draufgefahren und sie fühlte sich nicht gut und würde jetzt erstmal fahren um das abzuklären. Somit war nicht nur die Besprechung abgesagt, sondern ich natürlich in der Pflicht, für den nächsten Tag die Vorbereitung der Einführung des neuen Themas vorzubereiten. Allein. Juhu … nicht.

Etwas besorgt ließ ich sie alleine fahren, mit vermutetem Schleudertrauma keine so gute Entscheidung in meinen Augen und fuhr zur Werkstatt, um Marie durchchecken zu lassen. Meine blaue Dame machte nämlich ordentlich Mucken, was den Anzug und die ominöse Kontrollleuchte anging. Mit einem wahren Schlachtschiff an Jeep kam ich eine gute Stunde später wieder in der Schule an und machte mich an die Planung. In der 5. Stunde wollte Herr König mir Rückmeldung zu meiner geplanten Reihe für den UB in Philo geben.

Es lief alles recht schleppend, wobei Lucas mir einen guten Hinweis für eine thematische Zusammenfassung der amerikanischen Vorstaatlichkeit gab, aus dem ich dann tatsächlich einen brauchbaren Einstieg für den nächsten Tag anfing zu basteln. Die Besprechung mit Herr König war etwas frustrierend, da er mich ziemlich deutlich auf eine Fehlplanung in meiner Reihe hinwies: Es war nicht anschaulich stringent genug. Ich hatte alles sehr praktisch ausgelegt, aber es fehlte der rote Faden – ein Thema was das alles miteinander verband. Die Stunden hatten inhaltlich miteinander zu tun, aber ich war alles etwas zu methodisch angegangen, weswegen nun so der richtige „Anwendungskontext“ fehlte.

Recht hatte er. Ziemlich unzufrieden blätterte ich in seinem mitgebrachten Material herum und ließ mich dann widerstrebend-bereitwillig auf eine Umformung der Reihe gedanklich ein. Ich war ja die ganze Zeit schon unzufrieden damit, wohin sich das Thema entwickelte und gerade für die 9er fand ich den theoretischen Ansatz mit den Syllogismen einfach … bäh. Er riet mir auch davon ab, mich in die Richtung weiter zu bewegen und eher wirklich greifbar mit Beispielen zu arbeiten. Ob ich dem Ganzen nun noch einen Namen gab und Fachwörter einführte, das würde man dann sehen. Aber um zum eigentlichen Kern – moralische Handlung und deren Kritik – zu kommen, brauchte ich keine Syllogismus-Stunde.

Nachdem der Stein aus dem Weg gerollt worden war, fuhr ich nach Hause und arbeitete an der Stunde für Freitag. Nach zwei Stunden fuhr ich zu Maite, die ich ewig nicht gesehen hatte. Und kaum vertieften wir uns ins Gespräch und die Inhalte, da dröselte sich alles auf und die verbleibenden drei Stunden bis zum UB gaben auf einmal Sinn. Der Plan stand, als ich abends nach Hause fuhr und ich merkte wieder einmal, wie sehr mir jemand fehlte, dessen Gedanken meine ergänzen können. Mit Elif klappt es leider nicht so gut.

Nun ja, der Abend zog sich dann noch eine Weile am Schreibtisch bis spät in die Nacht, als auch das letzte Material für die Geschichts EF den nächsten Tag stand. Dann der Moment morgens, als ich in der leeren KLasse stand … das Auto, was nun offiziell zur tickenden Zeitbombe erklärt wurde (Turbolader mit Macke, noch funktionstüchtig, kann jeder Zeit verkanten und den Motor dann schrotten, 2000 € für Reparatur sind aber nicht da), vergessene USB Sticks mit Unterrichtsmaterial, eine semi-ok gelaufene Stunde später und eine Fortbildung nochmal später war dann auch der Freitag vorbei und ich fiel erschlagen ins Bett.

Ich muss so viel noch machen, ich bin aber irgendwie … möp. Mal sehen. Das die Einführungsstunde nicht so toll gelaufen ist, ärgert mich auch. Es lag vor allem am Material und ich werde mit Gruppenpuzzeln leider nicht so recht warm – ich werde die Stunde später noch reflektieren. Viel Potenzial zur Analyse vorhanden.

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Einfach schwimmen?

Dori gibt im bekannten Film bei der kleinen Panikattacke ihres (öfter mal) neugefundenen Freundes dieses simplen Überlebenstrick. Nicht drüber nachdenken, einfach machen. Gerade will das nicht so recht funktionieren. Ich ’schwimme‘ auch, aber das ist ein Zustand, den ich nicht sehr angenehm finde. Und ‚einfach machen‘ will einfach nicht klappen.

Die Reihe für den kommenden UB bewegt sich in eine Richtung, die mir so gar nicht gefallen will. Syllogismen … Schlussfolgerungen … LOGIK. *schüttel* I moag dat ned. *seufz* Und das mit 9ern … *Haare rauf* Joa, ich hänge, aber mal gründlich. Es will mir keine zündende Idee für die Stunde kommen, Lernprogression sollte ja auch noch hergestellt werden und wirklich Substanz hat das ganze auch nicht und … ich habe ein Brett vorm Kopf, fürchte ich.

Überraschender Weise war es Frau Klaus, die mir heute beistand. Generell muss ich ein riesen Lob an sie aussprechen, da sie mir wirklich entgegen gekommen ist. Sie hat sich offensichtlich Sorgen gemacht. Ich war Freitag ja schon wieder krank, die Tage und Wochen vorher regelmäßig angeschlagen oder eben mit kranken Kindern zu Hause bedacht. Man kann nix dran ändern, keine Frage, aber es schlauchte. Freitag konnte ich dann, nachdem ich mich zähneknirschend durchgerungen hatte in der Schule abzusagen (und das nach der Spätschicht, die ich Donnerstags noch bei Elif eingelegt hatte und alles zusammenstückelte, was ich die Stunde bei Frau Klaus zeigen wollte), nichts anderes mehr tun, als die Decke übern Kopf zu ziehen und mich auszuschlafen. Das tat ich dann auch. Und den halben Samstag ebenso.

Frau Klaus schrieb mir noch Freitag Nachmittag, dass sie die angefangene Sequenz thematisch abschließen wollte und ich dann danach erst wieder einsteigen soll. Also ein planungsfreies Wochenende für den Ausbildungsunterricht. Das war entspannt. Heute in der Doppelstunde durfte ich also beobachten und wir kamen wegen dem Rundherum ins Gespräch. Und ich warf ein, dass ich gerne wegen dem nächsten themenkomplex (amerikanische Verfassung und die Ideen der Aufklärung) gerne mit ihr reden würde, da ich da nicht wirklich firm im Thema bin. Darüber kamen wir auf den UB in Philo nächste Woche und ich meinte, dass ich mit Herr König noch sprechen wollen würde, da ich auch dort etwas unsicher war wegen Lernprogression und generellem Inhalt und so.

Sie bot an gerne auch einmal drübergucken zu wollen. Sie wäre nicht vom Fach aber generelle Ideen könnte sie auch geben. Ich nahm dankend an. Und es half tatsächlich. Wir konnten einen der Punkte, die mir schwer im Magen lagen, aus der Welt schaffen, was das geeignete Material anging. Nach der Stunde kam sie dann auf mich zu und bot an, dass ich gerne auch die kommende Stunde am Freitag noch ihr überlassen könnte und mich auf meine Planung für Philosophie konzentrieren sollte. Sie würde sich Gedanken wegen meiner Gesundheit machen und ich sollte doch etwas kürzer treten und so weiter. Und sie hatte Recht. Ich nahm dankend an und wir vereinbarten einen Termin für Donnerstag zur Vorbesprechung der nächsten Sequenz.

Da Herr König heute auf einer Fortbildung für Philosophie weilte, fielen die Nachmittagsstunden in seinem Kurs aus und ich konnte früh nach Hause. Nach einer Badewanne tat ich das gleich wie Freitag: Ich schlief mich aus. Die Erschöpfung hätte ich ohne den Zuspruch von Frau Klaus wohl nicht so ernst genommen, aber wenn man es mir schon ansieht … Dass ich wirklich kaputt war, merkte man ja nun daran, dass ich tatsächlich 5h geschlafen haben – mitten am Tag. Leider hilft es mir wenig für den UB und die Planung desselben. Ich sehe gerade keinen klaren Weg vor mir, wohin ich das führen will.

Dazu kommt jede Menge Zeug Drumherum; neu gekauftes Auto für meinen Freund, was natürlich am ersten Tag einen Defekt hat, den wir nun komplett zahlen müssen weil „gekauft wie gesehen“ blubs Mist und so und die Reparatur meiner alten Dame, die vorgestern meinte uns mal zeigen zu müssen, dass die Motorkontrollleuchte tatsächlich funktioniert (wer weiß was das kosten wird) und eine Chefin, die zwei Monatsgehälter bei meinem Mann im Rückstand ist und meint, dass man das jährlich doch gerne wiederholen könnte, die Mitarbeiter schlucken schon. Dummerweise hat sie Recht, aber das ist eine andere Geschichte.

Hach ja … wird wieder besser, gell?

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Großes und Kleines nebenher

Auch wenn ich schon wieder etwas mit den Reflektionen hinterher hänge, es gibt auch außerhalb des reinen Planens einiges zu berichten, was ich hier einmal zusammentragen möchte.


Gestern lief die erste Examensprüfung an unserer Schule in dem Turnus. Eine Mit-Geschichtsreferendarin musste sich durch den Tag quälen und ich kam erst heute dazu, nach dem Ergebnis zu fragen. Alles war soweit gut gelaufen, dass sie bestanden hat. Mich interessierte natürlich wie sich der Geschichtsfachleiter geschlagen hatte und die bisher nur auf Gerüchtestatus basierenden Informationen, dass er sich bei Diskussionen nicht Zugunsten des Prüflings durchsetzen könnte, wurden bestätigt.

Einer der Mitglieder der Examenskommission war ebenfalls Geschichtslehrer und er hatte einiges an der Stunde auszusetzen gehabt. Weswegen sie mit 4 benotet wurde. Obwohl der Fachleiter hierzu eine andere Meinung hatte, erschien er während der Prüfung kaum präsent zu sein. Er entschuldigte sich danach zwar bei der Referendarin, aber das hilft dann ja auch wenig. Meine Entscheidung mit meinem Philo-Fachleiter ins Examen zu gehen steht nun zu 100% fest.


Erstmals hatte ich auch mehrere Situationen, in denen ich das Gefühl hatte die ‚Hackordnung‘ zu spüren zu bekommen. Über angeschimmelte Kaffeetassen auf meinem Platz im Lehrerzimmer hatte ich mich ja schon einmal beschwer. Ab und an räume ich immer noch angebissene Hotdogs, altes Geschirr und diversen Müll weg.

Nun bin ich aber innerhalb von wenigen Tagen zweimal aus meinem Raum vertrieben worden. Beide Male von Herr König. Beim ersten Mal musste ich mich meiner EF aus dem offiziellen Philo-Raum weichen, weil er nicht genau nachgeschaut hatte und nun davon ausging, dass er eh in seinem angestammten Raum unterrichten würde. Und das Equipment dort bräuchte. Das zweite Mal schickte er mich aus dem Computerraum, weil er mit einem anderen Lehrer abgesprochen hatte, dass er den benutzen könnte.

Nun ist es so, dass wir ein Raumbuchungssystem haben und ich mir absolut sicher bin, dass ich meinen Kurs dort eingetragen hatte. Absolut – 100% – sicher. Wir schauten kurz im Netz nach und meine für 4 Stunden in Folge eingetragene Reservierung war verschwunden.  Alle Räume belegt. Zähneknirschend zog ich zum Kursraum ab und die Schüler improvisierten mit ihren Handys. Joa … so ist das dann wohl. Diskutiert wurde nicht – mein Kurs musste wieder weichen.


Ich habe ‚meine‘ 9er wiedergesehen. Der Geschichtskurs, den ich von Herr Drüppert Anfang des Schuljahres „übernommen“ hatte und mit dem ich so gut zurecht kam. Meine Lieblingsklasse im letzten Halbjahr. Diese musste ich bei der Umverteilung des Stundenplans nun leider abgeben. Wir trennten uns nur schweren Herzens voneinander und dann bekam ich heute die Gelegenheit sie wieder zu sehen. Der neue Lehrer, den ich den Tag noch gesehen hatte, war plötzlich krank und ich sah nach der 4. Stunde auf dem Vertretungsplan unvermutet meinen Namen prangen. Aus früher nach Hause wurde also nichts, obwohl meine Geschichtsstunden vom Nachmittag in der 6. Klasse auf den nächsten Tag in die 1. und 2. Stunde verlegt worden waren. Pech gehabt.

Also ging ich zum Fach und erwartete Aufgabenzettel, einen kurzen Brief mit Infos zum aktuellen Plan der Klasse … irgendwas zu finden. Nichts. Ich runzelte etwas angefressen die Stirn. Keine Materialien dabei, keine Ahnung wo die Klasse inhaltlich steht und somit total unvorbereitet für die Stunde. Hmpf. Als ich dann vor den Kindern stand, wurde ich freudig begrüßt und mehrere warfen ein: „Aber heute spielen wir jetzt mal Spiele!“ Ich schmunzelte und meinte nur, dass sie doch wüssten, dass ich Unterricht machen würde.

„Wo seid ihr denn gerade?“

„Wir haben keinen Unterricht!“

*Stirnrunzeln meinerseits* „Wie jetzt … natürlich habt ihr Geschichtsunterricht!“

*vehementes Kopfschütteln* „Nein! Wir hatten nur zwei Stunden oder so, der ist immer nicht da.“ (Das Halbjahr läuft seit vier Wochen.)

Ich verkniff mir einen Kommentar dazu und fragte weiter: „Also habt ihr doch was gemacht! Was war denn das Thema?“

„Nachkriegszeit … NS und wie das aufgenommen wurde … ein Zeitstrahl … „

Ich war kurz sprachlos. Wir hatten so gut gearbeitet und ich hatte sie bis zum zweiten Weltkrieg gebracht – und nun wurde der einfach übergangen?! Ein Schüler hatte mir die Seite im Buch gezeigt (‚Die Welt nach 1945‘ war die Überschrift) und eine andere Schülerin sagte mir, dass sie wohl fünf Seiten für den Zeitstrahl zusammengefasst hatten; in einer Stunde. Man merkte mir meinen Unmut an.

„Bei Ihnen war das viel besser!“ – „Das war voll spannend, jetzt ist es komisch.“ – „Jetzt haben wir gar keine Geschichte mehr!“ – Romina: „Der mag mich nicht! Der guckt immer so komisch.“

Ich ignorierte die abwertenden Kommentare über den Kollegen, dazu sollte man sich wirklich nicht äußern, und ging auf Romina ein.

„Das liegt an der Haarfarbe.“ schmunzelte ich. „Da kann man nicht drüber hinwegsehen.“ Sie hatte die Haare inzwischen lila und sogar die Augenbrauen passend eingefärbt.

„Gar nicht, da waren sie noch rot.“ schmollte sie mit Augenzwinkern.

„Wenn ihr euch noch nicht so oft gesehen habt, dann weißt du doch noch gar nicht, ob er dich mag oder nicht.“ versuchte ich zu retten und ließ mir das Heft einer Schülerin geben. Aber ich fand einfach keinen Ansatzpunkt. Die Verträge nach ’45? Besatzungszonen? Einen ‚kurzen‘ Überblick über den 2. Weltkrieg gibt man nicht in einer Stunde. Schweren Herzens ließ ich mich breitschlagen.

„Gut, dann spielt die Stunde.“

„Das ist die erste Spielstunde bei Ihnen!“ wurde gejubelt und sie stürzten sich in hitzige Tabu Runden.

Es war das erste Mal, dass ich merkte, wie besitzergreifend man bei dem Thema werden kann. Ich will dem Kollegen nichts unterstellen, aber ich bin schon etwas frustriert, dass meine Vorarbeit nun anscheinend so zu verpuffen scheint.  Und es tut mir für die Schüler leid. Sie waren so engagiert und wissbegierig und wenn sie nun ’semioptimalen‘ Unterricht erhalten sollten und das Interesse erliegt? Ist einfach schade.


Aus der Kategorie „Wenn die Schüler ein Brett vorm Kopf haben“

Meine EF in Philosophie ist im Moment nicht sooo motiviert. Wir brauchten sehr, sehr lange um ein paar Texte zu besprechen. Dieselben sollten von ihnen einmal im Gedankengang dargestellt, zentrale These und die passenden Argumente aufgelistet und die Folgen fürs Handeln erklärt werden. Und es dauerte … und dauerte … bis letztlich nach fast 4 Unterrichtsstunden die drei Positionen (nicht mal eine A5 Seite im Umfang) erarbeitet waren.

Mittendrin passierte Folgendes:

„Miss Phye, zu der These in dem Text von Spaemann gibt es keine Argumente.“

Ich runzelte die Stirn und warf noch einmal einen Blick hinein. Warum fanden die Schüler ausgerechnet für den gut strukturierten Text nichts heraus? Er hatte ihn ja sogar mit ‚erstens‘ und ‚zweitens‘ selbst unterteilt und sogar beim Beispiel ein ’nehmen wir zum Beispiel …‘ angefügt.

„Was ist denn eure These?“ murmelte ich beim Überfliegen.

„Jeder sollte der in seiner Gesellschaft herrschenden Moral folgen.“ las mir jemand vor. Ich verspürte den Drang mir und ihnen vor die Stirn zu schlagen.

„Uhm-hm. Und warum genau denkt ihr, dass das Spaemanns These ist?“

„Na, er sagt ja selbst dass das die These ist!“

„Uhm-hm. Ist euch da nichts aufgefallen?“

Ratlose Gesichter. „Guckt nochmal genau hin.“

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Robert Spaemann, Moralische Grundbegriffe, 1999.

Schweigen  und Verwirrung.

„Da stehen Anführungszeichen.“

Immer noch Schweigen.

Mit hörbarem Augenrollen versuchte ich es erneut. „WANN benutzt ihr in euren Texten Anführungszeichen?!“

„Wenn wir etwas zitieren …?“

„A-HA! Und wer hat das was ihr zitiert gesagt?“

Zögerlich: „Jemand … anderes … ?“ (-> Warum müssen die Schüler immer ins halb Fragen halb Antworten verfallen in den Situationen? ^.^)

„RICHTIG! Ist das also Spaemanns These, wenn er sie in seinem Text in Anführungszeichen setzt?!!“

„Äh … neeee.“

Das passierte in der Stunde noch 4 weitere Male; in jeder der Gruppen wurde ich genau das Gleiche gefragt … *seufz*


Ja ja … so ist das 😉

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Kleinigkeiten

Ich habe es letztens schon einmal erwähnt; es gibt da so gewisse ‚Kleinigkeiten‘, die man immer versucht mit eben diesem Begriff zu welchen zu machen, die aber eigentlich von der Raum, den sie gedanklich einnehmen nicht als Kleinigkeiten bezeichnet werden sollten. Und sie sammeln sich seit Kurzem in unangenehmer Weise an. Also fasse ich an dieser Stelle einmal zusammen.

Zuerst zum Erfreulichen:

Frau Klaus: Über die vergangene Woche hat sich herausgestellt, dass Frau Klaus wohl bald von dieser Liste verschwinden wird. Wir arbeiten jetzt seit einem Monat zusammen und es stellt sich heraus, es wird immer besser. Sie lobt inzwischen fast nur noch, ist von meinen Stundenentwürfen immer recht angetan und wir finden uns in eine annehmbare, höfliche Art der Verständigung ein. Es ist mir persönlich immer etwas unbehaglich zumute, wenn man so betont höflich miteinander umgeht, aber da es die Sache doch stark erleichtert, fügt man sich eben. Somit überwiegen die Vorteile (konstruktive Kritik, strukturiert geplanter und durchgeführter Unterricht) nun die Nachteile (der Gang über die gefürchteten Eierschalen) und ich habe mich mit der ‚Kleinigkeit‘ arrangiert.

*BEWARE* A rant! Muss jetzt aber mal sein.

Ausbildungssituation: Nun, es ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe. Herr Drüppert ist immer noch da, Herr König ist immer noch gestresst und Philip steht nach wie vor vorm Examen und hat kurswahltechnisch somit absoluten Vorrang. Wo bleibe ich dabei? Offensichtlich auf der Strecke. Letztes Halbjahr hieß es ja: „Wir schauen mal nach den Osterferien, davor jetzt auf keinen Fall.“ Davor war die Auswahl noch dünner und im Dezember kam ich ja tatsächlich in den Genuss von 3 1/2 Wochen Philosophie Ausbildungsunterricht in dem Grundkurs in der 12. Seitdem? Nichts mehr.

Ich hospitierte in demselben Grundkurs seither, wobei ich dabei keinen wirklichen Unterricht gesehen habe, sondern Gruppenarbeiten und Präsentationen. Mittelstufenunterricht habe ich noch gar nicht gesehen oder angeleitet gehalten. Die Zeit, in der ich ausgebildet werden kann, neigt sich im Juli ihrem Ende zu. Ich fürchte, dass ich zum Examen maximal zwei Monate Ausbildungsunterricht zusammenbekommen haben werde können. Und so.

Der einzige Oberstufenkurs, der noch im Stundenplan möglich wäre, ist der Q1 LK. Das ist natürlich der Kurs, den Philip sich rausgesucht hat fürs Examen. Bis nach den Osterferien ist da also nix mit Unterricht geben, da im März das Examen ist und die Kinder dezent genervt von der Dauer-Referendar-Situation sind. Die Mittelstufenkurse liegen so ungünstig, dass ich keinen wählen kann, da einer bereits mein BdU Kurs ist, der andere dazu natürlich parallel liegt und der dritte in der Zeit unseres Kernseminars gehalten wird. Pech gehabt.

Als ich den Missstand ansprach, war die Reaktion eher ein Schulterzucken. Wenn ich da noch Ausbildungsunterricht haben wollen würde, dann müsste ich mich eben vom Seminar beurlauben lassen, den Stundenplan könnte man nicht ändern. (Schulleiter) Wenn ich Ausbildungsunterricht will, dann müsste ich mich in meinem Kurs vertreten lassen. (Herr König) Wer sagt denn eigentlich, dass ich in der Mittelstufe überhaupt Ausbildungsunterricht bräuchte, das müsste doch nur Oberstufe sein. (ABB) Joa. Nett, nicht wahr? Wer muss schon in seiner Ausbildung tatsächlich ausgebildet werden?! Ansprüche haben die Referendare mal wieder … *Kopf schüttel*

Die vorläufige Lösung kam dann von mir; wir werden die beiden 9er Kurse zusammenlegen (Juhu, 30+ Kinder -.-) nach den Osterferien und ich werde dann eine Reihe für beide Kurse unter Aufsicht von Herr König halten. Besser als nichts. Dass das mit der Zeit zusammen fällt, in der der LK dann wieder frei wäre macht natürlich nichts, ich schaffe es selbstverständlich meinen Ausbildungsunterricht von mehreren Monaten innerhalb eines zugegebener Maßen etwas vollgestopften, aber dann ja immer möglichen Monats zu absolvieren. Yeay. (Wer meine Zeitleiste hier im Auge hatte: Richtig, der nächste UB ist Ende März und ja, er wird in der 9. Klasse sein. Natürlich habe ich jetzt noch keinerlei praktische Anleitung erhalten, wie man sowas gut organisieren kann für die Altersstufe. Aber hey, wer braucht schon … und so weiter.)

Mit-Referendare: Und als wenn es nicht privat-beruflich schon genug bei mir an Baustellen gäbe, kommt dann noch Gerede dazu. Meine beiden Mit-Refis aus dem Philosophieseminar, Elif und Abbas, sind mit unserem Fachseminarleiter an der gleichen Schule. Obwohl dort drei Philosophielehrer vertreten sind, gibt es ähnliche Probleme wie bei mir mit dem Ausbildungsunterricht. Er reicht nicht für alle.

Der Fachseminarleiter fällt für Ausbildungsunterricht raus – Fairness den anderen im Seminar gegenüber und zeitliche Gründe. Elif hatte es erst mit der Philosophielehrerin versucht, mit der sie ordentlich aneinander geraten ist und die vom Charakter her anscheinend eher in die Ecke ’schwierig‘ eingeordnet werden muss. Abbas hatte von Anfang an gesagt, dass er nicht mit ihr zusammenarbeiten könnte und bei ihr keinen Ausbildungsunterricht nehmen würde. Nachdem er erfolgreich im ersten Kurs des übrig bleibenden Philosophielehrers angekommen war, ’sicherte‘ er sich den auch direkt als Examenskurs. Elif blieb auf der Strecke und ist auch nicht der Typ dafür, sich für ihre Belange nachdrücklich einzusetzen.

Also sprach sie mit mir. Ich stimmte ihr zu, dass die Situation bescheiden ist, dass ich von Abbas ein anderes Verhalten erwartet hätte und das alles ziemlich suboptimal läuft. Erwähnte das gegenüber drei anderen Mit-Refis über ein gutes halbes Jahr verteilt bei Gesprächen über Ausbildung und Dinge, die schief laufen können. Am Montag stand Abbas dann auf einmal vor mir und konfrontierte mich, er hätte mehrfach gehört, dass ich über ihn rede und dass Elif und ich uns gegen ihn verschworen hätten und das er das alles nicht gut findet. Hmhm … Wer das sagt? Egal. Was genau gesagt wurde? Nicht so wichtig, ich solle doch mit ihm reden. Ich müsse unbedingt seine Seite der Geschichte hören! Ihm liegt der Erfolg von Elif doch echt am Herzen, er hätte sonst ja das falsche Fach studiert, wenn er tatsächlich so egoistisch wäre, wie wir ihn darstellen!

*seufz* Wo fängt man da an? Ich entschied mich, einen großen Bogen um Wertungen zu machen und das Problem anzugehen. Worüber genau hätte ich mit ihm reden sollen? Dass er und Elif es nicht hinbekommen sich zusammenzusetzen und ihre Missstände mit der Ausbildung anzusprechen? Das sollte ihnen selbst aufgefallen sein und in den Sinn kommen. Erwachsene Menschen und so. Aber ich bin ja nicht so; ich erklärte ihm, was ich an seiner Stelle machen würde/gemacht hätte. Dass sie sich um Kurse zum Examen kümmern sollten, die Situation mit dem ABB und Schulleiter ansprechen müssten, zusehen, dass nicht die Philo-Lehrerin am Ende die Oberstufenkurse zugeteilt bekommt und sie doch mit ihr ins Examen müssen, dass man sich mit den Beteiligten hinsetzt und vor allem den Philo-Lehrer klarmacht, dass er gerade die einzige Möglichkeit für Ausbildung für beide ist und er niemanden wegschicken kann (was er bei Elif gemacht hatte), da seine Kollegin sich für die Ausbildung ja dermaßen disqualifiziert hat.

Zwei Tage später im Geschichtsseminar, kommt eine weitere Mit-Refi auf mich zu, die ebenfalls an der Schule der zwei ist, und stellt entrüstet fest, dass ich doch mal eher etwas hätte sagen können. Abbas wäre auf einmal ganz handzahm und so kooperationsbereit und er hätte ihr gleich erzählt, dass er nun dieses und jenes alles tun würde, damit sich doch noch alles klärt und blubb und sie hätte es echt nicht mehr hören können, da er sie ja seit Wochen damit genervt hätte. Ernsthaft?! *Kopf -> Tisch*

Naja, wir werden sehen. Einmal zur Verdeutlichung der beteiligten Charaktere: Elif ist bei einer gestellten Situation mit aufgebrachten Eltern im Rollenspiel geradezu erstarrt (Probleme mit Konflikten) und Abbas stellte vorgestern erst fest, dass er bei kollegialen Putzdienst nicht helfen könnte, da er keine Ahnung habe, wie man eine Spülmaschine bedient oder putzt. Aber die Hand-/Spültücher könnte er mitnehmen; waschen kann er zwar auch nicht, aber das macht seine Frau dann gerne fürs Kollegium!

So, das tat gut. 🙂 Schönes Wochenende allen noch.

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Liebster Award, die Zweite!

Da ist es mal wieder passiert. Ganz am Anfang hat mich familiendinge ja mal aufgestöbert und nominiert, aber das ist jetzt schon über ein halbes Jahr her (wie die Zeit vergeht …). Genauso gestresst wie ich, lese ich viel zu wenig die letzte Zeit von ihr. Dieses Mal hat Änschie mir den Award-Ball zugespielt und ich versuche mich mal in einer gekonnten Annahme. Danke an dieser Stelle für die Nominierung und mal sehen, was mir so einfallen will.

Hier kurz zu den Regeln (als kleine Gedächtnisstütze … )
1. Bedanke dich bei der Person, die dich nominiert hat.Hacken 1

2. Beantworte die 11 Fragen. Hacken 1

3. Überlege dir 11 neue Fragen. Hacken 1

4. Und nominiere neue Leute für den Liebsten Award. Hacken 1

5. Informiere die nominierten Blogger! Hacken 1

6. Füge die Grafik für den Liebsten Award ein!Hacken 1

7. Vergiss nicht die Regeln des Liebsten Awards einzufügen!🙂Hacken 1

Gut, das wäre erledigt, dann mal auf ans Denken.

Änschies Fragen:

  1. Welches ist dein Lieblingsduft? Woran erinnert er dich?

Hm, tatsächlich habe ich mehrere Düfte, die ich fest mit Dingen oder auch Personen oder Situationen verbinde. Mein liebster … Kaffee, würde ich sagen. Er ist der alltäglichste, beruhigt mich sehr und ich weiß, dass ich bei jeder Tasse erstmal durchatmen kann. Egal ob ich sie selber aufbrühe oder sie mir mitten beim Arbeiten hingestellt wird.

(Ist es bedenklich, dass der Duft an ein Stimulans gekoppelt ist? >.<)

Knapp dahinter kommt der Duft vom Kaminfeuer oder frisch gewaschener Wäsche. Alles etwas, was ich mit zu Hause verbinde.

2. Wenn du ein Tier sein könntest, welches wäre das und wieso?

Da ich mir eigentlich immer nur dann wünsche jemand anderes zu sein, wenn ich mal wieder extrem viel Stress habe, müsste es ein Tier sein, dass diesen Zustand nicht kennt. Ein Faultier vielleicht? Ich habe mich noch nie damit beschäftigt, es wäre natürlich sehr ungünstig, wenn Faultiere nicht auch charakterlich ihrem Temperament angepasst wären und sich die ganze Zeit denken würden: „Ja, es dauert nur noch 2h bis ich die Stufe geschafft habe … nur noch 1h 59min … 1h 58min …“ Aber falls sie mit sich und der Umwelt im Reinen sein sollten, dann wäre die Entschleunigung glaube ich manchmal echt toll, sollte sie mit Ruhe und Geduld einher gehen 😀

3. Wenn du auf eine einsame Insel gehst und drei Gegenstände mitnehmen könntest, welche wären das?

Vorweg: Würde ich nicht ^.^ Wer auch immer sich das mal ausgedacht hat, ich würde ihn in der freudschen Düsterkeitskurve einordnen wollen, was seine Sicht auf die Welt angeht. Warum sollte man tatsächlich komplett alleine leben wollen? Familie und alles am Besten auch noch hinter sich lassen und sich nur noch mit den eigenen Gedanken beschäftigen? Neeee … ich bin ja ganz zufrieden mit mir, aber hier und da brauche ich doch Input.

Sollte es mich tatsächlich dahin verschlagen, würden drei Gegenstände für mein Wohlbefinden nicht ausreichen. Aber gut, zur Sache: Ganz oben auf der Liste stände wohl ein elektronisches Kommunikationsmedium. Habe ich dort Internet? Strom? Dann irgendwas um tatsächlich zu überleben, wie ein ordentliches Messer. Hoffen wir, dass ich adaptiv und lernfähig genug bin, den Rest, den ich so brauche, damit herstellen zu können. Kann ja mit Hilfe des Kommunikationsmediums googeln, wie ich Fallen baue oder Hütten aufstelle. (Wobei, irgendwer muss ja mal kommen, um Elektronik und Co zu warten, vielleicht wäre ich doch nicht so alleine? 😮 ) Hm, da ich in die praktische Richtung abgedriftet bin … ein Boot um wieder zurück zu kommen?

Wie gesagt: Wer tut sich sowas freiwillig an?!

4. Welches ist dein Lieblingsweihnachtsgebäck?

Ich mag Gebäck eigentlich nicht sehr. Und das meiste, was es an Weihnachten gibt, erst recht nicht. Christstollen ist sowas, damit kann man mich jagen. Was ich früher echt gerne gegessen habe, waren die Haselnussmakronen von meiner Mutter. Selber hatte ich aber noch nicht den Elan, die dann auch zu backen. Für die Kinder muss ‚man‘ sowas ja tun, deswegen gab es tatsächlich heute auch einen Backnachmittag, aber nur mit so ganz simplen Ausstechkeksen. Mir schmeckt Weihnachten eher der Wildbraten.

5. Welche Weihnachtstradition hast du von zuhause übernommen?

Das Essen und den Ablauf des Abends. Es gibt Weihnachten immer etwas wirklich Deftiges bei uns. Wildbraten, Wild-Gulasch, Braten im Blätterteig, etc. Dazu Apfel-Rotkohl nach Mamas Rezept, Rosenkohl, Klöße, Kartoffeln und Kroketten, sowie heiße Preiselbeere-Birnen zum Nachtisch.

Der Abend vor der Bescherung fängt mit einer in dritter Generation inzwischen zelebrierten Weihnachtsgeschichte an, die mit Liedern gespickt ist und von mir musikalisch begleitet wird. Das wiederum habe ich schon mit 12 Jahren angefangen, die musikalische Untermalung gibt es also so seit zwei Generationen 😉 Uns fehlt leider die halbdurchsichtige Glastür, hinter der meine Mutter früher herumhuschte und die Kerzen am Baum anzündete, während wir andächtig davor hockten und dachten, dass da tatsächlich das Christkind gerade alles für uns vorbereitet. Aber da fällt mir auch noch etwas ein ^.^

6. Hast du an Silvester immer neue Vorsätze? Hälst du sie auch ein?

Nein, ich bin da realistisch. Wenn etwas geändert werden muss, dann tue ich es. Wenn ich mich nicht selber zu dem entsprechenden Zeitpunkt schon in den eigenen Allerwertesten getreten habe, dann schafft es auch kein willkürliches Datum mich dazu zu bringen. Neujahr war früher ein Anlass feiern zu gehen, heute mit den noch sehr kleinen Kindern fast ein Tag wie jeder andere. Dinner for One ist uns erhalten geblieben und das Schachspielen, welches meine Mutter mir mal für eben diesen Anlass beigebracht hatte. Und natürlich der Ofenkäse, mit Weintrauben, dunkler Schokolade, Baguette und Rotwein.

7. Welches ist deine Lieblingsfarbe und was verbindest du damit?

Rot. Dunkles, sattes, volles Rot.

Hm, was ich damit verbinde … die Farbe ist warm und belebend zugleich. Rot aktiviert, finde ich und sorgt meist dafür, dass ich nicht in Lethargie versinke. Wirklich viel fällt mir aber nicht dazu ein, ich werde durch die Farbe einfach direkt angesprochen.

8. Wenn du an Zuhause denkst, was kommt dir als erstes in den Sinn?

Mein Elternhaus. Und all die Veränderungen, die es schon mitgemacht hat. Welche Spuren noch von meinen Großeltern da sind, was meine Mutter dort alles verändert hat und wo meine Lieblingsstellen so waren und sind.

9. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich schreibe schon immer gern über Dinge, wenn ich über sie nachdenke. Ich spürte relativ schnell, dass der neue Lebensabschnitt eine Plattform brauchen würde, auf der ich ihn reflektieren und mir das dann später nochmal vornehmen kann. Um aus Fehlern zu lernen und mich selbst zu überprüfen. Schwächen und Stärken zu finden und auch meine ‚Art‘ etwas im Auge zu haben, die mir schon oft im Weg stand.

Viele Lebensabschnitte hatte ich auf unterschiedlichen Plattformen schon festgehalten, das Referendariat ist hier gelandet.

10. Kaffee oder Tee?

Nach Frage 1 ziemlich offensichtlich Kaffee 🙂 Tee trinke ich, wenn ich krank bin oder Sushi esse.

11. Wie oft lachst du am Tag und worüber hast du als letztes gelacht?

Laut Lachen? Ziemlich selten. Ich schmunzle mehr. Das allerdings oft und am meisten im Unterricht. Oder wenn die Kinder da sind und wieder einfach sind wie sie sind. Oder Galgenhumor mit einem ungläubigen Schnauf-Lachen. Aber das zählt glaube ich nicht 😀

Zuletzt heute über die Mehlhand meiner Tochter auf meinem Rücken.

Fragen:

  1. Beschreibe dich indem du fünf typische Eigenschaften von dir nennst und die Art, wie dein Umfeld darauf reagiert.
  2. Wo bist du am Liebsten? Und warum genau dort?
  3. Gab es einen Einfluss in deinem Leben, bei dem du dir sicher bist, dass du besser ohne denselben klargekommen wärst?
  4. Gibt es eine ‚Message‘ die du mit deinem Blog verbreiten willst?
  5. Gab es schon einmal eine Herausforderung beim Bloggen für dich?
  6. Welche Art von ‚Online Literatur‘ liest du meist beim Surfen?
  7. Was hast du für Marotten, die du pflegst oder auch gerne ablegen würdest?
  8. Gibt es bei anderen Eigenschaften, die du besonders charmant oder abstoßend findest?
  9. Wenn du eine Aufgabe aus deinem Alltag an einen uneingeschränkt kompetenten Helfer abgeben könntest, welche wäre das?
  10. Hattest du schon einmal eine der berüchtigten ‚Seins-Krisen‘? Wenn ja: Wer warst du vorher und wer bist du jetzt?
  11. Was hat dich mal total überrascht? Warum?

 

*Trommelwirbel* Ich nominiere ….

abindieschule, die in den Lehrer-Job gestolperte Kollegin.

BlackBetty, von der ich schon beunruhigend lange nichts mehr gehört habe.

Cestralia, von der ich weiß, dass sie eventuell einfach zu beschäftigt ist, um sich um meinen Fragenkatalog zu kümmern. Das ist dann auch ok 🙂

SurvivorOfProstitution, deren Einsatz und Sichtweise auf die Dinge ich immer wieder bereichernd finde und die auf ein Problem aufmerksam macht, dessen wir uns stärker bewusst sein sollten.

Veröffentlicht in Alltag, Referendariat

Der Korrekturstift

Ein kleiner Beitrag heute nur, weil ich für viel mehr immer noch keine rechte Zeit finde. Dabei gäbe es soviel zu schreiben. Dass ich nun die beiden 3. UBs in Themenbereichen absolvieren muss, die mir nicht so recht liegen und die ich im Moment nur von Stunde zu Stunde in den Klassen ‚ableiste‘. Dass meine letzte Stunde bevorsteht bei Ian und ich schon etwas traurig bin, die Reihe bei den Neunern abzuschließen (Wir zerstören die Demokratie! 😀 ). Dass die ersten Fühler im Kollegium ausgestreckt wurden und man auf Weihnachtsmärkte und zum Mittagessen eingeladen wurde. Dass die erste Klausur immer näher rückt. Dass bei mir bald Halbzeit ist und ich gerade die Vorbereitungen der anderen Referendare mitbekomme, die nun schon bald wirklich fertig sein werden. Hach ja … aber zu meinem neuen Korrekturschreibgerät.

Ich hatte mir online einige Modelle angeschaut und Preise verglichen. Was würde sich auf lange Zeit wohl am meisten preislich rentieren? Maite ist relativ zügig auf Tintenpatronen umgestiegen und ich schloss mich nach etwas hin und her rechnen ihrer Kalkulation an. Aber Füller können schon teuer sein. Und wie wägt man ab, ob sie gut in der Hand liegen? Online kaufen erschien mir also nicht das Wahre zu sein.

Also ins nächste Fachgeschäft. Die Damen waren … verwirrt? Die eine auf jeden Fall. Ob sie mir helfen könnten? Ja, ich hoffe doch. Die Füller lagen an dem kleinen Tresen direkt neben der Tür aus. Was ich denn ausgeben wolle. Meine Brauen näherten sich der Haarlinie. Von welcher Spannbreite würden wir denn da sprechen, wollte ich wissen. Ja also, der hier … und ich hatte einen schweren Füller in der Hand, der vorne eine völlig runde, nach außen gebogene Auflagefläche für die Finger hatte. Kopfschüttelnd gab ich ihn gleich zurück (ein Blick aufs Preisschild verriet mir, dass wir im 70 Euro Bereich gewesen waren), ich suchte aber genau das Gegenteil. Schöne Einbuchtungen, die den Füller gleich in die Hand schmiegten und nicht die furchtbaren Druckstellen verursachten. Ich erinnerte mich lebhaft an meine Grundschulzeit …

Ein Modell nach dem nächsten wanderte durch meine Hand, die Preise sanken und sanken. Letztlich sagte sie leicht genervt: „Ja dann müssen sie die Anfängerfüller ausprobieren!“ Joa, das tat ich. Und sieh an, schöne Auskerbungen, glattes Material (wie man Riffeln auf eine Auflagefläche die mit Haut in Kontakt kommt machen kann … naja) und bei dem einen Modell eine wirklich angenehme Oberfläche. Das Material fühlte sich fast samtig an. Waren dann auch die günstigsten, wer hätte es gedacht.

Ob es auch auffüllbare Patronen dafür gäbe, wollte ich wissen. Für Pelikan gäbe es das nicht, nur Lamy. Ah ja. Amazon sagt was anderes, aber hey. Egal ^.^ Also kaufte ich einen Pack rote Patronen und ließ mich zur Kasse zwei Schritte weiter lotsen. Ja, es war einer dieser winzig kleinen Schreibwarenläden, die so vollgestellt sind, dass jeder Schritt gut geplant sein will. Eigentlich liebe ich die ja, aber irgendwie fanden die Damen und ich keinen Draht zueinander. Naja, während ich also knapp zehn Euro für den Füller und zwei für die Patronen zahlte, trat die nächste Kundin an den Tresen, den ich gerade verlassen hatte. Sie würde einen Rotstift suchen, sie wäre Lehrerin und bräuchte was zum korrigieren. Grinsend verließ ich das Geschäft.

Das hier wurde es nun. Mein neues Korrekturwerkzeug:

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Veröffentlicht in Alltag, Familie

WmdedgT? November 2016

Frau Brüllen rief, aber ich hatte einfach zu viel um die Ohren. Auch jetzt habe ich eigentlich keine Zeit, will aber nicht noch einen Monat verpassen, also hier mein gestriger Tag.

02:00 Uhr Auf ins fremde Bett

Am Freitag Abend, als mir eigentlich schon die Augen zufielen, da ich die letzten Nächte nicht wirklich gut geschlafen hatte (Aufregung wegen dem Geschichts-UB und allgemein irgendwie zu viele Gedanken im Kopf), schrieb eine Geschichts-Mit-Refi in der WhatsApp Gruppe, ob nicht wer Lust hätte spontan zum ‚Besäufnis‘ vorbei zu kommen, sie hätte heute so richtig ‚verkackt‘. Naja, ich konnte es ja nachvollziehen, also sprach ich fix mit meinen Männern und fuhr kurzentschlossen zu ihr, als ich „kinderfrei“ bekam.

Der Abend zog sich (wie erwartet) ziemlich in die Länge, spontan waren tatsächlich 13 Leute vorbeigekommen. Einige aus unserem Geschichtsseminar, einige aus ihrem Kernseminar, das wir nicht zusammen besuchen und Freunde, die die Verbeamtung ihres Freundes gefeiert hatten (Er arbeitet irgendwas bei der Stadt?). Ein bunter Haufen, der die flüssigen Vorräte des Hauses mit Elan dezimierte. Bald wurden Leidensgeschichten ausgetauscht und man beruhigte sich gegenseitig, dass es doch nun noch nicht alles verloren sein könnte und wir das schon irgendwie schaffen werden. Es tat ganz gut zu hören, dass irgendwie alle ähnliche Probleme hatten.

Um zwei waren dann alle soweit, dass man sich langsam hinlegen wollte und ich kuschelte mich ins fremde Bett, was leider in einem sehr kalten Raum stand. Mein Gedankenkarussell wollte nicht recht anhalten, aber irgendwann war ich weg.

05:10 Uhr Umdrehen

Geschlafen habe ich nicht gut, aber ich schaffte das Umdrehen in dem furchtbar knatschenden Bett tatsächlich, ohne meinen Mit-im-Raum-Schläfer aufzuwecken, der das Bett gegenüber belegte.

07:20 Uhr Aufstehen

Da ich versprochen hatte nicht zu spät zu kommen, stand ich beim nächsten Blick auf die Uhr auf. Mein Mit-Schläfer hörte und sah noch nix und ich ging auf ein kleines Frühstück runter. Wir quatschten noch etwas, beruhigten uns und ließen die Geschichten vom Abend revuepassieren, dann brach ich auf.

09:10 Uhr Wieder zu Hause

Zu Hause begrüßten mich die Kinder stürmisch. Die Motte wollte mich gar nicht mehr loslassen und war sehr schmusig und der Spatz zeigte uns ein Buch nach dem nächsten. Leider stand sehr viel Arbeit ins Haus und ich zog mich bald an den Schreibtisch zurück, während mein Mann mit den Kindern losfuhr, um diverse Erledigungen zu tätigen. Mein Freund verließ kurz nach meinem Mann das Haus, ihm standen neue Behandlungen bevor, da sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert hat. Somit saß ich dann alleine im Haus und konnte in Ruhe arbeiten.

11:20 Uhr Der Patient kehrt heim

Mein Freund kommt mit echt unterirdischen Neuigkeiten zurück. Wenn die nun erfolgte Medikamentenumstellung nicht schnellstmöglich wirken sollte, wird er für gut zwei Monate in die Schweiz müssen, um behandelt zu werden. Um die stationäre Behandlung vorher kommt er auch nur mit rapide kletternden Werten herum und das wäre dann zu Weihnachten. Hm hm … Noch bringt es nichts sich aufzuregen, vielleicht klettern seine Werte nun brav in grüne Bereiche. Wenn nicht werden wir uns was überlegen müssen, wie es weiter geht.

12:40 Uhr Stippvisite

Mein Mann steckt den Kopf zur Tür herein, um noch einmal etwas abzuholen, bevor er weiterzieht. Ich teile ihm die schlechten Neuigkeiten mit und wir verlegen das Gespräch auf den Abend.

Trotz des bis dahin verbesserungswürdig verlaufenen Tages, habe ich tatsächlich schon einen Großteil der Vorbereitungen für die kommende Woche erledigen können und ordne zufrieden mein 8. Arbeitsblatt für die anstehende Gruppenarbeit in Geschichte ein. Ian hatte sich seinen Ausbildungsauftrag nun nach dem misslungenen UB etwas mehr zu Herzen genommen und einen detaillierten Plan für die kommenden Stunden von mir gefordert. Dafür ich noch gut 2h brauchen, dann wollte ich mit dem Kurs durch sein.

16:15 Uhr Die Kinder kommen wieder

Mann und Kinder kehren wieder zu Hause ein. Meine Planungen haben doch etwas länger gebraucht, aber die Gruppenarbeit ist endlich vorbereitet und auch schon zu Ian gesandt worden. Da ich mal wieder eine Vertretungsstunde in meiner neunten Klasse bekommen habe, muss ich den Plan für Montag nun erweitern und bastle noch ein wenig am Verfassungsschema der Weimarer Republik herum, welches die Kinder sich erschließen sollen.

Da die Kleinen im Moment echt anstrengend sind, haben sie die Nerven meines Mannes ordentlich strapaziert und ich gehe häufig zu ihnen, um etwas die Spannung heraus zu nehmen. Das Arbeitsblatt und die Folie für die Doppelstunde am Montag schaffe ich noch vorm Abendessen.

18:10 Uhr Abendessen

Es gibt Bratkartoffeln, Spiegelei, Pulled Pork, Saure Gurken und Salat. Mein Freund liegt schon flach, da die Medikamente ihn ordentlich ausgeknockt haben und wir reden um mögliche Konsequenzen und Strategien, wenn er als Unterstützung im Alltag wirklich zwei Monate ausfallen sollte. Das wird eine echt schwierige Zeit.

Nach dem Essen kuscheln wir uns aufs Sofa, lesen Bücher und schauen eine Folge Big Bang Theorie. Die Kinder sind von dem aufregenden Tag ziemlich erledigt und schlafen an und auf uns kuschelnd fast sofort weg. Also geht es für die Kurzen ins Bett.

19:20 Uhr Büro

Ich drucke alles aus, hefte die Vorbereitungen für die Stunden ab und organisiere noch etwas. Mein Freund ist leider vom eigenen Herzschlag wieder aufgewacht und leistet mir im Büro Gesellschaft. Lange kann ich die Augen aber auch nicht mehr offen halten und gehe kurz darauf ins Bett. Die vorangegangenen Nächte machen sich bemerkbar. Immerhin habe ich den Tag 16 Arbeitsblätter erstellen können und fünf Stunden geplant.

20:50 Uhr Augen zu

Eingeschlafen, die Erste. Irgendwie zieht mein Nacken ganz furchtbar und ich komme nicht recht zur Ruhe.

23:35 Uhr Töchterchen kommt kuscheln

Die Motte mag mal wieder nicht mehr alleine schlafen und krabbelt zu uns ins Bett. Mein Unbehagen wird immer größer, ich kann die Ursache aber nicht lokalisieren. Als die Kleine endlich schläft, bringt mein Mann sie wieder rüber, ich schlafe aber bis halb drei nicht mehr ein und lese.

Morgens weiß ich dann immerhin, woran das schlecht schlafen gelegen hatte: (Außer den vielen Gedanken, die mir durch den Kopf gehen …) Ich wache mit Schmerzen im unteren Rücken auf und habe kurz darauf kaum noch Spielraum in meinen Bewegungen. Den Tag heute verbrachte ich also mit Linderungsversuchen, wobei ich fürchte, dass ich morgen früh nicht zur Schule, sondern zum Arzt gehen werden muss.